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Neue Flüchtlingsströme: Folge falscher Entwicklungspolitik

Die aktuelle Entwicklungspolitik der Bundesregierung im Rahmen der "New Alliance for Food Security and Nutrition"Die New Alliance for Food Security and Nutrition wurde 2012 in Washington auf der Tagung der G8-Staaten gegründet als Bündnis der führenden Industriestaaten mit den multinationalen Konzernen der Agrar-, Chemie- und Lebensmittelindustrie, u.a. Cargill, Dupont, Danone, Monsanto, Nestle, Swiss Re, Syngenta, Unilever, Yara. Ziel sollte die Entwicklung der afrikanischen Landwirtschaft nach dem Muster der Industrieländer sein. Bisher haben sich 10 Länder Afrikas (Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Äthiopien, Ghana, Malawi, Mosambik, Nigeria, Senegal und Tansania) dem Programm angeschlossen. droht die Flüchtlingsströme aus Afrika massiv zu verstärken. Hierauf macht das Institut für Welternährung - World Food Institute e. V. (IWE) in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ressortminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, sowie für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, aufmerksam.

Eine aktuelle Analyse des Instituts kommt zu dem Schluss, dass diese Politik auf einen massiven Strukturwandel der Landwirtschaft nach europäisch-amerikanischem Vorbild hinausläuft und damit den größten Teil der Kleinbauern Afrikas seiner landwirtschaftlichen Existenzen berauben könnte.

Dies, so folgert die Studie, die unter dem Titel "Unter falscher Flagge?" veröffentlicht wurde, wiege doppelt schwer vor dem Hintergrund des unzureichenden Arbeitsangebots außerhalb der afrikanischen Landwirtschaft. "Den aus der Landwirtschaft Verdrängten werden anders als beim Agrarstrukturwandel in Deutschland, kaum außerlandwirtschaftliche Alternativen zur Verfügung stehen." Nach Schätzungen des Instituts läuft die von der Bundesregierung unterstützte Politik darauf hinaus, dass in den kommenden Jahren mehr als 100 Millionen Kleinbauern in Afrika entwurzelt und in die Slums der großen Städte abgedrängt werden. Diese Art von Entwicklungspolitik könne sich auf mittlere Sicht als Brandbeschleuniger für die Flüchtlingsströme nach Europa erweisen und nicht als Hilfe gegen Hunger und Armut in Afrika, warnt das IWE.

In seinen Brief an die Bundesregierung betont das Institut für Welternährung, eine solche Entwicklung widerspreche sowohl den deutschen Eigeninteressen als auch der jüngsten Enzyklika des Papstes "Laudato Si - Über die Sorge für das gemeinsame Haus", in der er an die Pflicht der VerantwortungsträgerInnen appelliert, "die Kleinproduzenten und die Produktionsvielfalt klar und nachdrücklich zu unterstützen".

"Ich möchte Sie daher bitten", so der Sprecher des Instituts für Welternährung, Wilfried Bommert, in seinem Schreiben an die Bundesregierung, "das Mitwirken der Bundesregierung an der New Alliance for Food Security and Nutrition kritisch zu überdenken."

Quelle:  Institut für Welternährung - World Food Institute e. V. (IWE) - Pressemitteilung vom 18.08.2015.

Fußnoten

Veröffentlicht am

19. August 2015

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