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Waldschäden 2004 stark angestiegen - Wald-Verjüngung kein Allheilmittel

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in der deutlichen Zunahme der Waldschäden eine Folge jahrzehntelanger Belastungen der Bäume und des Bodens mit Säuren, Stickstoff, Schwermetallen und Abgasen. Der durchschnittliche Anstieg der Baumschäden von 69 auf 72 Prozent innerhalb eines Jahres sei erschreckend. Die Schäden bei Buchen und Eichen mit 86 bzw. 83 Prozent und mit 74 Prozent bei Fichten seien nur die Spitzen des Eisbergs. Die große Zahl abgestorbener Bäume werde nicht einmal mitgezählt, da sie aus der Statistik herausgerechnet würden.

Die Wirkungen von Trockenheit, Hitze und starker Sonnenstrahlung im zurückliegenden Jahr hätten sich mit denen verschiedener Schadstoffe überlagert. Auch die hohen sommerlichen Ozonbelastungen zwischen 100 und 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft hätten 2003/2004 nicht unwesentlich zu den Schäden beigetragen. Insekten und verschiedene Pilzarten seien in diesem Zeitraum durch extreme Wetterlagen ebenfalls besonders begünstigt gewesen. Borkenkäfer, Prachtkäfer, Maikäfer, Schwammspinner, Frostspanner und Pflanzenläuse hätten großen Schaden angerichtet. Eine der Ursachen dafür sei der menschengemachte Treibhauseffekt, der für die Erderwärmung und daraus resultierende Wetterkapriolen verantwortlich sei. Wälder und Waldböden in Deutschland und Europa stünden seit Jahrzehnten unter Stress.

Hauptquellen für die hohen Schadstoffeinträge seien Verkehr und Landwirtschaft. Der Flottenverbrauch der Pkws müsse künftig stark gesenkt, die Abgase aus dem LKW-Verkehr und aus Kraftwerksschloten reduziert werden. Auch Ammoniak-Emissionen aus der Intensivlandwirtschaft seien im Vergleich zu den Vorjahren kaum gesunken. Deshalb müsse die Agrarpolitik der Bundesregierung energischer auf art- und umweltgerechte Tierhaltung und Ökolandbau ausgerichtet werden.

Große Hoffnung setze der BUND auf das neue Wald- und das neue Jagdgesetz. Die Zukunft der Waldwirtschaft liege nicht allein in der in letzter Zeit häufig propagierten Verjüngung des Waldes, sondern vor allem in seiner naturnahen Nutzung.

Helmut Klein, BUND-Waldexperte: “Der Waldschadensbericht ist leider inzwischen ein jährliches Ritual ohne große Folgen. Die erneute Zunahme der Schäden zeigt, dass Bund und Länder dringend Gegenmaßnahmen einleiten müssen. Leitbild der Landwirtschaft muss der Ökolandbau werden, die Verkehrspolitik gehört generalüberholt. Der Patient Wald kann mit einer richtigen Therapie auch wieder gesunden.”

Weitere Informationen und Grafiken zum Thema unter www.waldklein.de bzw. bei Helmut Klein, BUND-Waldexperte, Tel. 08152-2344 (0171-5391309)

Quelle: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland vom 08.12.2004.

Veröffentlicht am

09. Dezember 2004

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