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1,5 Millionen mehr Arbeitsplätze im Umweltsektor möglich - Umweltverbände übergeben Studie an Gabriel

Wenn die Bundesregierung entsprechende Rahmenbedingungen schafft, kann durch ökologische Innovationen die Zahl von heute 1,5 Millionen Beschäftigten im Umweltbereich bis 2020 verdoppelt werden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Bundesumweltminister Sigmar Gabriel heute von Angelika Zahrnt, Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), in Berlin erhielt. Die Analyse mit dem Titel "Umwelt und Beschäftigung 2006" ist ein Gemeinschaftswerk vom BUND, dem Deutschen Naturschutzring (DNR) und dem Naturschutzbund NABU.

"Der Umweltschutz ist ein bedeutender und stabilisierender Faktor für den deutschen Arbeitsmarkt geworden. Rund vier Prozent aller Beschäftigten arbeiten heute in diesem Bereich. Das sind mehr als zum Beispiel in der Automobilindustrie. Und das Potential ist längst nicht ausgeschöpft. Unsere Studie zeigt: Wenn die Bundesregierung zum ökologischen Innovationsmotor wird, werden im Jahr 2020 drei Millionen Menschen im Umweltschutz arbeiten können", sagte die BUND-Vorsitzende.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: "Die wirtschaftlichen und beschäftigungspolitischen Effekte des Umweltschutzes sind beeindruckend. Die Zahlen zeigen einmal mehr, dass es sich beim Umwelt- und Ressourcenschutz um Wachstumsmärkte mit enormen Potenzialen handelt. Klimaschutz, Energie- und Ressourceneffizienz oder nachhaltige Mobilität sind längst nicht mehr nur ökologische Herausforderungen, sondern auch ökonomische Zukunftsthemen. Mit einer anspruchsvollen und berechenbaren Umweltpolitik werden wir auch weiterhin die Rahmenbedingungen für Wachstum, Beschäftigung und Innovationen sichern."

Hubert Weinzierl, Präsident des DNR: "Deutschland wird in der Welt zwar als Öko-Vorreiter gesehen, die Umweltzerstörung beispielsweise durch den hohen Öl- und Kohleverbrauch geht aber auch bei uns weiter. Ressourcen schonen und gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen - das muss die Devise der Zukunft sein. Deshalb brauchen wir ein Gesetz, das bei der Wärmeerzeugung den Ersatz von Öl und Gas durch erneuerbare Energien gezielt fördert und so einen dem Erneuerbare-Energien-Gesetz vergleichbaren Boom auslöst."

Prognosen besagen, dass 2020 weltweit 250 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investiert werden. Die heimische Wirtschaft und der deutsche Arbeitsmarkt könnten davon in hohem Maße profitieren. Wenn die Bundesregierung das Potential der Erneuerbaren im Strom- und im Wärmesektor voll ausschöpfe, könnten bis dahin allein durch den Ausbau von Wind-, Sonnen- und Biomasseenergie 500000 Arbeitsplätze in Deutschland vorhanden sein. Ein noch größeres Arbeitsplatzpotential habe die Verbesserung der Ressourceneffizienz bei Produkten und Dienstleistungen. Bis zu einer Million Beschäftigungsverhältnisse wären in diesem Bereich längerfristig möglich.

Olaf Tschimpke, NABU-Präsident: "Der Ökolandbau schafft derzeit 35 Prozent mehr Arbeitsplätze als die industrielle Landwirtschaft. Das Arbeitsplatzpotential liegt nur bis 2010 bei 160.000 neuen Beschäftigungsverhältnissen. Eine Agrarwirtschaft nach den Kriterien des Tier- und Naturschutzes eröffnet vielen Landwirten erst wieder eine Zukunft."

Die Studie "Umwelt und Beschäftigung 2006" sowie eine Zusammenfassung ist unter http://www.umweltbeschaeftigt.de erhältlich.

Quelle: BUND - Pressemitteilung vom 29.06.2006

Veröffentlicht am

30. Juni 2006

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