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Die Stadt Vučitrn ist “zigeunerfrei” - Die Opfer eines Pogroms im Kosovo fordern die Aufnahme in EU-Staaten

Von Nicolaus von Holtey (Beauftragter für die Beratung von Ashkali und Roma der Pax Christi Bistumsstelle Freiburg)

Das Lager der französischen KFOR

Ich bin am 22. März 2004 im offiziellen Auftrag von Pax Christi Sektion Deutschland in das Kosovo gereist, um die Umstände der inzwischen bestätigten Vertreibung der Gemeinschaft der Ashkali von Vučitrn/Vushtrri zu untersuchen und um ihre Wünsche kennen zu lernen und bin am 29.3.2004 zurückgekehrt.

Ashkali ist die Selbstbezeichnung einer albanisierten Volksgruppe des Kosovo mit albanischer Muttersprache, die sich nicht als Roma begreift, sondern als eine eigene Gruppe, die nach ihren Ursprungsmythen aus Persien, bzw. Ägypten stammt.

Ich fand die Ashkali von Vučitrn/Vushtrri im französischen Militärlager der KFOR im Dorf Novo Selo e Maxhunit der Gemeinde Vučitrn/Vushtrri, wo sie von der Abteilung “Action Civilo Militaire” betreut werden.

Zusammen mit den wenigen Ashkali, die 1999 nicht geflüchtet waren, den zahlreichen Rückkehrern aus der Vojvodina und den fünf Familien, die aus Deutschland trotz aller Warnungen abgeschoben worden waren, handelt es sich jetzt nach Angaben von Hamit Zumberi insgesamt um 257 Personen., darunter 87 Kinder, 85 Frauen, darunter zwei Schwangere, 13 Kinder unter 3 Jahren und 18 Babies unter 6 Monaten. (European Roma Rights Centre)

Nach Ali Zumberi, dem Medizin-Experten und Pfleger, sind unter diesen Personen 15 Diabetiker und drei Epileptiker.

50 bis 60 Häuser wurden zerstört.

Im Militärlager sind ca. 25 Mannschaftszelte zu je 10 bis 12 Feldbetten aufgestellt worden. Die Versorgung ist inzwischen den Umständen entsprechend gut. Es gibt genug zu essen.

Es sind inzwischen auch Hilfslieferungen von Hilfsorganisationen eingetroffen. Hier haben sich vor allem die Organisationen der Ashkali hervorgetan.

Der Ministerpräsident des Kosovo, Bajram Rexhepi, und eine Abordnung der Stadtverwaltung von Vučitrn/Vushtrri haben die Ashkali besucht und wollten sie veranlassen, nach dem Aufbau der Häuser in ihre Heimatstadt zurück zu kehren. Ihre Erklärungen im Fernsehen wurden kalt und mechanisch vorgetragen.

Diese Ansinnen haben die Ashkali sehr verärgert. Sie erklären einstimmig, nur ein Weg weg vom Balkan wird von ihnen akzeptiert.

Die französische KFOR verlangt inzwischen, dass dieses Thema nicht angesprochen wird.

Nach einem längeren Gespräch erhielt ich vom zuständigen, interessierten Offizier die Erlaubnis, jederzeit von 9:00 bis 17:00 Uhr, auch in den kommenden Tagen, die Ashkali, in Militärzelten untergebracht, besuchen zu dürfen. Die Soldaten waren außerordentlich zuvorkommend und ich möchte mich an dieser Stelle bei Capitain Tayon, Lieutenant Traissac und nicht zuletzt bei dem Soldaten Gilbert Nguyen bedanken, der sich u.a. als Vater, Onkel, Mutter und Kindergärtnerin um “seine” Ashkali kümmert und um ihr weiteres Schicksal sorgt.

Die Ashkali sind in einem weiträumigen Gelände in etwa 25 Mannschaftszelten zu 10 - 12 Feldbetten untergebracht. Das Lager ist von Stacheldraht geschützt und von außen nicht einsehbar. Die Zelte, inzwischen alle beheizt, sind in größerer Entfernung vom Eingang in einem Halbkreis angeordnet, von einem höheren Erdwall umgeben, auf dem ständig eine Wache mit der Waffe im Anschlag patroulliert.

In einem großen Zelt sind die Waschgelegenheiten, in einem andern die Essensausgabe, wieder in einem anderen Zelt wird gegessen, Kinder zuerst. Wäsche waschen die Frauen im Freien, es gibt genug Wasserhähne.

Vom Zeltplatz zum Eingang fahren Jeeps oder Busse. Besucher, auch die meisten Offiziellen, müssen am Eingang warten, bis die Ashkali herunter gefahren werden.

Durch Interviews mit mir bekannten Betroffenen ergibt sich folgendes Bild.

Das Pogrom. Die Vertreibung

Am Abend des 18.03.2004 um ca. 16:00 Uhr begann die Demonstration radikaler Albaner. Das erste Ziel war die orthodoxe Kirche, die in Brand gesteckt wurde. Danach zogen die Demonstranten zum Wohnviertel der Ashkali, das schon im Juni, Juli und August 1999 Ziel der Angriffe radikaler Albaner gewesen war. Ein großer Teil der Häuser war damals in Brand gesteckt oder von Albanern aus den umliegenden Dörfern besetzt worden. (Das Roma-Viertel war damals komplett zerstört worden).

Als die Menge mit den Rufen “UÇK, UÇK!” und “Maxhupët Jasht!” (“Zigeuner” raus!) das nahegelegene Viertel der Ashkali erreichte, drangen zahlreiche Personen aus der Menge in die Häuser ein. Die Ashkali hatten sich zu mehreren Familien in den Häusern der Nachbarn versammelt, um nicht vereinzelt der gewalttätigen Menge ausgeliefert zu sein. Polizisten in Autos gelang es nur teilweise, die Bewohner vor dem Eintreffen der Menge aus den Häusern zu holen. Unter Schlägen vertrieben die Angreifer die Bewohner, die sie in den Häusern antrafen. Eine mir namentlich bekannte Frau entkam nur knapp einer Vergewaltigung.

Fidaim Kelmendi, am 24.04.2003 aus Heidelberg abgeschoben, berichtet, dass drei Polizeiautos vor das Hoftor fahren, etwa 8 Polizisten in sein Haus eindringen, und die versammelten beiden Familien mit gezogenen Waffen zwingen, sofort das Haus zu verlassen. “Die Leute werden euch töten!” Die Menge war schon in den Hof eingedrungen. Seine Frau Emine sah noch kurz im Weglaufen mit den Kindern an der Hand, wie jemand eine Flasche warf und das Haus Feuer fing. Ein deutscher Polizist war zugegen.

Die auf die Straße vor den Häusern versammelten Ashkali wurden dann von albanischstämmigen Polizisten der KPS (Kosovo Police Service) in ein benachbartes Haus einer Ashkalifamilie gebracht und von dort aus in die nahegelegene Polizeischule geführt.

Im Viertel der Ashkali jenseits der früheren Rr. e Partizanit, hinter dem Hof des Viehhändlers Avdush Qizmolli, nehmen die Ereignisse einen anderen Verlauf. Die Polizei der KPS erreichte die Häuser der Ashkali vor dem Eintreffen der Menge und schaffte die Bewohner ganz schnell aus ihren Häusern, um sie in die Polizeistation zu bringen.

Die Ashkali hatten nur spärlich bekleidet ihre Häuser verlassen .Sie wurden so sehr zur Eile gedrängt, teilweise unter Anwendung von Gewalt oder Drohungen, dass sie fast mit leeren Händen flüchteten. Die meisten unter ihnen sind nicht mehr im Besitz von Ausweispapieren und anderen Urkunden.

Die Ashkali wurden im Haus des Kadri Berisha gesammelt. Da die Menge der Extremisten sehr schnell zu diesen Häusern direkt nach ihrer Räumung durch die Polizisten der KPS gelangt war, und sich auf der Strasse Rr. Beqejit (früherer Name) befand, wurde die Gruppe der Ashkali durch die Hinterhöfe zur Strasse bei den Häusern von Ali und Bajram Zymberi geführt, wobei sie sich durch Mauern hindurchbrechen mussten. Albanische Nachbarn sollen hier versucht haben, sie vor Angriffen aus der Menge zu schützen. Ein Polizist rief der Menge zu: “Erinnert euch an unsere Verabredung!” F.Sh. hat einen Albaner rufen gehört: “Die Zigeuner sind weg - jetzt können wir Feuer an ihre Häuser legen!” Von dort wurden sie in das Polizeirevier gebracht, und von dort in die Polizeischule.

Das dritte Szenario fand im Hof der Familie des Avdush Qizmolli statt. Die Familie Qizmolli, besonders aber der sehr wohlhabende Viehhändler und Metzger Avdush Qizmolli sowie sein Bruder Betush, waren seit dem Ende des Krieges das bevorzugte Ziel albanischer Angriffe. Viele Handgranatenangriffe gab es, eines habe ich selbst aus der Nähe erlebt. Dabei hatte Avdush Qizmolli während des Krieges die UÇK mit Lebensmittellieferungen unterstützt.

Eine Gruppe von 7-10 Ashkali sei in den Hinterhof des Anwesens geeilt. Großer Lärm hätte sie dazu veranlasst. Sie hatten sich mit Stöcken, großen Steinen und anderen “Waffen” versehen, um gegebenenfalls die Familie Qizmolli verteidigen zu können.

Inzwischen eingetroffene Polizisten des KPS (Kosovo Police Service) stürzten sich auf die Männer und verlangten die Feuerwaffen, die sie jedoch gar nicht besaßen. Mit Schlägen wurde ihnen befohlen, sich an die Wand mit den Händen hinter dem Nacken zu knien, sich nicht umzudrehen und still zu sein. Während die Polizisten im Hof nach Waffen suchen, zieht ein Polizist mit der Nummer 3611 S.Sh., OSZE-Mitarbeiter in der Polizeischule an den Haaren und stößt ihn mit der Stirn gegen die Wand, worauf sein 15jähriger Bruder A.Sh. rief: “Lasst doch meinen Bruder in Ruhe!”. Ein Polizist drückte dem kleinen Bruder die Pistole an den Kopf und rief. “Halt’s Maul, du dreckiger Zigeuner!”

Ein internationaler SPU Polizist zielt auf S.SH. Der kleine E. Qizmolli (14 Jahre) wollte die Stalltür schließen, worauf auch auf ihn ein Polizist die Pistole richtete und ihm befahl, sich an die Wand zu stellen.

Dort eingedrungene Polizisten der KPS und der “Special Police Unit” (SPU) durchsuchten sie nach ihren Angaben unter Anwendung von Gewalt nach Feuerwaffen.

Gerüchten zufolge sollen Schüsse in dem Gehöft der Familie Avdush Qizmolli gefallen sein.

G.K. war in seinem Haus von einem ihm namentlich bekannten Polizisten der kosovoalbanischen KPS festgenommen und in das Polizeirevier verbracht worden. Seine Familie blieb zu Hause. Auf dem Revier wurde er zwei Stunden von diesem Polizisten nach Feuerwaffen verhört und währenddessen geschlagen. Ein ärztliches Attest über Rippenbrüche auf der rechten Seite liegt vor. Drei Mitglieder der (SPU) waren bei dem Verhör anwesend.

Der KPS Polizist (Name bekannt) sei derselbe Mann gewesen, der ihn im Sommer 1999 aus seinem Haus vertreiben wollte und heftig misshandelt hatte. G.K. musste sich im Hof seines Hauses hinlegen, die Hände wurden ihm hinter dem Rücken gefesselt. Die Polizisten suchten nach Waffen. In einer Video Aufnahme zeigt G.K. die blutigen Spuren der zweistündigen Fesselung seiner Hände mit Handschellen.

Am Ende waren alle Ashkali in der Turnhalle der Polizeischule versammelt. In der Nacht haben die Ashkali von der Polizeischule aus, die etwas erhöht liegt, viele Brände über ihrem Viertel gesehen.

Nach Mitternacht wurden sie dann von KFOR aus der Polizeischule abgeholt und in das große Gefängnis von Smrkovnica bei Mitrovica verbracht. Dort hielten sie sich auf, bis sie am Nachmittag des 20. März 2004 mit Fahrzeugen der französischen KFOR-Truppen in das französische Miltärlager im Dorf Novo Selo e Maxhunit, wenige Kilometer von ihrer Heimatstadt Vushtrri/Vučitrn entfernt, abtransportiert wurden.

Die ersten Tage und Nächte waren bitterkalt. Ich habe selbst sehr gefroren, als der Wind vier Tage durch die Ritzen der Zelte blies. Die Zelte konnten nicht gleichzeitig heizbar gemacht werden. Drei Tage lang regnete es ununterbrochen. Die Wiese, auf denen die Zelte stehen, versank im Schlamm. Es wurde langsam unerträglich.

Viele der Ashkali, vor allem Kinder, waren in den ersten Tagen sehr unzureichend bekleidet. Wie schon notiert, hatten sie hatten am späten Abend des 19. März nur spärlich bekleidet ihre Häuser ohne Gepäck verlassen müssen. Decken wurden erst später gebracht. Der während drei Tagen nicht enden wollende Regen hatte die Wiese in Schlamm verwandelt. Das Wasser lief durch die Zelte.

Die Folgen

Der Angriff auf die Ashkali von Vučitrn/Vushtrri hat die Gemeinschaften aller Minderheiten des Kosovo zutiefst erschüttert.

UNMIK, albanische Regierung und albanische Politiker des Kosovo haben ihr Gesicht verloren und befinden sich in einer Falle: nur wenn die serbischen, Roma- und Ashkali-Flüchtlinge zurückkehren, ist der Gesichtsverlust repariert, die Behauptung aufrecht zu erhalten, in einem multiethnischen Kosovo sei Platz für Minderheiten.

Bei einer Flucht von größeren Ausmaßen oder einer organisierten Massenausreise der Ashkali wäre der Gesichtsverlust offensichtlich. Die radikalen Kräfte würden die Brandstiftungen und Vertreibungen der letzten Tage als erfolgreich betrachten. Der Druck auf UNMIK und die Regierung des Kosovo würde sich verstärken.

Nach Angaben der Ashkali hat kein Politiker eine echte Anteilnahme und Scham gezeigt. Rugova z.B. erklärte lediglich, in einem unabhängigen Kosovo wären die Vertreibungen nicht passiert.

Von anfänglich ca. 4000 Binnenflüchtlingen, Serben und Angehörige anderer Minderheiten (Internally Displaced Persons , IDP’s) sind jetzt nur noch ca. 2000 nach Angaben des Office of Returns and Communities (ORC) der UNMIK in ihrer Obhut. So das ORC der UNMIK am 29.3.2004 in Prishtina.

Viele von ihnen haben sich zu Verwandten in Serbien begeben oder sind unter Schutz der KFOR in ihre Heimatorte zurückgekehrt.

Auch Angehörige der Minderheit der Roma gehören zu den Opfern von Vertreibung. In Gnjilan/Gilane haben (Stand 28.3.2004) bereits 6 Roma - Familien mit 25 bis 30 Personen das Kosovo verlassen.

Bei meinem Besuch der Roma von Gnjilan/Gilane am 28.3.2004 versicherten mir die versammelten Sprecher der verschiedenen Gruppen und Vereine, das allgemeine Thema in allen Familien sei der Verkauf der Häuser und die Suche nach einem sicheren Zufluchtsort. Die Roma trauen sich nur selten, ihr Wohnviertel zu verlassen und besitzen nach ihren Angaben kaum noch die nötigsten Nahrungsmittel.

Eine größere Anzahl von Personen im französischen KFOR Camp, darunter viele Kinder, sind als Folge des Pogroms offensichtlich traumatisiert. A.Sh. z.B., vor dem 18.3.2004 ein frischer, intelligenter und lustiger Junge, Sohn meiner Gastgeber von vielen Kosovoaufenthalten, sitzt jetzt oft einsam auf seinem Bett und redet kaum etwas.

Die Forderungen

  • Bestrafung der Anstifter, Planer und Täter der Pogrome vom März 2004.
  • Restitution des zerstörten und geraubten Eigentums
  • Stärkere Kontrolle der Medien mit ihrem nationalistischen Pathos und häufigen Hetzartikeln in Zeitung und Fernsehen.
  • Aufnahme in einem Land der EU. Es ist ihnen nicht zuzumuten, in ihre Heimatstadt zurück zu kehren, nachdem sie zwei Pogrome in nur fünf Jahren erlebt hatten und in der sie auch vor dem 18. März 2004 täglich angefeindet und erniedrigt worden waren. Hier kennen sich Opfer und Täter persönlich.
  • Untersuchung der Situation in anderen Siedlungsgebieten der Minderheiten, wo es im März ebenfalls zu Übergriffen und Vertreibungen kam.

Die Perspektiven

Die Ashkali mit ihrer albanischen Muttersprache fühlen sich in einer Falle:
Im Kosovo können sie nach ihren Angaben nicht bleiben. Zu tief sitzt das Trauma von ständiger Missachtung und von zwei gewaltsamen Vertreibungen und Enteignung in fünf Jahren. Eine Rückkehr nach Vučitrn/Vushtrri ist nach ihrem erklärten Willen nicht denkbar.

Der Vertrauensverlust dieser Menschen nicht nur in albanische Strukturen, sondern auch in UNHCR, KFOR und die UNMIK ist enorm. Diese hatten die verbliebenen Ashkali zum Bleiben veranlasst und Flüchtlinge aus Novi Sad im Jahr 2003 mit dem Versprechen auf nachhaltigen Schutz und Unterstützung zur Rückkehr nach Vučitrn/Vushtrri bewegt.

Die amerikanische Hilfsorganisation UMCOR hat, wie einige Ashkali berichteten, einen schweren Zwischenfall provoziert, als sie die Ashkali mit Nachdruck überreden wollten, nach Vučitrn/Vushtrri zurück zu kehren.

Die Reaktion der Ashkali ist verständlich. Sie argwöhnen, dass hier auf ihrem Rücken Politik betrieben werden soll.

Nur eine Erklärung der Rückkehr der Ashkali nach Vučitrn/Vushtrri kann den Gesichtsverlust der Regierung, der Stadtverwaltung von Vučitrn/Vushtrri und der Politiker reparieren.

Angesichts der offensichtlichen Traumata von zwei Pogromen dürfen die Ashkali nicht nach Vučitrn/Vushtrri zurück gebracht werden. Sie können auch nicht nach Serbien oder Montenegro umgesiedelt werden. Dort werden sie mit ihrer albanischen Muttersprache und ihrer albanischen Akkulturation als Albaner abgelehnt werden, wie die Unruhen in Subotica und Novi Sad aufzeigen. Sie werden dort als Albaner abgelehnt werden. Auch ein anderer Ort im Kosovo ist ihnen nicht mehr zumutbar.

In Serbien und Montenegro haben sie ebenfalls keine Perspektive,

Die Ashkali von Vučitrn/Vushtrri haben nur einen Wunsch: einen sicheren Platz in der EU zu finden. Sie argumentieren mit ihrer geringen Anzahl: wenn jedes Land nur eine bis vier Familien aufnimmt, ist keines der Länder überbelastet. Unter diesen Familien gibt es zahlreiche ausgebildete Personen.

Nicolaus v. Holtey (Heidelberg. 6.4.2004)

Es folgt eine Petition der Ashkali von Vučitrn/Vushtrri an den Genaralsekretär des Rates der EU, Javier Solana.

Les Ashkali de Vučitrn/Vushtrri
KFOR
French Army Military Camp -
Novo Selo e Maxhunit

Conseil de l’Union Européenne
M. Javier Solana
175, rue de la Loi

Bruxelles
Belgique

Petition

Dear Mr. Javier Solana!

We 258 persons or 63 families, Ashkali from Vučitrn/Vushtrri want to leave Kosovo and find a safe place in the European Union.

We Ashkali from Vučitrn/Vushtrri are expelled for the second time in five years by Albanian extremists.

Our motherlanguage is Albanian and we cannot go to Serbia and Montenegro.

Also we cannot return to Vučitrn/Vushtrri. We don’t want to be expelled a third time. Many of us are heavily traumatized and we have lost all confidence in living together.

We have lost all confidence to live in any other place in Kosovo.

We are in a trap: no way out.

We beg and implore you: please help us to find a place to live in a democratic European state, with rule of law.

In the name of 258 members, we, heads of the families, sign this petition:

Novo Selo e Maxhunit, 27.03.2004
KFOR
French Army Military Camp

Veröffentlicht am

12. April 2004

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