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50 Jahre sind genug

Deutsche Post verbindet “50 Jahre Bundeswehr” mit Suttners “Die Waffen nieder”

Von Georg Meusel

Pazifisten und sonstige Kritiker der Bundeswehr werden sich freuen. Die Deutsche Post AG verausgabt am 3. November 2005 gleichzeitig ein Sonderpostwertzeichen “50 Jahre Bundeswehr” und eines zum 100. Jahrestag der Friedensnobelpreis-Verleihung an Bertha von Suttner mit Titelabbildung ihres pazifistischen Romans “Die Waffen nieder”. Diese wohl unbedachte Konstellation ermöglicht es, auf Briefumschlägen Mischfrankaturen anzubringen und originell zu kommentieren. Organisationen der Friedensbewegung wie “Ohne Rüstung Leben”, “BOA - Bundesrepublik ohne Armee” oder dem “Bund für soziale Verteidigung” und viele Privatpersonen, die pazifistische Anschauungen vertreten, werden ihre Briefe mit der Kombination der beiden Sonderbriefmarken schmücken und witzig-kritische Kommentare dazu wie “50 Jahre sind genug” unter die Bundeswehr-Marke schreiben.

Bundeswehr-Die-Waffen-nieder.jpg

Nach der Schaffung eines “Ministeriums für Abrüstung und Verteidigung” der DDR im Zuge der Friedlichen Revolution und dem Beitritt der DDR zur BRD 1990 hatte es ja tatsächlich die Hoffnung auf Abschaffung der Nationalen Volksarmee und der Bundeswehr zugunsten eines Zivilen Friedensdienstes im Sinne der Konzeption von Theodor Ebert und des “Bundes für Soziale Verteidigung” gegeben, die eine völlig neue international friedensstiftende Rolle Deutschlands eröffnet hätte. Eine Hoffnung, die dann leider in der Interessensphäre von Rüstungswirtschaft, Machtpolitik und Militärs zerstob.

Die Mischfrankatur aus je einem der beiden 55-Cent- Briefmarkenwerte ist nicht portogerecht. Wenn man jedoch 34 Cent aus dem Automaten zufrankiert, ergibt sich das Großbrief-Porto von 144 Cent. Die Maxibrief-Frankatur von 220 Cent ergibt sich exakt aus einer Mischfrankatur von je zwei Marken der beiden Motive.

Die Bundeswehr-Gedenkmarke ist im Gegensatz zu Armee-Sonderbriefmarken anderer Staaten (wieder) sehr verhalten gestaltet und macht auf keine ihrer tödlichen Waffen aufmerksam. Das Motiv bildet lediglich ein schwarzrotgoldener Schriftzug.

Georg Meusel ist Initiator und Mitarbeiter des Martin-Luther-King-Zentrums in Werdau

Veröffentlicht am

31. Oktober 2005

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