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Frieden - so heisst unser neuer Generationenvertrag

Unser Lebenshaus-Mitglied Klaus Vack, schreibt in einem mit “Frieden - so heißt unser neuer Generationenvertrag” überschriebenen Leserbrief in der Frankfurter Rundschau vom 14.02.2003:

Zu “Welche Friedensdemonstration?” (FR vom 12. Februar): Vera Gaserow hat recherchiert und resümiert, “während die Bevölkerung am Samstag die Schuhe schnürt, sind die Minister seltsam unbeteiligt.” Nun denn, der kommende Samstag wird endlich wieder einmal eine unübersehbare Demonstration gegen jeden Krieg ohne Wenn und Aber. Wenn ich mich als Altvorderer, der seit 50 Jahren tausende Male für die Sache des Friedens auf die Straße gegangen ist, zum Beispiel bei uns im kleinen Odenwaldkreis umschaue, brodelt es nun angesichts der Kriegsdrohung wieder heftig. Angefangen bei den Kids, jungen Eltern mit ihren kleinen Kindern, ja auch den ergrauten Großeltern mit ihren Enkeln und Urenkeln - die Friedensbewegung ist plötzlich wieder da. Sie war nie weg, wie oft behauptet wurde. Was sich jetzt plötzlich wieder bewegt, kann man nicht aus dem Hut zaubern. Das war schon vorher da, im Kopf und im Herzen. Es gab nur eine Irritation: Was tun?

Auch wir Odenwälder Friedensleute werden am Samstag in Berlin dabei sein. Wie ich über gewachsene Verbindungen höre, kommen hoch betagte Ostermarschierer. Die ersten Kriegsdienstverweigerer, heute sind sie um die 60 alt; viele von ihnen werden dabei sein. Auch jene, die wegen des Vietnam-Kriegs zur Sache des Friedens gefunden haben. Oder die “Mutlanger” gegen Pershing II, die “Hasselbacher” gegen Cruise Missiles, Blockiererinnen und Blockierer werden kommen. (?) Dabei brauchen wir nicht unbedingt Politiker oder Repräsentanten zum Mitdemonstrieren, sondern Politiker, die wir zu einer kompromisslosen und offensiven Friedenspolitik drängen wollen und vielleicht diesmal sogar können; wobei ich mit meinen 50-jährigen Erfahrungen noch immer skeptisch bin, ob wir uns in der Kriegsfrage auf die derzeitige Regierung doch endlich mal verlassen können.

Wir, “die Straße”, wollen den Schröders, Fischers noch mehr Druck machen, den eingeschlagenen Weg konsequent und auf einem unverwechselbaren Antikriegskurs weiter zu gehen. Wir Friedensbewegten, die wir in unserem Gemüt und Verstand das “Nie wieder Krieg!”, das “Die Waffen nieder!” ab 1945 eingebrannt haben, wollen vor allem unsere jüngeren Mitmenschen ermutigen und mobilisieren.

Wir verlangen von dieser Regierung: Keinen Euro und keinen Mann für den sich anbahnenden grauenvollen? Krieg. Vollkommene Nichtbeteiligung Deutschlands an jedem faulen Kompromiss, ob in New York oder in Brüssel. Deutschland: ein für allemal weg von den Kriegsfahnen. (?) Wir brauchen einen neuen Generationenvertrag. Den wichtigsten Generationenvertrag überhaupt: Frieden! Wir Alten sollten unseren Mitmenschen (und dazu gehören auch die Politiker) in Erinnerung bringen und zurufen, was eine indianische Weisheit besagt: “Die Erde ist nicht unser Eigentum. Sie ist eine Heimstatt auf Zeit. Wir haben die Erde nur von unseren Enkeln geborgt.”

Klaus Vack, Sensbachtal

Veröffentlicht am

14. Februar 2003

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