Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Grußworte und persönliche Statements zur Aktion gegen Bundeswehrpatenschaft

Die Stadt Gammertingen (Kreis Sigmaringen) ist - wie sehr viele andere Gemeinden - eine "Patenschaft" mit einer Bundeswehreinheit eingegangen. Im Rahmen dieser "Patenschaft" hat der Gammertinger Bürgermeister Jerg im Mai an einem "Verabschiedungsappell" teilgenommen. Bei diesem wurden Soldatinnen und Soldaten aus der "Patenschaftskompanie" der Stadt Gammertingen in den Kriegseinsatz nach Afghanistan verabschiedet. Dort und in der anschließenden Berichterstattung im Gammertinger Amtsblatt ist betont worden, wie wichtig für die Bundeswehr die breite Unterstützung und Anerkennung ihrer Auslandseinsätze durch die Bevölkerung ist, und dass die Soldaten mit dem Gefühl in den Auslandseinsatz gegangen seien, "dass unsere Patengemeinde zu uns und unserem Auftrag steht." (Schreiben von Haupt- und Kompaniefeldwebel Sven Walter an Bürgermeister Jerg, veröffentlicht in "Amtsblatt der Stadt Gammertingen" vom 20.05.2010; siehe "Amtsblatt der Stadt Gammertingen" Nr. 20 vom 20. Mai 2010, Titelseite ).

Diese Berichterstattung war für Lebenshaus Schwäbische Alb Auslöser für die Aktion mit einem "Offenen Brief" an Bürgermeister Jerg wegen Unterstützung des Afghanistan-Krieges (siehe "Offener Brief" an Bürgermeister wegen Unterstützung des Afghanistan-Krieges ). Es gibt eine erfreulich große Unterstützung (siehe Offener Brief wegen Unterstützung des Afghanistan-Krieges geht mit 329 Unterschriften an Bürgermeister ). Aber auch heftige Reaktionen (ausführlicher berichten wir in unserer Website darüber und gehen auf verschiedene Fragen ein, siehe: Fragen und Antworten zum Protest gegen Städtepartnerschaft mit Bundeswehreinheit ). Deshalb sind wir weiter auf solidarische Unterstützung angewiesen.

Wer unsere Aktion außer mit einer Unterschrift noch zusätzlich unterstützen möchte, kann dies gerne machen, z.B. mit einem Grußwort bzw. persönlichen Statement zu unserer Aktion. Dies ist eine Möglichkeit zu zeigen, dass hinter der bloßen Zahl an Unterzeichnenden auch konkrete Menschen mit einem Namen und einer eigenen Haltung stehen.

Eine Auswahl von Grußworten bzw. Statements veröffentlichen wir nach und nach hier in unserer Website, sofern wir die Erlaubnis der Verfasser erhalten.

Wir laden Sie / Euch / Dich also dazu ein, uns mit einer Botschaft zu unterstützen und diese bitte zu senden an: info@lebenshaus-alb.de

Grußworte und persönliche Statements

Sepp Rottmayr (München)

Lieber Michael Schmid,

vielen Dank für den Hinweis auf den offenen Brief des Lebenshauses an Bürgermeister Jerg bezüglich der Partnerschaft der Stadt Gammertingen für eine Bundeswehreinheit. Ich bin gerade aus einer internationalen Konferenz für Militärsteuerverweigerer und Friedenssteuerinitiativen aus Norwegen zurückgekehrt, deshalb meine verspätete Antwort.

Als Kind (1936 geboren) habe ich noch die Auswirkungen des Krieges mitbekommen, die weinenden Mütter aus der Nachbarschaft, wenn ihre Söhne getötet wurden, die Bombardierung von München und den Beschuss von FeldarbeiterInnen durch amerikanischen Tiefflieger. Nie wieder muß ein deutscher Mensch eine Waffe tragen, versprach man uns damals. Welch ein Segen wäre das gewesen. Stattdessen bemühen sich heute Bürgermeister um Patenschaften für eine Bundeswehreinheit - unglaublich.

Wie jedes militärische Gewaltpotential ist auch die Bundeswehr eine institutionelle Verneinung der Feindesliebe und damit der Nächstenliebe. Die durch die Bundeswehr umgebrachten und verletzten Menschen in Afghanistan und in Exjugoslawien sowie ihre Tötungswaffen, die Panzer und die automatischen Gewehre sind Zeichen genug dafür. Sollte dies nicht Bürgermeister Holger Jerg und den Stadträten der Stadt Gammertingen zu denken geben?

Herzliche Grüße
Sepp Rottmayr

(09.07.2010)

Ernst-Ludwig Iskenius (Villingen-Schwenningen)

Lieber Michael, liebe Leute vom Lebenshaus,

Eure Aktion, den offenen Brief an den Bürgermeister Jerg zur Bundeswehrpatenschaft, habe ich mit vollem Herzen unterstützt. Dass gerade in letzter Zeit die Bundeswehr verstärkt um Zustimmung, Ansehen und Anerkennung in der deutschen Gesellschaft wirbt und mit viel Geld und Aufwand dafür wirbt, hängt mit der schwindenden Legitimation von ihr zusammen. Dieser Legitimationsschwund hat wiederum seine Ursache in den Auslandseinsätzen, vor allem in Afghanistan. Von daher gibt es, auch wenn Euer Bürgermeister es bestreitet, einen inneren Zusammenhang zwischen solchen Patenschaften und dem Afghanistan-Einsatz.

Der nie erklärte Krieg in Afghanistan fällt mittlerweile auf unsere Gesellschaft zurück: Zum einen sind es die vielen jungen traumatisierten Soldaten, deren Seelen durch diesen Einsatz verwüstet worden sind und die erlebte Gewalt in ihre Umgebung wieder zurückbringen. Sie selbst erleben dadurch Isolation und Ausgrenzung, ihre Familien manchmal eine "Hölle", ihre Freunde eine Entfremdung. Dass bisher dieses Problem gesellschaftlich nicht diskutiert wurde, hängt mit der Tatsache zusammen, dass die Bundeswehr selbst dieses Problem verdrängt, vermieden hat, nicht sehen wollte. Es ist unübersehbar geworden. Ihre Reaktion: vermehrte Werbung in die Gesellschaft rein und Glorifizierung ihres eigenen Tuns.

Als Arzt und Therapeut in diesem Bereich arbeitend kann ich nur feststellen, dass das die falsche Medizin ist und deshalb freue ich mich, dass Ihr die richtige Initiative gestartet habt. Dass Ihr dabei heftige Reaktionen zu erwarten habt, ist klar, umso wichtiger sehe ich meine Aufgabe, Euch dabei den Rücken zu stärken. Solche militaristischen Repräsentationen vor Ort von einer Armee, die sich in einem nie erklärten Krieg befindet, kann nur zum Ziel haben, ihren desaströsen Einsatz, der letztlich scheitern wird, zu beschönigen und um Akzeptanz zu werben. Wehret den Anfängen, deshalb bedanke ich mich ausdrücklich, Euch in dieses gesellschaftliche Munitionsfeld mutig gestürzt zu haben. Ihr solltet wissen, Ihr seid dabei nicht allein.

Herzliche Grüße auf die Schwäbische Alb

Euer Ernst-Ludwig Iskenius
Arzt, ärztlicher Leiter der Kontaktstelle für traumatisierte Flüchtlinge, Refugio VS

(18.07.2010)

Prof. Dr. Arnulf Hopf (Oldenburg)

Betreff: Gammertinger Anti-Afghanistan-Einsatz

Ich habe von Ihrem Einsatz gegen die enge Bindung Ihrer Stadt mit der Bundeswehr erfahren und möchte Ihnen weiteres Durchhalten im Kampf um Entmilitarisierung der Kriegskultur in unserem Land wünschen.

Wenn immer mehr Menschen die Einsicht teilen, dass wir friedliche Mittel und Wege der Interssenauseinandersetzung brauchen, tun sie in Gammertingen bereits einen dafür sehr wichtigen Schritt.

Mit freundlichen Grüßen
Arnulf Hopf

(30.07.2010)

Bernhard Willmer (Herzberg)

Lieber Michael Schmid,

natürlich bin ich schockiert über jede Patenschaft, die zivile Einrichtungen mit dem Militär schließen. Ob das Kommunen sind, die sich wichtig tun wollen mit Öffentlichen Gelöbnissen auf ihren Märkten oder Schulen und Ministerien, die verantwortlich sind für die Erziehung der Jugendlichen und dadurch das Denken dieser jungen Menschen vergiften.

Ich stamme aus der Generation, die von Kindesbeinen gelernt und verinnerlicht hat: "Nie wieder Krieg"! Das bedeutete damals zugleich: "Nie wieder eine Waffe in die Hand"! Es ist unglaublich, wie leichtsinnig und sorglos Menschen wieder an militärische Gewalt glauben können.

Besonders schlimm ist, dass die Verantwortlichen im Staat sich einerseits so gern auf die "christlichen Wurzeln" beziehen, wenn sie "Europa" denken, andererseits aber kein Interesse an der Botschaft Jesu haben, die die Grundlage für eine eigentlich christliche Welt wäre. Mit der Bergpredigt könne man nicht regieren - wie kurzsichtig ist das doch.

Umso mehr bin ich über Euer Engagement erfreut, dass Ihr im Lebenshaus Schwäbische Alb ein wirklich neues Denken in die Öffentlichkeit zu tragen sucht. Das macht Hoffnung!

Ich wünsche darum sehr, dass Eure Bemühungen einen langen Atem haben, immer mehr Menschen bewegen und schließlich Erfolg haben!

Mit herzlichen Grüßen!
Bernhard Willner

(31.07.2010)

Dr. Andrea Metzger (Straßberg)

Hiermit unterstütze ich ausdrücklich den offenen Brief des Lebenshauses mit meiner Unterschrift. Gewählte Bürgermeister oder Mandatsträger haben die Aufgabe, die Interessen der Bürger zu vertreten. Im Falle einer Patenschaft durch eine Stadt im Sinne militärischer Darstellungen und Zweckerfüllungen sehe ich einen eindeutigen Mißbrauch. Solche Gesten befremden mich außerordentlich auch aus persönlichen Gründen. Als Tochter eines Vaters, der geboren 1924, schwersttraumatisiert war ein Leben lang, als Kind in den Rußlandfeldzug eingezogen wurde und viele Jahre in russischer Gefangenschaft ums Überleben kämpfte.

Dr. Andrea Metzger - Mitgründerin des Aktionsbündnisses Freier Heuberg www.freier-heuberg.de

Landgut Untere Mühle

(05.08.2010)

Ralf Resch (Neuss)

Lieber Michael, liebe Leute vom Lebenshaus,

Eure Aktion, den offenen Brief an den Bürgermeister Jerg zur Bundeswehrpatenschaft, habe ich mit vollem Herzen unterstützt.

Nach 1990 war es meine Hoffnung, dass nun die Militärbündnisse des kalten Krieges abgeschafft und die Armeen sowie die Rüstungsausgaben drastisch reduziert würden. Leider hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt. Auf Deutschland bezogen, wurden sogar Kriegseinsätze der Bundeswehr, die nicht der nationalen Verteidigung dienen, von unverantwortlichen Politikern beschlossen.

Der DDR, aus der ich stamme, wurde zu Recht eine Militarisierung des Alltagslebens vorgeworfen. Leider erlebe ich nun ähnliche Tendenzen im wiedervereinigten Deutschland. Die Bundeswehr wirbt für berufliche Perspektiven, die offensichtlich nicht in der Landesverteidigung liegen können (denn niemand bedroht Deutschland militärisch), sondern im Führen von Angriffskriegen im Rahmen der NATO. Gegen den Willen der Mehrheit der Deutschen beschließt der Bundestag eine Verlängerung von Kriegseinsätzen.

Es ist deshalb erforderlich, dieser "Normalisierung" von Kriegseinsätzen deutscher Soldaten und der Verwandlung der Bundeswehr in eine Interventionsarmee entgegenzutreten, so wie ihr es gemacht habt.

Vielen Dank für euer Engagement und herzliche Grüße auf die Schwäbische Alb,

Ralf Resch

(20.07.2010)

Christa Senberg (Zossen)

Guten Tag!

Durch Euer Engagement bin ich auf das Thema "Bundeswehrpatenschaften" aufmerksam gemacht worden. Als erstes habe ich mich gleich erkundigt, ob meine Stadt auch so etwas hat … zum Glück nicht!

Je tiefer ich in dieses Thema einsteige, desto mehr empöre ich mich darüber. Ich habe auch dem Bürgermeister von Gammertingen eine E-Mail geschrieben. Macht weiter so - ihr habt meine volle Unterstützung!

An unserem Haus hängt seit ein paar Monaten ein Transparent, das schon viel Zuspruch in der Öffentlichkeit gefunden hat - ich schicke euch ein Foto mit ( Foto mit Degenhardt-Text ). Pazifisten gibt´s auch in den kleinsten Dörfern!

Friedliche Grüße aus Zossen
von Christa Senberg

(05.08.2010)

Prof. Dr. Klaus Bitzer (Bayreuth)

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich unterstütze den Protest gegen die Patenschaft der Stadt Gammertingen mit der Bundeswehr und die schleichende Militarisierung der Gesellschaft.

Ein weiteres Indiz für den Prozess der Militarisierung ist, dass das bayrische Kultusministerium der Bundeswehr kürzlich die offizielle Genehmigung erteilt hat, an Schulen über den Afghanistan-Krieg zu berichten. Es ist leicht vorstellbar, was für Inhalte den Kindern da aufgetischt werden.

Ihre Aufklärungsarbeit gegen Militarismus und Kriegseinsätze unterstütze ich sehr. Ich bin aus diesem Grund Ihrem Verein beigetreten.

Mit freundlichen Grüßen,

Klaus Bitzer

(13.06.2010)

Prof. Dr. Albert Fuchs (Meckenheim)

Hiermit schließe ich mich dem Offenen Brief an den Bürgermeister von Gammertingen, Herrn Holger Jerg, in Sachen Unterstützung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr an - mit der "persönlichen Botschaft":

Der Glaube an das Militär versetzt Berge
von Menschen unter die Erde!

Mit besten Grüßen
Albert Fuchs

(11.06.2010)

Einige Zeilen von Albert Fuchs zum ersten Massaker und der Einweihung des "Ehrenmals" der "neuen" Bundeswehr Anfang September 2009 befinden sich hier in der  PDF-Datei .

Oliver Henselmann (Köln)

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Oliver Hanselmann, ich bin Heilerziehungspfleger und wohne derzeit in Köln. Da ich aus dem Süden stamme und die Schwalb liebe, kann ich mich Ihrem Anliegen um so herzlicher anschließen.

Ich denke, auch in Herrn Jerg gibt es einen Teil, der weiß, dass das, was er tut, falsch ist. Zu diesem Teil seiner selbst wird er aber keinen Zugang haben, wenn er nur auf die von außen kommenden, den Krieg rationalisierenden Argumente hört und mit diesen sein Handeln rechtfertigt.

(Wie wir Ende Mai gesehen haben, kann Wirtschaftlichkeit sogar für einen Bundespräsidenten als gutes Argument für einen Krieg erscheinen - dradio.de + telepolis :
"…Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ, bei uns durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern."
Und ein weiterer Punkt, der diese Debatte so unsäglich und entsetzlich macht, ist, dass ich persönlich gegen meinen Willen mit verantwortlich gemacht werde, wie die Mehrzahl der Bundesbürger auch.)

Allerdings wird Herr Jerg sehen können, was dieser Teil seiner Person ihm sagen will, wenn er bereit ist, in sich zu gehen: nicht auf das zu hören, was sich aufgrund des sozialen Zusammenhangs, in dem er sich bewegt, zu hören empfiehlt, sondern still zu sein, in sich selbst hineinzuhorchen und sich seinen eigenen Ängsten zu stellen; denn die vermeintlichen Feinde draußen in Afghanistan oder sonst wo in der Welt kommen natürlich nie wirklich von außen, sondern aus dem eigenen Innern.

Dummerweise ist die Wahrscheinlichkeit, dass er einen solchen Weg der Ein-Sicht beschreiten wird, nicht sehr hoch, wie wohl bei den wenigsten Politikern. Und so ist es vermutlich auch mit den meisten von uns, sodass es wohl nicht wirklich verwundern darf, dass wir ausgerechnet diejenigen, die am meisten Angst haben, mit den weitreichendsten Entscheidungsbefugnissen betrauen. Kein Wunder, dass alles immer so anhaltend schief geht.

Mit freundlichen Grüßen,

Oliver Hanselmann

(13.06.2010)

Insa Klingberg (Balingen)

Lieber Michael,

ich möchte auf diesem Weg meine Unterstützung für Eure Aktion gegen die Bundeswehrpatenschaft von Bürgermeister Jerg kundtun.

Die Bundeswehrpatenschaft ist in der heutigen Zeit das schlechteste Zeichen, das man sich vorstellen kann. Mit dieser Patenschaft wird Kriegstreiberei unterstützt. Der sog. "Krieg gegen den Terrorismus", an dem die Bundeswehr an verschiedenen Stellen involviert ist, führt nicht zu einer Reduzierung terroristischer Aktionen, sondern heizt diese Kräfte an.

Liebe Grüße
Insa

(05.08.2010)

Hartmut Hofmeister (Münster)

Liebe Freunde,

Von 2003 bis 2007 habe ich in Afghanistan im Bereich Entwicklungshilfe an der Delegation der Europäischen Union gearbeitet und habe bis 2006 mehrfach EU-finanzierte Projekte in vielen Landesteilen besucht. Danach erlaubte es die Sicherheitslage nicht mehr. Anfang 2007 wurde dann ein Freund von mir der in einem Projekt der Welthungerhilfe arbeitete in einer bis dahin "sicheren" Provinz hingerichtet.

Wie ich waren nahezu alle Mitarbeiter der Delegation seit Beginn des Krieges der Ansicht, dass Krieg die Probleme des Landes niemals würde lösen können. Eure Aktionen zur Beendigung dieses Krieges, zur Aufklärung über den und Kritik am Afghanistaneinsatz der Bundeswehr kann ich daher nur aus vollem Herzen unterstützen. Ich wünsche Euch viel Erfolg und einen langen Atem.

Hartmut Hofmeister (zZt Aethiopien)

Dipl. Betriebswirt, Dipl. Paedagoge - 1983-2009 Taetigkeit im Bereich Entwicklungszusammenarbeit in Kamerun, Aethiopien, Afghanistan und Guyana

(10.08.2010)

Silke und Max Heinke (Freiburg)

Wir beteiligen uns an dem Protest gegen die Patenschaft mit einer Bundeswehreinheit durch die Gemeinde Gammertingen bzw. deren Bürgermeister Herrn Jerg. (Offener Brief)

mit solidarischen Friedensgrüßen
Silke und Max Heinke

Unser Kommentar dazu:

Wir wünschen uns vom Bürgermeister der Gemeinde Gammertingen, Herrn Jerg, er würde auch seine Energie gegen das Töten von Zivilisten und vielen Kindern durch die Besatzungstruppen in Afghanistan einsetzen und gegen diese Massenverbrechen seine Stimme erheben. Ist Herrn Bürgermeister Jerg bekannt, dass die Besatzer in Afghanistan auch Streubomben einsetzen, die von vielen Ländern geächtet werden und international verbotene Waffen sind. Was die politische Provokation betrifft, sei an den Hauptmann von Köpenick erinnert. Diese Geschichte fand großen Anklang damals, weil die deutsche Bürokratie und der herrschende Untertanengeist vorgeführt wurden.

Was haben wir eigentlich in Afghanistan zu suchen? Deutsche Außenpolitik ist Friedenspolitik (Joschka Fischer) und er schritt Bush gehorsamst mit in den Krieg.

Demokratie, Frauenrechte, Terrorbekämpfung, wirtschaftlicher und sozialer Aufbau, wo denn? Dieser Krieg hat mit Lügen begonnen und wird mit Lügen geführt. Die Drogenbarone und Warlords erfreuen sich der Hilfe durch die Besatzungstruppen. Die eigentlichen Ziele werden verschwiegen.

Ex Bundespräsident Köhler hat sich ein bisschen zu weit vorgewagt. Die Wahrheit darf nicht genannt werden. Wir müssten ja vor Scham auf die Knie gehen. Das Volk muss wohl vor der Wahrheit geschützt werden. Krieg ist die höchste Form des Terrors. Das sollten sich die verantwortlichen Politiker und Militärs ins Stammbuch schreiben. Es gibt keinen Grund in der Kritik zurückhaltend zu sein. Vielmehr gilt es den Herrschaften den Spiegel ihres Tuns und ihrer Folgen vorzuhalten.

Die Herren Militärs und die Anhänger ihrer Strategie tun so als wäre Afghanistan unser eigenes Hoheitsgebiet und viele folgen Ihnen kritiklos. Der vorauseilende Gehorsam gegenüber den politischen und militärischen Machtträgern ist wohl wieder üblich in deutschen Amtsstuben. Haben wir schon wieder unsere Scham abgelegt und die Geschichte unserer angezettelten Kriege und Massenverbrechen entsorgt?

Wir machen offensichtlich wieder dort weiter, wo wir einst aufgehört haben. Wir sind wieder wer und können uns auch wieder Kriege leisten.

Und zu was das alles. Um dabei zu sein, wenn das Fell des Bären zerlegt wird. Es ist so jämmerlich und tragisch zugleich, wie und was deutsche Regierungspolitik uns Bürgern wieder präsentiert. Sie regieren in vieler Hinsicht, auch bzgl. des Afghanistankrieges, einfach gegen die Mehrheit der Bevölkerung. So weit ist es gekommen und so weit haben wir es schon kommen lassen. Am Ende: "Wir sollen auch noch den Kakao trinken, durch den sie uns gezogen haben." (Erich Kästner) Dies in Kürze unser doch wohl heftiger Kommentar zu diesen Vorgängen in Gammertingen und in anderen deutschen Landen..

Silke und Max Heinke

(11.08.2010)

Georg Dorn (Berlin)

Ich unterstütze den Offenen Brief an den Bürgermeister Holger Jerg der Stadt Gammertingen mit meiner Unterschrift.

"Am deutsche Wesen soll die Welt genesen!", so lehrte es man mir einmal. Was dabei herauskam, konnte ich mit dem Ende des II. Weltkrieges persönlich erleben.

Nie wieder dürfen deutsche Soldaten für diffuse fremde Interessen auf Kriegsschauplätzen verheizt werden. Kein Krieg der Weltgeschichte hat Menschheitsproblem gelöst, sondern immer nur neue Probleme erzeugt. Darum: Deutsche Soldaten raus aus Afghanistan, raus aus allen Einsatzgebieten wo auch immer.

Ich empfehle dem Bürgermeister der Stadt Gammertingen, Holger Jerg, über die Worte von Johann Gottfried Herder aus "Briefe zur Beförderung der Humanität" nachzudenken. Ich möchte sie ihm ins Stammbuch schreiben:

"Der Krieg….ist ein unmenschliches, ärger als tierisches Beginnen, indem er nicht nur der Nation,die er angreift, unschuldigerweise Mord und Verwüstung androht, sondern auch die Nation, die ihn führt, ebenso unverdient als schrecklich hinopfert. Kann es einen abscheulicheren Anblick für ein höheres Wesen geben als zwei einander gegenüberstehende Menschenheere, die unbeleidigt einander morden? Und das Gefolge des Krieges, schrecklicher als er selbst, sind Krankheiten, Lazarette, Hunger, Pest, Raub, Gewalttat, Verödung der Länder, Verwilderung der Gemüter, Zerstörung der Familien, Verderb der Sitten auf lange Geschlechter….
Lächerlich und verächtlich muss es werden, wenn Einheimische sich über ausländische Angelegenheiten, die sie weder kennen noch verstehen, in denen sie nichts ändern können und die sie gar nichts angehn, sich entzweien, hassen, verfolgen verschwärzen und verleumden. Wie fremde Banditen und Meuchelmörder müssen die erscheinen, die aus toller Brunst für oder gegen ein fremdes Volk die Ruhe ihrer Mitbürger untergraben…."

Georg Dorn, Berlin, 84 Jahre alt

(15.08.2010)

Irene Eckert (Berlin)

Liebe Friedensfreunde in und um Gammertingen!

Als gebürtige Sigmaringerin und Kriegsgegnerin unterstütze ich selbstverständlich Euer Anliegen, die Patenschaft der Stadt Gammertingen mit DER BUNDESWEHR beendet zu wissen und danke für euer Engagement. In der Tat kommt eine solche Patenschaft einer fragwürdigen Eingewöhnung in die Natürlichkeit des Militärischen gleich, nebenbei wird die Tatsache ignoriert, die an anderer Stelle so gerne hervorgehoben wird, dass die Bundeswehr eine Armee im Einsatz und zwar im robusten Einsatz ist, was nichts anderes als Kriegseinsatz meint und zwar gegen ein fernes asiatisches Land, das uns in keiner Weise bedrohlich begegnet ist noch uns angegriffen hat. Es handelt sich also etwa in Afghanistan um einen unprovozierten Kiregseinsatz, der vom Grundgesetz nicht abgedeckt ist. Die Konstruktion des Nato- Verteidigungsfalls, der angeblich durch den "Angriff auf das WTO" am 11. September 2001 eingetreten sei, ist eine windige, völkerrechtlich fragwürdige. Niemand hat je behaupet oder gar bewiesen, das der Angriffsbefehl auf das WTO in Afghanistan unterzeichnet wurde oder von afghanischen Staatsbürgern ausging.

Mit solidarischen Grüßen

Irene Eckert, Studienrätin a. D. 

Erika und Johannes Kraut (Reutlingen)

Liebe Lebenshausfreunde, lieber Michael Schmid,

die in Nr. 66 des Lebenshaus-Rundbriefs berichteten Vorgänge zur "Bundeswehrpartnerschaft" ( Rundbrief 66 ) fordern uns zur Stellungnahme heraus. An dem Berichteten wird exemplarisch deutlich, wie verfestigt "herkömmliches Denken" bei vielen "Amtsträgern" und ihren unkritischen Mitläufern ist, wie gering leider auch die Fähigkeit und vielfach die Bereitschaft bei Verblendeten und Gleichgültigen ist, Bestrebungen der weiteren Militarisierung der Politik und unserer Gesellschaft - mit allen ihren verhängnisvollen Folgen - wahrzunehmen.

Umso wichtiger ist es, dass die von der Arbeit für den Frieden Erfassten alle Gelegenheiten nützen, ihre Überzeugung zur Sprache zu bringen. So gebührt Michael Schmid, den Lebenshausmitarbeiterinnen und -mitarbeitern sowie ihren aktiven Unterstützern Dank und Anerkennung für ihr hohes Engagement. Wir können Euch nur weiterhin ermutigen und bitten, in Eurer so eminent wichtigen Friedensarbeit unvermindert fortzufahren, die wir unterstützen wollen, wo immer es uns möglich ist.

Erika und Johannes Kraut

(11.09.2010)


Siehe ebenfalls:

 

Veröffentlicht am

30. Juli 2010

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