Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Führung in der Gedenkstätte Grafeneck

Sonntag, 16. Oktober 2016 in Grafeneck:

10:00 bis 12:00 Uhr bzw. ca. 15: Uhr:  Führung in der Gedenkstätte Grafeneck / Wanderung zum Gestüt Marbach

(Diese Veranstaltung steht in enger Verbindung mit der Tagung "We shall overcome" am Vortag; sie kann aber gerne auch ohne Teilnahme an der Tagung besucht werden)

Vom NS-Regime wurden 1940 in Grafeneck über 10.600 Menschen ermordet, denen die Existenzberechtigung abgesprochen wurde. Menschen, denen man geistige und körperliche Behinderungen zuschrieb. Weil von den "Euthanasie"-Verbrechen selbst heute nichts mehr oder nur wenig sichtbar und vieles sich nur durch eine entsprechende Begleitung erschließt, organisiert Lebenshaus Schwäbische Alb eine Führung, die ca. 2 Stunden dauern wird. Diese Führung wird von Frau Julie-Sabine Geiger, Redakteurin beim Reutlinger General-Anzeiger und ehrenamtliche Guide der Gedenkstätte Grafeneck, begleitet.

Anschließend besteht das Angebot für eine kleine Wanderung hinüber zum Haupt- und Landgestüt Marbach für diejenigen, die noch in der Bewegung das Gehörte verarbeiten oder die einfach auch nur die schöne Landschaft und den Anblick von Pferden genießen wollen.

Die Führung in der Gedenkstätte Grafeneck beginnt um 10:00 Uhr bis ca. 12:00 Uhr. Die Wanderung schließt sich unmittelbar daran an und dauert bis ca. 15:00 Uhr.

(Am Sonntag, 16. Oktober, findet übrigens um 14:30 Uhr an der Gedenkstätte Grafeneck der traditionelle jährliche Gedenkgottesdienst statt, in dem der Opfer der NS-Euthanasie von 1940 gedacht wird. Falls jemand möchte, bestünde die Möglichkeit, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.)

Treffpunkt für die Führung

Gedenkstätte Grafeneck e.V., Grafeneck 3, 72532 Gomadingen-Grafeneck

Das Gedenkareal und das Dokumentationszentrum befinden sich auf dem Gelände des Behindertenheimes Samariterstift Grafeneck in der Gemeinde Gomadingen. Für die Führung treffen wir uns vor dem Eingang zum Schloss Grafeneck. PKW-Parkplätze befinden sich gegenüber dem Dokumentationszentrum. Zur Orientierung siehe Plan weiter unten.

Anfahrtsbeschreibung: http://s522790709.online.de/316.htm

Kosten

Beitrag für Sonntag: 10 € (ohne Verpflegung)

Anmeldung

Verbindliche Anmeldung erbitten wir bis zum 5. Oktober 2016. Zum Anmelden bitte das Anmeldeformular verwenden, das herunter geladen werden kann, oder den Rücksendeabschnitt des Flyers. Formlose Anmeldungen per E-Mail sind ebenfalls möglich, dabei aber bitte die notwendigen Angaben entsprechend dem Anmeldeformular machen.

Anmeldeformular zum Herunterladen (PDF)

Veranstalter: Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

Grafeneck 1940: Die Mordfabrik auf der Schwäbischen Alb

Schloss Grafeneck bei Münsingen im heutigen baden-württembergischen Landkreis Reutlingen auf der Schwäbischen Alb. Ursprünglich ein idyllisches Jagdschloss der württembergischen Herzöge. 1928 kaufte die Samariterstiftung Stuttgart das Schloss und richtete ein Heim für Menschen mit Behinderung ein. Nach der Beschlagnahmung für "Zwecke des Reichs" durch die Nationalsozialisten wurden am 18. Januar 1940 in Grafeneck die NS-"Euthanasie"-Verbrechen begonnen. Bis Dezember 1940 ermordeten die Nazis hier systematisch über 10.600 Menschen mit Kohlenmonoxidgas. Grafeneck war damit der erste Ort im nationalsozialistischen Deutschland, an dem Menschen systematisch und "industriell" ermordet wurden. Die Opfer, meist körperlich oder psychisch beeinträchtigt, stammten aus Krankenanstalten und Heimen im heutigen Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

An die Verbrechen des Jahres 1940 in Grafeneck erinnern eine Gedenkstätte und eine ständige Ausstellung in einem Dokumentationszentrum. Sie machen Grafeneck zu einem Ort des kollektiven Gedenkens, aber auch der individuellen Trauer für die Opfer der "Euthanasie"-Verbrechen, die nicht leben durften, weil sie als "lebensunwert" galten. Dahinter steckte kaltes ökonomisches Kalkül, gepaart mit dem rassenideologischen Gedanken, die Gesellschaft von sogenannten "Ballastexistenzen" zu befreien. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist aber auch wichtig als Mahnung, wohin Ausgrenzung, Unmenschlichkeit, Demagogie, Intoleranz, Fremdenhass und Rassismus führen: in die Barbarei.

Links:

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Stichwort: Tagung 2016

 

Veröffentlicht am

16. Oktober 2016

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