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Hoffnung für Freie Heide: Gericht stoppt Wiederinbetriebnahme des “Bombodroms”

Vor dem Potsdamer Verwaltungsgericht haben die Gegner des geplanten gigantischen Bombenabwurfplatzes bei Wittstock einen weiteren Erfolg erzielt. Gegen eine Wiederinbetriebnahme des “Bombodroms” in der Kyritz-Ruppiner-Heide im Nordwesten Brandenburgs erließ das Gericht am 26.09.2003 eine dritte einstweilige Anordnung. Damit hat das Gericht dem Antrag der Gemeinde Flecken Zechlin in Brandenburg gegen eine sofortige militärische Nutzung des Geländes stattgegeben. In den vergangenen Wochen hatten bereits die Kommunen Schweinrich und Lärz in Mecklenburg-Vorpommern mit Anträgen auf einstweilige Anordnung gegen die sofortige Aufnahme des Militär-Betriebs vor Gericht gewonnen. Bei dem Gericht waren ferner 14 Klagen eingereicht worden, die auf eine generelle Untersagung einer Inbetriebnahme des “Bombodroms” zielen.

Das “Bombodrom” Wittstocker Heide steht nicht nur für regionale Umwelt- und Entwicklungszerstörung, sondern ist eindringliches Beispiel für die Vorbereitungen und Übungen der BW/Luftwaffe für künftige Kampfeinsätze in aller Welt.

Im Juli 2003 hatte Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) seine Entscheidung zur Wiederinbetriebnahme des einstigen Truppenübungsplatzes der sowjetischen Armee 100 km nordwestlich von Berlin durch die Bundeswehr bekannt gegeben.

Das “Bombodrom” war jahrzehntelang von der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte in der DDR für militärische Übungen genutzt worden. Heute ist der rund 142 Quadratkilometer große Truppenübungsplatz zwischen Wittstock, Rheinsberg und Neuruppin der größte seiner Art in Deutschland. Die Bundeswehr will über dem ehemaligen früheren sowjetischen Militärgelände jährlich bis zu 1700 Einsätze mit bis zu 8500 Flugübungen und Bombenabwürfen absolvieren. Das Militär wollte mit den Übungen eigentlich schon in diesem August beginnen, hatte aber die jetzige Entscheidung abwarten wollen.

Seit Jahren findet am Ostersonntag eine der größten Ostermarschaktionen in Deutschland in Fretzdorf statt. Die Bürgerinitiative “Freie Heide” ist inzwischen als Symbol für kreativen, friedlichen Protest in ganz Deutschland bekannt geworden. An über 80 Protestveranstaltungen haben das mehr als 130.000 Teilnehmer aus Nah und Fern teilgenommen.

Die Gerichtsentscheide haben die Chancen auf eine zivile Nutzung der Freien Heide erheblich erhöht. Laut Winfried Nachtwei, Sicherheitsexperte der Grünen-Bundestagsfraktion steht das “Bombodrom” sehr wahrscheinlich vor dem endgültigen Aus.

Links:
* Bürgerinitiative FREIeHEIDe e.V.

* Aktionsgemeinschaft FREIER HIMMEL

* Freie Heide Gruppe Neuruppin ? Berlin

* Dem Militär den Boden entziehen! FREIe HEIDe gegen Bombodrom Wittstock

Veröffentlicht am

28. September 2003

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