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Irak: Dutzende Tote

Von Robert Fisk und Patrick Cockburn - ZNet 15.04.2004

13. April 2004: ‘The Star’, Bagdad. In den vergangenen 8 Tagen starben im Irak mindestens 80 ausländische Söldner - aus Europa, den USA oder Südafrika angeheuerte Sicherheitsleute, die für amerikanische Firmen tätig waren. Generalleutnant Mark Kimmitt gab am Dienstag zwar zu, dass seit dem 1. April beim Aufstand im Irak “rund 70” Amerikaner und Soldaten aus anderen westlichen Ländern starben. Die Söldner allerdings erwähnt er nicht - offensichtlich, weil er befürchtet, der politische Fallout bei bekanntwerden der Gesamtzahl westlicher Toter wäre bedenklich.

Wieviele Iraker umkamen, auch dazu gab Kimmitt keine Zahl an - landesweit wohl bis zu 900. Mittlerweile glaubt man, dass sich im Irak mindestens 18 000 Söldner aufhalten - viele haben die Aufgabe, US-Truppen und -Personal zu schützen. Manche verdienen $ 1.000 am Tag. Kommt es zu Verlusten unter ihnen, wird das von ihren Firmen selten eingestanden - es sei denn, ihr Tod ist der Öffentlichkeit bereits bekannt - siehe die 4 Amerikaner, die vor drei Wochen in Falludscha getötet und verstümmelt wurden.

Natürlich war klar, dass die Anwesenheit so vieler Söldner - als Erster hatte ‘The Independent’ vor zwei Wochen darüber berichtet -, zu zusätzlichen Opfern führen würde. Viele der westlichen Sicherheitsleute arbeiten für das US-Verteidigungsministerium - sie sind schwerbewaffnet, das meiste Ex-Soldaten, die früher in Spezialeinheiten dienten -, dennoch sind sie nicht als ‘serving’ Militärpersonal aufgelistet. Auf die Weise kann man ihren Tod vor dem Auge der Öffentlichkeit verbergen.

Den amerikanischen Behörden im Irak ist bewusst, dass in der letzten Woche mehr westliche Söldner umkamen als in den vergangenen beiden Wochen Besatzungssoldaten. Um die Zahl eigener Soldaten - als Fahrer, Wachleute und in anderen Jobs, für die normalerweise uniformierte Soldaten verwendet werden -, möglichst gering zu halten, war die Koalition bemüht, ausländische Vertragsarbeiter zu beschäftigen. In vielen Fällen handelt es sich bei diesen ausländischen Kontraktarbeitern um hochbezahlte Ex-Soldaten, die mit automatischen Waffen ausgerüstet sind. Daher glauben die Iraker auch, jeder ausländische Arbeiter sei ein potenzieller Söldner oder Spion.

Quelle: ZNet Deutschland vom 16.04.2004. Übersetzt von: Andrea Noll. Orginalartikel: “Scores of Dead” .

Veröffentlicht am

16. April 2004

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