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Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier … Bald steht Atommüll auch vor Deiner Tür

Von Reinhold Thiel

In einem beispiellosen Rundumschlag hat am 22.9.03 das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gleich an einem Tag 4 Lager für Atommüll genehmigt und dabei Bedenken von 72.000 Einwendern vom Tisch gewischt. Die Lager sollen über ganz Deutschland verteilt und nahe an den AKW-Standorten Biblis, Neckarwestheim, Isar/Ohu und Esenshamm/Unterweser gebaut werden. Dort planen die Betreiberfirmen, in insgesamt 518 CASTOREN eine hochradioaktive und hochgiftige Schwermetallmasse von über 5.000 Tonnen einzulagern. Allein ein einziger CASTOR enthält vergleichsweise so viel radioaktives Inventar, wie beim Reaktorunfall in Tschernobyl freigesetzt wurde.

Angeblich sei in den Lagern der sichere Einschluss des Mülls über alle Jahre gewährleistet. Selbst der Fall eines gezielten Jumbo-Absturzes würde laut BfS nicht zu einer Gefährdung von Leben und Gesundheit führen. Diese Behauptungen dürfen mit Fug und Recht bezweifelt werden. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Großflugzeuge auf Grund ihrer Größe und Masse ungebremst durch eine solche Lagerhalle fliegen würden. Die Spannbreite ihrer Flügel könnten dabei alle CASTOREN erfassen und abräumen, wie Kegel.

Einen plastischen Eindruck darüber vermittelt eine 3D-Videoanimation der Internetseite “Atomenergie und Sicherheit” unter www.atom-secur.de .

Ebenso angeblich soll der Atommüll an den Standorten nur 40 Jahre lagern. Ob der Müll allerdings dann wirklich abgeholt wird, bleibt ungewiss. Auf der ganzen Erde gibt es bis zum heutigen Tag noch kein wirklich sicheres Lager zur Endlagerung der noch über Jahrtausende strahlenden Kernbrennstoffe.

Die Genehmigung von Deutschlands größtem Lager am AKW Gundremmingen mit 192 CASTOREN wurde vom BfS bis spätestens Ende 2003 angekündigt. Am Standort Gundremmingen rüstet sich dagegen schon seit Monaten eine Bürgerinitiative zur Klage. Mehr Information darüber unter www.atommuell-zwischenlager.de

Anlage: Aktuelle Übersicht über den Stand aller Genehmigungsverfahren (insgesamt 12) als PDF-Datei .

Weitere interessante Informationen finden sich auf der Website der Ulmer Ärzteinitiative - eine Regionalgruppe der IPPNW .

Veröffentlicht am

23. September 2003

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