Mit klassischer Musik gegen Atomenergie: “Musikalische Inspektion” auf dem Gelände des Endlagerbergwerks GorlebenBepackt mit Instrumenten und Notenständern haben 60 Musikerinnen und Musiker der Aktionsgruppe "Lebenslaute" am heutigen Samstag um 10:30 Uhr die etwa vier Meter hohe Mauer um das Gelände des geplanten Atommüll-Endlagers in Gorleben überwunden und begannen ein Protest-Konzert mit überwiegend klassischer Musik.
"In der Diskussion um die Atomenergie geht es um das Leben vieler zukünftiger Generationen, aber in der Öffentlichkeit werden die Gefahren nicht entsprechend ernst genommen", so Berthold Keunecke, evangelischer Pfarrer aus Herford und einer der Lebenslaute-Sprecher. "Wir haben die Zäune und Mauern von Gorleben überwunden, um dort wirksam gegen die lebensbedrohende Atomtechnologie protestieren zu können. Wir wollen aufrütteln, provozieren, wollen dramatisieren - und wir stehen, jeder und jede einzeln, für diese Provokation ein." "Die Atomlobby will den Ausbau des Salzstocks Gorleben zum Endlager fortsetzen, obwohl spätestens die Skandale um das Salzbergwerk Asse deutlich gemacht haben, dass auch Gorleben nicht sicher ist", erklärt Katja Tempel, Hebamme und Lebenslaute-Sprecherin aus dem Wendland. "Wir fordern angesichts ungelöster Entsorgung den Stopp der Atommüll-Produktion, also die Stilllegung der Atomkraftwerke. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss forciert werden."
"Diese Musik ist Ausdruck der Lebensenergie verschiedener Generationen. Damit fügt sich unsere Aktion gut in das breite Spektrum des kreativen Widerstandes im Wendland ein", erläutert Katharina Dehlinger, Lebenslaute-Aktivistin aus dem Landkreis Paderborn. "Besser heute kommt lebendige Musik durch die Mauern und Zäune um das Gorlebener Bergwerk als zukünftig tödliche radioaktive Strahlung. Der Salzstock Gorleben ist für eine sichere Atommüll-Endlagerung nicht geeignet. Das Projekt muss beendet werden." Mit der Kombination von Aktionen Zivilen Ungehorsams und überwiegend klassischer Musik macht die "Lebenslaute" schon seit mehr als 20 Jahren auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam. Die Initiative besteht aus politisch aktiven Musikern und Musikerinnen aus dem ganzen Bundesgebiet. Quelle: Lebenslaute - Pressemitteilung vom 08.08.2009. Veröffentlicht amArtikel ausdruckenWeitere Artikel auf der Lebenshaus-WebSite zum Thema bzw. von |
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