Gazastreifen: “Weit und breit ist alles kaputt”Nothilfe von medico international und seinen israelischen und palästinensischen Partnerorganisationen im Gazastreifen
Palestinian Medical Relief Society (PMRS)Täglich entdecken die Mitarbeiter des medico-Partners Palestinian Medical Relief Society (PMRS) neue menschliche Tragödien. "Wir hören täglich von Verwundeten, die in und außerhalb von Gaza trotz der weltweiten Hilfsaktionen an ihren Verletzungen sterben. Viele Hunderte von Menschen werden noch immer vermisst. Ihre Familien leben in Ungewissheit, ob diese noch immer unter den Trümmern begraben liegen, oder ob sie in israelische Gefangenschaft geraten sind. Immer wieder finden wir Familien, die ohne Hab und Gut vor ihren Häusern kauern und sich in einer Art Schockstarre befinden", berichtet der Direktor des PMRS-Nothilfeprogramms Dr. Aed Yaghi. Die vier Basisgesundheitskliniken der PMRS sind wieder voll funktionsfähig: Sie empfangen täglich Hunderte von Patienten. Die Klinik in Jabalia ist nach wie vor 24 Stunden am Tag Die mobilen Kliniken fahren täglich in die am schwersten zerstörten Orte, um möglichst viele Menschen zu erreichen und niemand seinem Schicksal zu überlassen. Sie stehen vor einer riesigen Aufgabe: "Jeder bedarf Hilfe und auch wir selbst - mit all unserer Erfahrung - stehen manchmal ohnmächtig da und hoffen, dass uns persönlich jemand zu Hilfe käme."
Ärzte für Menschenrechte - Israel (PHR-IL)Die Ärzte für Menschenrechte - Israel (PHR-IL) schicken notwendige Medikamente und andere medizinische Hilfsgüter nach Gaza. Darüber hinaus konnten sie mehrere israelische Ärztedelegationen nach Gaza senden. Leider verbieten die israelischen Behörden die Einreise jüdischer Ärzte, sodass nur arabisch-palästinensische Israelis an diesen Missionen teilnehmen können. Schneisen der Zerstörung und TrümmerfelderUm sich einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörungen und den weiteren medizinischen Bedarf zu verschaffen, ist zurzeit der deutsche Arzt Dr. Ralf Syring für medico international im Gazastreifen tätig. Er berichtet: "Es gibt zwei Arten von Zerstörungen. Zum einen die gezielte Zerstörung von ganz bestimmten Gebäuden. Zum anderen die Zerstörungen, dort wo Bodentruppen vordrangen. Die israelischen Panzer haben dort einfach alles niedergewalzt - auch Hühnerfarmen, Häuser, landwirtschaftliche und zivile Infrastruktur. Weit und breit ist alles kaputt. Ein paar verbrannte Häuser stehen noch inmitten einer Mondlandschaft. Bei solchen Angriffen wurden auch sehr viele unbeteiligte Menschen getötet."
Kritik an israelischer Blockade des Gazastreifens
Quelle: medico international - 03.02.2009.
Tsafrir Cohen, 42, ist Repräsentant von medico international in Jerusalem. Er spricht auch im Namen der Palestinan Medical Relief Society und Ärzte für Menschenrechte - Israel. Mehr Informationen unter
www.medico.de
und
Der Jerusalem-Blog von Tsafrir Cohen
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