Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Aufruf: Frieden durch Sonnenenergie

Für eine politische Strategie “Energieunabhängigkeit mit Erneuerbaren Energien”

Die amerikanische Regierung steuert auf einen Krieg gegen den Irak zu. Ihre offiziellen Gründe sind die Beseitigung von Massenvernichtungswaffen, die Bekämpfung des internationalen Terrorismus und vor allem die militärische Erzwingung eines Regimewechsels, um den Irak zu demokratisieren. Doch den Konflikt mit dem Irak würde es nicht geben, wenn es nicht das Land mit dem weltweit zweitgrößten Ölvorkommen wäre - in einer Region, in der insgesamt zwei Drittel der weltweiten Ölreserven liegen. Schon der irakisch-iranische Krieg (1980-88), den Saddam Husseins Regime - unterstützt von den USA - gegen das unberechenbarer gewordene Ölland Iran führte, tobte vor diesem Hintergrund. Ebenso Saddam Husseins Okkupation des Öllands Kuwait im Jahr 1990 und der darauf folgende Golfkrieg.

Stets war die politische Kontrolle der Ölreserven das zentrale Motiv und leider nicht die Durchsetzung von Demokratie und Menschenrechten. Deshalb gaben die USA in den letzten zwölf Jahren jährlich 50 Mrd. Dollar für ihre Truppenpräsenz in der Golf-Region aus! Und deshalb erklärte Präsident Bush in seiner letzten Rede vordem Kongress, dass er die für die gesamte Welt wichtigen Ressourcen Iraks nicht Saddam Hussein überlassen wolle.

Erdöl deckt 40% des Weltenergiebedarfs. Die Reserven an billigem Erdöl reichen noch etwa 40 Jahre. Es drohen deshalb zunehmend wirtschaftliche Krisen, politische Konflikte und Kriege um Erdöl. John Rockefeller, zu seiner Zeit der größte Ölunternehmer der Welt, bezeichnete Erdöl hellsichtig als “Tränen des Teufels”. Erdöl ist der größte einzelne Verursacher der katastrophalen Klimaveränderung sowie der Luftverschmutzung und damit von Gesundheitsschäden für Millionen von Menschen. Die Förderung verschlingt Unmengen von Wasser und verschärft damit die globale Wasserkrise: Tankerhavarien verseuchen Meere und Küsten und bedrohen die Fischerei. Sein Einsatz als Rohstoff der chemischen Industrie verpestet die Luft der Chemiestandorte und vergrößert laufend die Mengen schwer rezyklierbarer Abfälle.

Es ist ein absurder Widerspruch, dass für die ungestörte Fortsetzung des Erdölverbrauchs jährlich mehr militärische Sicherungskosten ausgegeben werden als bisher insgesamt für die Mobilisierung Erneuerbarer Energien bereitgestellt wurden! Die Abhängigkeit vom Erdöl macht darüber hinaus die Chancen der Dritten Welt zunichte, sich wirtschaftlich zu entwickeln, weil sie ihre gesamten Exporteinnahmen für den Erdölimport ausgeben müssen. Der globale Tanz um das “schwarze Gold” führt zu immer größeren politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen. Dies gilt auch für Erdgas, dessen Reserven ebenfalls begrenzt sind und das mit vergleichbaren Abhängigkeiten und Umweltrisiken wie beim Erdöl belastet ist.

Wir meinen: Die Produktion und der Einsatz von Solarzellen fördert den Frieden mehr als die Produktion und der Einsatz von Waffen. Friedenssicherung, Umweltschutz und Versorgungssicherheit sind nur durch den konsequenten Wechsel zu Erneuerbaren Energien möglich. Die politische Mission unseres Zeitalters ist “Solar for Peace”.

Die immer noch vielfach wiederholte Behauptung, das Potenzial Erneuerbarer Energien reiche zur Befriedigung der Energiebedürfnisse nicht aus, ist eine Zwecklüge all derjenigen, die sich dem Strukturwandel zu Erneuerbaren Energien entgegenstellen. Die Sonne strahlt auf den Erdball jährlich 15.000 mal mehr Energie als der Jahresweltverbrauch atomarer und fossiler Energien ausmacht. Erneuerbare Energien - Solarstrahlung, Wind, Wasserkraft, Bioenergie, Geothermie - können in wenigen Jahrzehnten Zug um Zug alle fossilen und atomaren Energien ablösen! Dies gilt auch für den Kraftstoffsektor: mit bereits kurzfristig mobilisierbaren biosynthetischen Kraftstoffen, Bio-Ethanol, Bio-Methan und Pflanzenölen könnten alle fossilen Kraftstoffe ersetzt werden. Hinzu kommt die Perspektive solaren Wasserstoffs. Solares Bauen ermöglicht, auf Erdöl und Erdgas als Heizenergie zu verzichten. Nachwachsende pflanzliche Rohstoffe können ein vollständiger Ersatz für den Chemierohstoff Erdöl sein. Damit verbunden ist die Chance, zahlreiche neue Arbeitsplätze - von der Landwirtschaft bis zu Industrie, Handwerk und Dienstleistungen - zu schaffen und die Umweltkrise zu überwinden.

Um die annähernd 80%ige Abhängigkeit von Einfuhrenergien zu überwinden- fordern wir die Bundesregierung auf, über ihr Nein zum Irak-Krieg hinaus die umfassende Mobilisierung Erneuerbarer Energien zu ihrem strategischen Schwerpunktprojekt zu machen - für die nationale, europäische und internationale Politik.

Ansätze dazu sind mit dem deutschen Erneuerbare- Energien-Gesetz, dem Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien und der vollständigen Steuerbefreiung biogener Treibstoffe gemacht.

Weitere Schritte müssen sein:

- die Umsetzung des Regierungsvorhabens zur Gründung einer Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien und die Priorisierung Erneuerbarer Energien in der deutschen und europäischen Entwicklungshilfe;

- die unlimitierte Förderung aller Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und eine gesetzliche Garantie zur Einspeisung von Bio-Methan in die Gasnetze;

- die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und der Abbau administrativer Hemmnisse gegenüber Wind-, Wasser- und Biomasseanlagen;

- die vollständige Steuerbefreiung aller Nutzungsformen Erneuerbarer Energien;

- ein Landwirtschaftserweiterungs-Programm “Der Landwirt als Ernährungs-, Energie- und Rohstoffwirt” durch Umwidmung von Subventionen;

- die gesetzliche Vorschrift, dass alle Automobilproduzenten Fahrzeuge anbieten müssen, die mit Bio-Kraftstoff fahren können, und dass an allen Tankstellen Bio-Kraftstoff getankt werden kann;

- die obligatorische Nutzung der Sonnenenergie bei allen Neubauten;

- eine klare Prioritätensetzung in der Forschungs- und Entwicklungsförderung für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz;

- die Verwendung der Einnahmen aus der Öko-Steuer für ein ökologisches Zukunftsinvestitionsprogramm, um damit das Markteinführungsprogramm für Erneuerbare Energien, das Altbausanierungsprogramm und den Schienenverkehr drastisch auszubauen.

Diese Strategie sichert die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und wird zum Beispiel, das international ausstrahlt.

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Dieser Aufruf soll in Wochen- und Tageszeitungen publiziert werden, mit der Unterschrift der Bürgerinnen und Bürger, die ihn unterstützen und mitfinanzieren.


Weitere Informationen unter:
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Dokumentation “Weg vom Öl” »

Veröffentlicht am

09. März 2003

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