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Mitarbeiter von Christian Peacemakerteams (CPT) im Irak getötet

Trauer um Tom Fox

Von Wolfgang Krauß

Gestern (10.3.06) gab das FBI bekannt, dass es sich bei einer im Westen Bagdads gefundenen Leiche um den seit 26.11.05 vermissten Tom Fox handelt.

Seit einem am Dienstag dieser Woche ausgestrahlten Video der Entführer gab es große Sorgen um Tom Fox. Er war nicht im Bild, nur seine drei entführte Kollegen waren zu sehen.

Laut irakischer Polizei war Tom durch einen Kopfschuss getötet worden. Seine Leiche zeigte Anzeichen von Folter und war an Händen und Füßen gefesselt.

Die Entführer, eine bisher nicht bekannte Gruppe “Schwerter der Gerechtigkeit”, haben nun noch den Briten Norman Kember und die beiden Kanadier James Loney und Harmeet Singh Sooden in ihrer Gewalt. Sie verlangen die Freilassung aller Gefangenen in Irak.

Der 54jährige Tom Fox gehört der “Religious Society of Friends” (Quäker) an und hinterlässt zwei Kinder.

Zusammen mit seinen ebenfalls entführten Kollegen hatte Tom sich besonders für die Menschenrechte von Gefangenen in irakischen und US-Gefängnissen eingesetzt, die dort ohne Anklage und Aussicht auf ein faires Verfahren festgehalten werden.

In seiner Reaktion auf den Tod ihres Mitarbeiters bittet CPT um die Freilassung der drei verbliebenen Gefangenen. “Selbst mitten in der tiefen Trauer um unseren Kollegen umgibt uns das Licht seines Zeugnisses von der Macht der Liebe und dem Mut der Gewaltfreiheit. Dieses Licht zeigt uns den Weg aus Angst, Schmerz und Krieg. - Unsere entführten Mitarbeiter folgten dem prophetischen Ruf Jesu. Sie lebten eine gewaltfreie Alternative zum Kreislauf von Rache und Gewalt. Als Antwort auf Toms Tod, bitten wir alle Menschen nicht auf andere herabzusehen oder sie zu dämonisieren, was immer sie auch getan haben. Oder in Toms eigenen Worten: ‘Wir lehnen Gewalt als Strafe ab. Wir möchten nicht, dass Rache genommen wird an Verwandten oder Eigentum. Wir vergeben denen, die uns für ihre Feinde halten. Wir hoffen, durch Liebe zu Freund und Feind und durch gewaltfreies Eingreifen denen helfen können, die systematisch unterdrückt werden.’”


Am Tag vor seiner Entführung schrieb Tom Fox:

“Wir sind hier, weil wir an der Verwirklichung des Reiches Gottes mitarbeiten wollen. Das Reich Gottes ist ein Reich des Friedens. Unser Beitrag dazu ist, Gott zu lieben von ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzer Kraft - und unsere Nächsten und Feinde zu lieben, wie wir Gott und uns selbst lieben.”


Christian Peacemaker Teams (CPT) ist seit Oktober 2002 im Irak präsent. CPT möchte die ganze Kirche zur Mitarbeit an organisierten gewaltfreien Alternativen zum Krieg gewinnen. CPT entsendet Teams ausgebildeter Friedensarbeiter in Konfliktregionen. CPT begann als gewaltvermindernde Initiative der historischen Friedenskirchen (Mennoniten, Church of the Brethren und Quäker). Inzwischen kommt personelle Mitarbeit und finanzielle Unterstützung aus vielen christlichen Kirchen. Weitere Infos: http://www.cpt.org

Quelle: Deutsches Mennonitisches Friedenskomitee

Weblinks:

Veröffentlicht am

11. März 2006

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