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Vier Mitarbeiter von ‘Christian Peacemaker Team’ (CPT) im Irak entführt

Von Dahr Jamail - Iraq Dispatches / ZNet 30.11.2005

In Bagdad wurden vier Mitglieder des CPT als Geiseln entführt. Für mich eine schreckliche Entwicklung. Ich kenne die Mitarbeiter des CPT schon lange - schon bevor ich in den Irak kam.

Im November 2003 saß ich in Amman/Jordanien und wartete auf meine Einreise in den Irak. Dort traf ich auf einen Mitarbeiter des CPT, der zuvor in Palästina gewesen war. Wie er mir erzählte, hatte er palästinensische Kinder zur Schule begleitet, damit sie auf dem Schulweg nicht von israelischen Siedlern angegriffen wurden.

Später hörte ich, dass dieser Mann nach Palästina zurückgekehrt war und von israelischen Siedlern so furchtbar verprügelt wurde, dass er mehrere Wochen stationär im Krankenhaus verbrachte.

Thanksgiving, 24. November 2004, verbrachte ich mit einigen irakischen Freunden und mit Mitarbeitern des Bagdader CPT-Teams bei einem gemeinsamen Festmahl. Wir sagten Dank, dass wir Thanksgiving in Bagdad in Solidarität mit unseren irakischen Brüdern und Schwestern verbringen durften. Jeder Einzelne von uns - ich und die Mitglieder des CPT-Teams - fühlten uns damals wie heute verpflichtet, die Wahrheit über die illegale und unmoralische Besatzung des Irak ans Licht zu bringen.

Auf der Website des CPT steht folgendes Bibelzitat: “Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde” (Johannes 15,13).

Dieses Zitat steht stellvertretend für die Arbeit der CPT-Mitarbeiter in Bagdad. Ich habe es selbst erlebt. Als ich an mehreren Stories über Iraker arbeitete, die in amerikanischen Militär-Detentioncenters im Irak einsaßen, gewährten mir die CPT-Leute großzügigen Einblick in ihre Akten. CPT setzt sich intensiv für die Rechte irakischer Gefangener ein und hilft deren Familien. Das CPT-Team dokumentiert die Razzien des US-Militärs in Privathäusern. Es hilft ‘intern Vertriebenen’ (Flüchtlinge innerhalb des Irak), die infolge der massiven amerikanischen Militäroperationen - siehe Falludscha und Al-Qa’im - ihr Heim verloren und obdachlos sind.

CTP hat mitgeholfen, das Medieninteresse auf irakische Dörfer und Städte zu lenken, die Opfer von Kollektivbestrafungen durch das US-Militär wurden.

Ich habe im Irak kein einziges CPT-Mitglied getroffen, der/die sich nicht zur Gewaltlosigkeit bekannt hätte oder der/die sich nicht verpflichtet fühlte, als Augenzeuge die Wahrheit zu offenbaren - über die Besatzung und die Kriegsgräuel. Was die jetzt Entführten angeht: Die Entführer werfen ihnen vor, Spione und Missionare zu sein. Das ist einfach nicht wahr. Wenn es im heutigen Irak eine Gruppe gibt, die sich unermüdlich dafür einsetzt, dass das Leiden der Iraker endet, dann CPT.

Quelle: ZNet Deutschland vom 01.12.2005. Übersetzt von: Andrea Noll. Orginalartikel: CPT

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Veröffentlicht am

02. Dezember 2005

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