Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

Ihre Spende ermöglicht unser Engagement

Spendenkonto:
Bank: GLS Bank eG
IBAN:
DE36 4306 0967 8023 3348 00
BIC: GENODEM1GLS



Suche in www.lebenshaus-alb.de
 

Krieg

Steve Bannon, das Hirn der Trump-Präsidentschaft in den USA, hat Krieg im Sinn.

Von Redaktion Infosperber

Martin Luther hatte recht, man soll den Leuten aufs Maul schauen. Worte, auch gelogene, verraten Absichten oder zumindest Vorstellungswelten. So gesehen ist bedeutsam, was US-Präsident Donald Trump dem mexikanischen Kollegen Peña Nieto am Telefon gesagt haben soll: Er werde Truppen ausschicken, um mit den "schlechten Kerlen da unten" fertig zu werden. Ein Witz, wird beschwichtigt - Trumphumor. Der Mexikaner habe keine Verstimmung gezeigt.

Doch das Militär liegt der amerikanischen Führung am Herzen - nicht erst seit Trump - und sein Einsatz ist allgemein anerkanntes Werkzeug der Außenpolitik. Nach der Niederlage im Vietnamkrieg (1975) gab es nur eine kurze Periode der Kriegsabstinenz unter den Präsidenten Ford und Carter, von den "Falken" als "Vietnam-Syndrom" verachtet. Seit Ronald Reagans Angriff auf das kleine Grenada (1983) hat jeder amerikanischer Präsident Kriege im Ausland geführt. "Bei Gott, wir haben das Vietnam-Syndrom abgelegt", sagte Bush der Ältere nach dem Sieg im Irak-Krieg von 1991.

Krieg im Südchinesischen Meer

Im Weißen Haus rechnet zumindest einer mit mehr als einem Witz. Steve Bannon, Chefstratege von Präsident Trump, denkt den großen Krieg und sieht ihn gleich an zwei Fronten kommen, wie Benjamin Haas, der Hongkong-Korrespondent des Guardian berichtet. Haas hat Bannons "news-daily"-Radioprogramme auf der Internetplattform www.Breitbart.com analysiert und die Belege gefunden. In der Sendung vom 10. März 2016 (Zitat 5:30 Minuten) erklärte Bannon: "Wir ziehen im Südchinesischen Meer in fünf bis zehn Jahren in den Krieg, zweifellos". Der Anlass ist Pekings Anspruch auf das Meer in seiner Gänze, unterfüttert mit einer Reihe von künstlichen Inseln, die zur Ausdehnung der chinesischen Küstenzone dienen (die Philippinen haben China deswegen vor das Tribunal der UN-Seerechtskonvention gezogen und im vergangenen Jahr Recht erhalten). Bannon sieht das als amerikanische Angelegenheit, die Herausforderung der pazifischen Großmacht USA durch die Chinesen: "Sie nehmen ihre Sandbänke und machen daraus stationäre Flugzeugträger und bestücken sie mit Raketen. Sie kommen hier in die USA und sehen uns ins Gesicht - und Sie müssen wissen, wie wichtig Gesicht ist - und sagen, das sei von alters her ihr Seegebiet".

Steve Bannon - Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates - ist nicht allein. Der neue US-Außenminister Rex Tillerson hat in seiner Anhörung vor dem Senat ins gleiche Horn gestoßen, wenngleich in anderer Tonlage. Tillerson verglich die chinesische Kunstinsel-Kampagne im Südchinesischen Meer mit der russischen Annektion der Krim und sagte: "Wir werden China ein klares Signal senden müssen, dass der Inselbau aufhört, und dass zweitens ihr Zugang zu jenen Inseln nicht erlaubt werden wird." Auch mit Waffengewalt?

Krieg im Nahen Osten

Chefstratege Bannon sieht den Krieg gleich an zwei Fronten kommen - nebst dem gegen China auch einen gegen "den Islam". "Wir befinden uns in einem Krieg", sagte Bannon in der Sendung vom 27. November 2015 (Zitat 5:29 Minuten). "Es ist klar, dass wir, so denke ich, wieder auf einen großen heißen Krieg im Nahen Osten zugehen". Das denken und wünschen sich viele fundamentalistische Christen namentlich in den USA, welche aus der biblischen Apokalypse eine bevorstehende Endschlacht im Nahen Osten ableiten, mit Israel im Mittelpunkt.

Zwei Kriege also. Im Kopf von Steven Bannon fügen sie sich zu einem Ganzen. In der Sendung vom 25. Februar 2016 (Zitat 5:59 Minuten) sagte er: "Wir haben einen expansionistischen Islam und ein expansionistisches China. Sie sind motiviert. Sie sind arrogant. Und die judaeo-christliche Welt ist auf dem Rückzug." Und alles gehört zusammen: "Es gibt etwas, vor dem die Chinesen mehr Angst haben als Amerika und der Kapitalismus", sagte er in der gleichen Sendung (Zitat 2:20 Minuten) "und das ist das Christentum".

Die Welt im Weißen Haus ist nicht flach. Aber schlicht. Und simpel zu erklären.

Und gefährlich.

Quelle: Infosperber.ch - 03.02.2017.

Veröffentlicht am

08. Februar 2017

Artikel ausdrucken

Artikel weiterverbreiten