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Cap Anamur bereitet Flüchtlingshilfe an der irakischen Grenze vor

Ärzte für Notfall-Einsatz in Jordanien gesucht

Pressemitteilung vom 27.2.2003, Elias Bierdel (Cap Anamur)


Auch wenn Millionen Menschen in aller Welt gegen einen neuen Krieg um den Irak demonstriert haben: Alle Anzeichen deuten nun darauf hin, daß der Angriff nicht mehr zu verhindern ist. Auch Cap Anamur hat sich öffentlich bei jeder Gelegenheit der Logik der Gewalt widersetzt und sich für eine zivile Lösung des Konflikts ausgesprochen. Wir fürchten nun, daß es dazu zu spät ist. Die Strategen aus Politik und Militär werden die Verantwortung für die Kriegsfolgen tragen müssen.

Humanitären Helfern bleibt auch in diesem Fall nur, den unschuldigen Opfern beizustehen, so gut es eben geht. Wir lassen uns aber von keiner Kriegspartei für ihre Zwecke instrumentalisieren. Deshalb kommt auch ein Einsatz innerhalb des Irak für uns derzeit nicht infrage. Genauso klar aber ist: Wir werden uns nicht in die Einsatzplanung von US- oder britischer Armee einfügen, sondern unabhängig dort Hilfe leisten, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

Da die Nachbarländer des Irak - im Unterschied zum letzten Golfkrieg - angekündigt haben, daß sie Flüchtlinge nicht einreisen lassen werden, drohen im Fall eines Angriffs entlang der Grenzen Zehntausende Menschen im Niemandsland zu stranden. Niemand kann vorhersagen, wann wie viele Flüchtlinge wie schnell und in welcher Verfassung dort ankommen werden. Klar ist nur, dass sie vom ersten Tag an dringend der Hilfe bedürfen werden - und wir wollen versuchen, von Syrien und Jordanien aus diese Hilfe zu leisten.

Dazu haben wir in diesen Tagen einen ersten Transport mit fünf Tonnen medizinischer Hilfsgüter in die jordanische Hauptstadt Amman gebracht. Darunter befindet sich ein kompletter OP, chirurgische Instrumente und Medikamente zur Behandlung von Notfall-Patienten. Der Darmstädter Chirurg Dr. Hans-Joachim Witzel bereitet mit unserem Logistiker Andreas Herr in Jordanien diesen Einsatz vor. Großraum-Zelte zum Aufbau von mobilen Ambulanzen, Generatoren, Kühlgeräte sowie Decken und andere Versorgungsgüter konnten im Land gekauft werden. Ende der Woche werden ein weiterer erfahrener Komitee-Arzt, Dr. Werner Höfner (München) und der Krankenpfleger Marco Slodowski (Lehrte) ihre Arbeit in der Region aufnehmen. Weitere Helfer stehen “auf Abruf” und sollen kurzfristig aus Deutschland eingeflogen werden.

Noch ist unklar, welches Ausmaß die Not an den Grenzen des Irak annehmen wird. Wir rechnen mit dem Schlimmsten. Unsere Möglichkeit zu helfen, steht und fällt mit der Zahl der Ärztinnen und Ärzte, die sich für einen Einsatz zur Verfügung halten. Wir bitten deshalb erfahrene Mediziner (vor allem Allgemeinmediziner, Pädiater, Internisten, Chirurgen und Anästhesisten) sich mit dem Cap-Anamur-Büro in Köln in Verbindung zu setzen.

Veröffentlicht am

27. Februar 2003

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