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Zum Hiroshima-Tag 2008: Ausstieg aus dem Atomzeitalter

Von Michael Schmid

63 Jahre nach den verbrecherischen Atombombenabwürfen auf Hiroshima am 6. August 1945 und Nagasaki am 9. August 1945 erleben wir, wie die Atomwaffenmächte ihre Arsenale optimieren und andere Staaten in den Besitz von Atomwaffen zu kommen trachten. Das Risiko eines absichtlichen oder auch versehentlichen Atomwaffeneinsatzes steigt aber außerordentlich an, wenn einerseits Einsatzmöglichkeiten von Atomwaffen ausgedacht und andererseits immer mehr Staaten und eventuell auch Terroristen und Kriminelle den Besitz der verheerenden Massenvernichtungswaffe anstreben.

Ohne atomare Abrüstung müssen wir mit 20 bis 30 Ländern rechnen, die in den kommenden ein bis zwei Jahrzehnten ihre technischen Fähigkeiten so weit vorantreiben, dass sie ihre zivile Atomenergieproduktion in kurzer Zeit auf ein Atomwaffenprogramm umstellen können. Durch den Betrieb von weltweit rund 440 Atomkraftwerken ist der Teufelskreis der Weitergabe atomarer Energie kaum noch beherrschbar. Um künftige Atomkatastrophen zu verhindern, ist sowohl ein Ausstieg aus der Erzeugung von Atomenergie notwendig, als auch eine völlige Umkehr in der Politik der Atomwaffenstaaten.

Niemand soll sagen können, nicht zu wissen, welche Folgen durch den Einsatz von Atomwaffen oder einen Super-GAU bei einem Atomkraftwerk drohen. Um das Grauenhafte zu verdeutlichen, haben wir auf unserer Website einige ins Deutsche übersetzte Zeugenberichte von überlebenden Opfern der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki veröffentlicht, die jedem Menschen zur Kenntnis gebracht werden müssten (Diese Zeugnisse von Überlebenden finden sich unter:  “Was den Menschen von Hiroshima und Nagasaki Grauenhaftes widerfahren ist” ).

Druck von gesellschaftlicher Basis für Ausstieg aus Atomzeitalter

Es reicht nicht aus, die Beseitigung der tödlichen Zwillinge Atomwaffen und Atomenergie Politikern zu überlassen. Im Gegenteil. Wir müssen weiterhin von der gesellschaftlichen Basis her Druck für einen Ausstieg aus dem Atomzeitalter machen.

Für uns in Deutschland heißt atomare Abrüstung zuallererst: Die noch immer in Büchel stationierten ca. 10-20 US-Atomwaffen müssen abgezogen werden und unser Land muss auf die nukleare Teilhabe verzichten. Dafür ist die Chance groß, denn viele Politikerinnen und Politiker von SPD und Oppositionsparteien fordern derzeit den Abzug aller US-Atomwaffen aus Deutschland. Wenn wir jetzt richtig Druck machen, dann verzichtet Deutschland auf die nukleare Teilhabe - ein wichtiger Anstoß für weltweite Abrüstungsbemühungen! Dafür werden wir u.a. am 30. August am Atomwaffenlager Büchel demonstrieren.

Was den Ausstieg aus der “zivilen” Atomkraftnutzung hierzulande anbelangt, so müssen wir jetzt den Atomausstieg verteidigen, den eigentlich viele von uns für viel zu schlecht gehalten haben. Dennoch ist es wichtig, uns in dieser Sache aktiv einzubringen. Zudem gilt es sich dafür einzusetzen, dass die fossil-atomare Energiewirtschaft abgelöst wird durch konsequente Energieeinsparung, durch Erhöhung der Energieeffizienz und vor allem durch die Nutzung erneuerbarer Energien.

Unsere Alternative lautet also etwas plakativ ausgedrückt: Krieg um Öl oder Frieden durch die Sonne. Eine 100prozentige Energieversorgung über Sonne, Wind, Biomasse, Wasser und Erdwärme ist möglich. Und wer von dezentral erzeugten erneuerbaren Energien lebt, muss nicht rund um die Welt Kriege führen um knappe Rohstoffe und liefert kein Futter für den Bau von Atombomben.

6. August, Hiroshima-Tag: Erinnern, gedenken und vor der eigenen Türe kehren

Anlässlich des 63. Jahrestages des US-Atombombenangriffs auf Hiroshima appellieren 48 Verbände und Initiativen an die deutsche Regierung, sich stärker für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen. Im Rahmen der Kampagne “unsere zukunft - atomwaffenfrei” fordern sie einen klaren deutschen Beitrag zur internationalen Abrüstung: ein Ende der deutschen Teilhabe an US-Atomwaffen, den Ausstieg aus der nuklearen Planung der NATO und vor allem den Abzug der US-Atomwaffen vom Fliegerhorst Büchel. Rund 45 Veranstaltungen gedenken in der Bundesrepublik den Opfern der Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagaski. Die Bandbreite reicht von Mahnwachen, Ausstellungen bis zur Radsportveranstaltung der Pacemakers für eine atomwaffenfreie Welt. Terminübersicht zum Hiroshima- und Nagasaki-Tag:
www.friedenskooperative.de/hir08ter.htm .

Informationen zum Pacemakers-Rundkurs mit einer siebenmaligen Umrundung des Atomwaffenlagers Büchel (Eifel), am 30. August (Streckenlänge von 203 km): www.pace-makers.de ,

Die Kampagne “unsere zukunft - atomwaffenfrei” mobilisiert momentan für eine Großdemonstration (u. a. mit Nina Hagen und Barbara Rütting) und für ein Aktionscamp vor dem Atomwaffenlager Büchel am 30. August 2008. Nähere Informationen unter: 
www.atomwaffenfrei.de .

Veröffentlicht am

04. August 2008

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