Date: February 25th 2007

==== Lebenshaus-Newsletter ===============================================

Ökumenische Erklärung
von Christinnen und Christen aller Konfessionen
zu Militärdoktrinen
im Dienste nationaler Wirtschaftsinteressen
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Liebe Freundinnen und Freunde,

es mehren sich die besorgten Stimmen, die von einem bald bevorstehenden, umfassenden Luftkrieg der Vereinigten Staaten gegen den Iran ausgehen. Die Flugzeugträger Stennis und Eisenhower sind bereits vor Irans Küsten stationiert. Laut Guardian vom 10. Februar ist ein dritter Flugzeugträger in Richtung Persischer Golf unterwegs. Die drei Flugzeugträger und ihre Verbände verfügen über Waffen, die ausreichen, um die gesamte militärische und zivile Infrastruktur Irans, einschließlich Brücken, Autobahnen, Elektrizitätskraftwerken, Raffinerien, Wasserversorgungseinrichtungen, vollständig zu zerstören. Zur Abwehr iranischer Raketen gegen US-Kriegsschiffe wurden im Südirak Patriot-Raketen stationiert.

Namhafte Experten wie Sam Gardiner, Seymour Hersh und Daniel Elsberg wenden sich seit Wochen mit alarmierenden Appellen gegen einen neuen Krieg der US-Regierung. Am 4. Februar warnten drei ehemalige Kommandanten des US-Militärs in der Sunday Times eindringlich vor den katastrophalen Folgen eines Militärschlages. Ähnlich äußerte sich in München auch der ehemalige Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clarke.

Wir sollten uns unbedingt mit diesem brisanten Thema befassen, bevor es zu spät ist. In diesem Newsletter befinden sich dazu verschiedene Texte, unter anderem auch den offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel "Krieg gegen den Iran verhindern!", ein dringender Appell, der auf die Initiative von Mohssen Massarrat zurückgeht. Und wir sollten handeln! Öffentlichkeit herstellen, Schreiben an Frau Merkel, Protestveranstaltungen organisieren, ...


Schulkinder

Wie weit ist es von Guernica nach Man Quang
Von Washington nach Berchtesgaden
Von München nach Prag
Von Berlin und Moskau nach Warschau?
Wie weit war es von Guernica nach München?

Ein Jahr und fünf Monate
Das ist nicht sehr weit

Wie weit war es von Guernica nach Warschau
Von Hitler bis zu wem und zu welchem Land?

Von Saigon nach Hanoi so weit wie von Berlin nach Kiew
Oder von Münster hinunter nach Guernica

Ich habe Guernica gesucht auf der Karte
Weil ich mir Mang Quang anders nicht vorstellen kann

Was haben die Schulkinder von Mang Quang gelernt von den Bomben?
Was haben wir gelernt von den Schulkindern von Man Quang?
Was haben wir gelernt von Guernica und von Polen
Von Coventry Stalingrad Dresden Nagasaki Suez und Sakiet?

Daß es gar nicht so weit ist
Oder daß es noch nicht so weit ist
Oder daß es gar nicht so weit kommen kann?

Die Eltern nahmen die Kinder in ihren Särgen
Um sie hinzutragen zu den Soldaten
Sie wurden von den Soldaten zurückgeschlagen
Und trugen die Särge wieder nach Mang Quang

(Erich Fried)


Shalom Salaam Pace
Euer / Ihr
Michael Schmid


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Inhaltsübersicht
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I. Artikel

:: 01. Krieg gegen den Iran verhindern!

:: 02. Iran im Fadenkreuz: Washington bereitet eine neue Konfrontation vor

:: 03. Was nützt Bush der Iran?

:: 04. Die Israelis vorschicken

:: 05. Ein Tornado für die deutsche Politik

:: 06. Vom Zeitgeist eingenebelt

:: 07. Dogmen statt Bunker brechen

:: 08. In Mannheim inhaftiertem US-Soldaten Agustín Aguayo erneut Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer versagt

:: 09. 20 Jahre Archiv Aktiv e.V. für gewaltfreie Bewegungen

:: 10. "Love-in" für den Frieden

:: 11. Mekka entgegen

:: 12. USA - Iran: Starke Stücke

:: 13. Putins Ärger über USA verständlich

:: 14. Militärindustrieller Komplex: Hegemonialinteressen und strukturelles Chaos

:: 15. "Pionierexpress" gegen Streubomben

:: 16. Hungrige Rebellen und Sahne-Eis

:: 17. Grenzwertige Freiheit

:: 18. Zweifel von Anfang an

:: 19. "Stalking" in Deutschland künftig strafbar

:: 20. 100 Tage nach dem IMK-Bleiberechtsbeschluss: Bislang kaum Aufenthaltserlaubnisse erteilt


II. Hinweise

III. Veranstaltungstermine

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I. Artikel

:: 01. Krieg gegen den Iran verhindern!

Verschiedene Friedenswissenschaftler/innen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben Dank einer Initiative von Mohssen Massarrat (Uni Osnabrück) einen Brief an die Bundeskanzlerin und derzeitige EU-Präsidentin, Frau Merkel, geschrieben. Darin bringen sie ihre die große Sorge zum Ausdruck, dass die USA bald einen Luftkrieg gegen den Iran führen könnten. Ein Angriff auf den Iran, so die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, würde den gesamten Nahen und Mittleren Osten in ein Chaos stürzen mit schweren politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf die gesamte Welt. Deutschland und die EU müssten alles daran setzen, einen solchen Krieg zu verhindern. Originalfassung des offenen Briefes.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004241.html


:: 02. Iran im Fadenkreuz: Washington bereitet eine neue Konfrontation vor

Indem sie die iranische Regierung auf "höchster Ebene" beschuldigen, raffinierte, moderne Straßenrandbomben (in den Irak) geliefert zu haben, rücken die USA einem Krieg mit dem Iran näher. Durch solche Bomben wurden 170 US-Soldaten getötet, 620 verletzt. Die Vorwürfe gegen den Iran erinnern - in Glaubwürdigkeit und Tonfall - an die Vorwürfe der US-Regierung vor vier Jahren, als es um angebliche Massenvernichtungswaffen im Iran ging. Damals sollten die Vorwürfe den Irak-Einmarsch 2003 rechtfertigen. Von Patrick Cockburn.
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:: 03. Was nützt Bush der Iran?

Seit Tagen hat sich die US-Regierung darauf versteift: Iran trägt die Hauptverantwortung für das Chaos, den Bürgerkrieg und den Tod vieler US-Soldaten im Irak. Teheran gewähre islamistischen Milizen nicht nur ideellen und logistischen Beistand, sondern sorge auch für den Nachschub an Waffen, gibt sich Präsident Bush überzeugt - es sei an der Zeit zu handeln. Wegen des iranischen Nuklearprogramms sowieso. Von Konrad Ege.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004244.html


:: 04. Die Israelis vorschicken

Schlag gegen Teheran: Die niederländische ING-Bank geht davon aus, dass es bereits in den nächsten Wochen eine Blitzattacke gibt. Von Jürgen Elsässer.
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:: 05. Ein Tornado für die deutsche Politik

Das Volk, der große Lümmel, ist noch nicht so weit, dem Rasen in eine Sackgasse willig zu folgen. Es muss noch besser darüber aufgeklärt werden, warum nicht etwa die Amerikaner sich der ISAF-Strategie annähern, sondern alle andern willig mit ins gefährliche Boot von Enduring Freedom steigen sollen. Also auf zur großen Offensive - mit Tornados über den Klüften des Hindukusch! Keiner soll ausscheren, schon gar nicht die Deutschen. Je näher das Afghanistan-Desaster rückt, desto mehr sollen alle darin verwickelt sein. Von Friedrich Schorlemmer.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004234.html


:: 06. Vom Zeitgeist eingenebelt

Die Bundesregierung hat entschieden, das militärische Engagement in Afghanistan zu verstärken. Mit dem Tornado-Einsatz wird die Bundeswehr definitiv zum Kombattanten gegen die Widerstandsfront im Süden und Osten, die sich nicht nur aus Taliban rekrutiert. Verteidigungsminister Jung (CDU) befürwortet zudem eine enge Kooperation mit der US-geführten Operation Enduring Freedom. Das bisherige Mandat ist Makulatur - im März wird der Bundestag darüber zu befinden haben. Eine Entscheidung für einen Tornado-Einsatz stellt aber einen Verstoß gegen Grundgesetz und NATO-Vertrag dar. Von Lutz Herden.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004236.html


:: 07. Dogmen statt Bunker brechen

Wenn Terrorismus gemeinhin bedeutet, unschuldige Menschen für politische Ziele zu opfern, dann erfüllt das Töten von Zivilisten in Afghanistan aus dem Cockpit eines Kampfjets den Tatbestand des Staatsterrorismus. Was dieses Land stattdessen braucht, ist ein tragfähiges Konzept für friedliche Entwicklung und Wiederaufbau - Ökonomie und Bildung statt Granaten. Wie das funktionieren könnte, bezeugt ein jüngst vorgestelltes "Terror-Stopp Pilotprojekt" (TSPP), das der erfahrene Afghanistan-Kenner Christoph Hörstel konzipiert hat. Von Jürgen Rose.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004231.html


:: 08. In Mannheim inhaftiertem US-Soldaten Agustín Aguayo erneut Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer versagt

Am vergangenen Freitag, den 16. Februar 2007, lehnte das Berufungsgericht in Washington D.C. Agustín Aguayos Klage gegen die Ablehnung seines Kriegsdienstverweigerungsantrages ab. Den Antrag hatte er bereits im Februar 2004 gestellt. Obwohl seine direkten Vorgesetzten bestätigten, dass Aguayo glaubwürdig sei und eine Anerkennung befürworteten, wurde sein Antrag im August 2004 vom Militär abgelehnt. Dagegen hatte er Klage eingereicht.
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:: 09. 20 Jahre Archiv Aktiv e.V. für gewaltfreie Bewegungen

Seit 1987 sammelt das "Archiv Aktiv" in Hamburg Quellen zur Geschichte, Theorie und Praxis gewaltfreier Aktionen. Am 4. Februar 2007 feierten Mitglieder und Unterstützer in Hamburg dieses Jubiläum. Als Gastredner berichtete René Leudesdorff von der Besetzung des von den Briten militärisch genutzten Helgolands im Dezember 1950. Dies war eine der ersten gewaltfreien Aktionen nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004239.html


:: 10. "Love-in" für den Frieden

Sie treffen sich um 10 Uhr vor dem Nord-Tor zum "Love-in for Peace". Am Valentinstag, dem Tag der Liebenden, blockieren die "Rentner für den Frieden" den Marinestützpunkt Royal Navy's Faslane in Schottland, wo die Atom-U-Boote stationiert sind. Mit der Losung: "Für Eure Kinder und Kindeskinder: Nein zu Trident!", protestieren sie gegen die geplante Umrüstung der britischen Atomwaffen. Rund 25 Mrd. Pfund (etwa 37 Mrd. Euro) will die Regierung ausgeben, um die gegenwärtige Nuklearstreitmacht Großbritanniens zu modernisieren. Die vier mit je 16 atomaren Trident-D5-Raketen ausgerüsteten U-Boote sollen im Verlaufe der kommenden zwei Jahrzehnte durch eine neue Generation ersetzt werden. Von Wolfgang Kötter.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004229.html


:: 11. Mekka entgegen

Warum sollen die Palästinenser das Existenzrecht Israels als jüdischem Staat anerkennen? Ich bin ein israelischer Patriot, und ich bedarf niemandes Anerkennung des Rechts meines Staates zu existieren. Mir reicht es vollkommen, wenn jemand bereit ist, mit mir Frieden zu schließen, und zwar auf der Grundlage von gemeinschaftlich ausgehandelten Bedingungen und Grenzziehungen. Ich bin bereit, die Geschichte, Ideologie und Theologie dieser Materie den Theologen, Ideologen und Historikern zu überlassen. Von Uri Avnery.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004233.html


:: 12. USA - Iran: Starke Stücke

Der Sprecher des State Department in Washington hat gewiss die Aufgabe, seine Dienstherrin zu verteidigen. Was der gegenwärtige Sprecher, Tom Casey, jetzt äußerte, geht über die Aufgabe weit hinaus. Die Nachricht über Bereitschaft des Iran, mit den USA über alles zu reden, wertete er ab: Eine Fingerübung des Schweizer Botschafters in Teheran. Das ist das starke Stück Nr. 1. Die Schweiz nimmt die Interessen der USA im Iran wahr, weil es keine direkten diplomatischen Beziehungen gibt. Diese Vermittlerrolle ist vernichtet, wenn der Vermittler derart abgetan wird. Von Karl Grobe.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004228.html


:: 13. Putins Ärger über USA verständlich

Otfried Nassauer, Direktor des Informationszentrums für Transatlantische Sicherheit, hält die amerikanischen Pläne für ein Raketenschutzschild in Osteuropa für voreilig. "Da werden Milliarden investiert für etwas, wo noch nicht klar ist, ob es die Bedrohung, gegen die es errichtet wird, je geben wird", sagte Nassauer. Von Langstreckenraketen sei der Iran "noch relativ weit entfernt".
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004240.html


:: 14. Militärindustrieller Komplex: Hegemonialinteressen und strukturelles Chaos

Der Militärindustrielle Komplex (MIK) in den USA ist ein gigantisches Netzwerk und umfasst zunächst die Rüstungsindustrie mit fünf Großkonzernen, die aufgrund ihrer Dominanz und ihres direkten Einflusses auf das Pentagon als einzigem Waffenkäufer einen echten Wettbewerb nicht zu befürchten haben und den Markt oligopolistisch unter sich aufteilen. Das Netzwerk ist seit Beginn des Kalten Krieges in der einzigartigen Position, die Rolle der USA in der Weltpolitik maßgeblich zu beeinflussen. Von Mohssen Massarrat.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004227.html


:: 15. "Pionierexpress" gegen Streubomben

In Norwegens Hauptstadt kommen heute Vertreter von mehr als 40 Regierungen und internationalen Organisationen zur "Oslo Conference on Cluster Munitions" zusammen, begleitet werden sie von hunderten Aktivisten der Internationalen Kampagne gegen Streumunition ("Cluster Munition Coalition"- CMC). "Wir müssen jetzt konkrete Maßnahmen ergreifen, um dem großen menschlichen Leiden ein Ende zu setzen, das durch Streumunition verursacht wird", sagt Gastgeber, Außenminister Jonas Gahr Støre, "und wir sind froh darüber, dass immer mehr Menschen ein internationales Verbot von Streumunition fordern, die unannehmbare humanitäre Konsequenzen hat. Norwegen übernimmt jetzt eine führende Rolle, um ein solches Verbot zu erreichen." Von Wolfgang Kötter.
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:: 16. Hungrige Rebellen und Sahne-Eis

Die dritte Welt wird uns step by step aufrollen. Und sie wird alles moralische Recht dazu haben. Es ist nur eine Frage der Zeit. Von Daniela Dahn.
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:: 17. Grenzwertige Freiheit

Deutschland als ökologischer Vorreiter ist ein Märchen, das seine Zeit hatte. In der EU ist das Land der große Gegenspieler ökologischer Anstrengungen. Zuletzt wurde der Brüsseler Kommission vom Merkel-Kabinett ein Kompromiss aufgenötigt, der die Interessen der deutschen Autoindustrie wahrt. Bei einem Streitpunkt, den Grenzwerten des Schadstoffhandels mit Zertifikaten, gab man nach. Im Gegenzug dürfen die Autounternehmer bei dem Wert bleiben, den sie vor Jahren schon als ihre "Selbstverpflichtung" ausgestellt hatten, ohne wirklich etwas dafür zu tun. Der Streit um Schadstoffe macht deutlich: Das Autoproblem meldet sich zurück. Von Michael Jäger.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004232.html


:: 18. Zweifel von Anfang an

Verdrängung total: Wer als Ausweg aus der Klimakatastrophe die Laufzeitverlängerung der Reaktoren oder gar Reaktorneubauten fordert, muss sagen können, wohin mit den strahlenden Abfällen, die für eine Million Jahre sicher von der Biosphäre abgeschirmt werden müssen. Vor 30 Jahren begann im ehemaligen Zonenrandgebiet bei Gorleben die Erkundung eines Endlagers für Atommüll, eine Suche ohne Ende. Von Wolfgang Ehmke.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004245.html


:: 19. "Stalking" in Deutschland künftig strafbar

Nach jahrelanger kontroverser Diskussion in Politik und Rechtswissenschaft hat der Bundesrat im Februar endgültig einem Gesetz zugestimmt, das die in den vergangenen Jahren unter dem Begriff Stalking bekannt gewordene Gewalt zum Strafbestand erhebt. Einem Täter, der jemandem nachstellt, drohen damit bis zu drei Jahre Haft. In besonders schweren Fällen - wenn Gesundheit oder Leben des Opfers in Gefahr sind, oder der Betroffene zu Tode gekommen ist - können bis zu zehn Jahre Haft verhängt werden. Allerdings wird das neue Anti-Stalking-Gesetz kein Allheilmittel sein können. Von Michael Schmid.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004246.html


:: 20. 100 Tage nach dem IMK-Bleiberechtsbeschluss: Bislang kaum Aufenthaltserlaubnisse erteilt

Drei Monate nach Verabschiedung des Bleiberechtsbeschlusses durch die Innenministerkonferenz zieht die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge PRO ASYL eine erste Bilanz. Sie fällt schlechter aus als selbst Skeptiker es erwarten konnten. Bislang sind kaum Aufenthaltserlaubnisse erteilt worden. Die Mühlen der Bürokratien von Länderverwaltungen, Ausländerbehörden und Arbeitsagenturen mahlen langsam. Vergeudet wird die kostbare Zeit der Menschen, die eine Aufenthaltserlaubnis nach dem Bleiberechtsbeschluss beantragt haben.
>> http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004248.html


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II. Hinweise

:: Sagen Sie Nein zur Entsendung deutscher Tornados - Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan beenden

Am 9. März wird der Bundestag voraussichtlich darüber abstimmen, ob deutsche Aufklärungstornados nach Afghanistan entsendet werden sollen. Seit über fünf Jahren ist die Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz, sowohl im Rahmen der ISAF-Mission als auch im Rahmen der Operation "Enduring Freedom". Afghanistan ist seitdem nicht friedlicher geworden, was Kritiker nicht überrascht. Im Gegenteil. Das zunächst auf Kabul und nur wenige Teile des Landes vorgesehene militärische Engagement wird immer mehr ausgeweitet, ISAF und "Enduring Freedom" vermischen sich immer mehr. Um die erstarkten Taliban zu bekämpfen, spricht die NATO offen von einer ISAF-Frühjahrsoffensive im Süden des Landes. Mit einer Entsendung deutscher Aufklärungstornados würde die Bundeswehr aktiv in Kampfeinsätze eingebunden. Es ist jetzt Zeit, dem Militäreinsatz ein Ende zu setzen und über eine neue Afghanistan-Strategie mit allen politischen und diplomatischen Mitteln nachzudenken. Der seit über fünf Jahren andauernde
Krieg führt zunehmend zu einem zweiten Irak und muss umgehend beendet werden. Überzeugen Sie Ihre Wahlkreisabgeordneten von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen sowie die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien, sich gegen die Entsendung von deutschen Aufklärungs-Tornados auszusprechen, als ersten Schritt zum Abzug aller Soldaten aus Afghanistan.
Je mehr Menschen sich an der Mailaktion beteiligen, desto größer wird die Chance, die Zustimmung im Bundestag zu verweigern. Die Aktion ist eingebettet in viele weitere Aktivitäten der Friedensbewegung gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr, u.a. unter dem Motto "Jedes Ziel ist ein zuhause".
Eine Initiative der DFG-VK mit Unterstützung von: IPPNW, Informationsstelle Militarisierung e.V., Kooperation für Frieden, Netzwerk Friedenskooperative, Arbeitsgemeinschaft Frieden Trier und Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.
>> http://www.schritte-zur-abruestung.de/email-aktion.php


:: Der türkisch-kurdische Konflikt. Zivile Konfliktbearbeitung - Gewalt- und Kriegsprävention - Zweites Dossier des Monitoring-Projekts vorgelegt

Aus der Strategiekonferenz der "Kooperation für den Frieden" am 21./22. Januar 2006 in Hannover zu "Zivile Konfliktbearbeitung in der Außen- und Sicherheitspolitik" ist das Monitoring-Projekt "Zivile Konfliktbearbeitung - Gewalt- und Kriegsprävention" hervorgegangen. Monitoring wird hier im Sinne von "Mahnen" gebraucht und nicht im gegenwärtig oft gebräuchlichen Sinne des Beobachtens und Überwachens. Der Begriff wird nicht neutral in Hinblick auf militärische Einsätze benutzt, sondern zielt darauf ab, Krieg zu überwinden und eine zivilisierte Form des Konfliktaustrages zu betreiben. Eine erste inhaltliche Ausarbeitung mit alternativen Vorschlägen zum Umgang Konfliktaustrag wurde mit dem Dossier zum Iran-Konflikt "Dossier I: Der Iran-Konflikt" vorgelegt. Mit dem nun vorgelegten zweiten Dossier des Monitoring-Projekt von Andreas Buro zum türkisch-kurdischen Konflikt werden Wege zu einer zivilen, friedlichen Lösung des Konflikts aufgezeigt. Anders als im Iran-Dossier ist ein "Fa
hrplan" für die zivile Konfliktbearbeitung dem Text beigefügt. Weitere Informationen zum "Monitoring-Projekt" der "Kooperation für den Frieden" finden sich hier
>> http://www.koop-frieden.de


:: Protestaktion: Credit Suisse bringt Tropenwaldzerstörer an die Börse

Die Schweizer Bank Credit Suisse bringt die malaysische Holzfirma Samling, die unter anderem für die Abholzung großer Teile bewohnter Urwälder verantwortlich ist, in Hong Kong an die Börse. Der Verkauf der Aktien beginnt am 23. Februar, offizieller Handelsbeginn ist der 7. März. Samling erwartet 280 Millionen US-Dollar von diesem Börsengang und will damit weiter expandieren. Der Bruno Manser Fonds und die Erklärung von Bern fordern die Credit Suisse auf, von der Organisation des Börsengangs der malaysischen Samling-Gruppe zurückzutreten und ihre Geschäftsbeziehungen mit Samling abzubrechen.
>> http://www.regenwald.org


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III. Veranstaltungstermine

:: 01./02.03.2007 in Wiesbaden: Konferenz gegen die EU-Militarisierung

Ein breites Bündnis von Organisationen der Friedensbewegung, Gewerkschaften und Parteien kündigt für den 1. und 2. März antimilitaristische Protestaktionen in Wiesbaden an. Hintergrund: An diesen beiden Tagen treffen sich in der hessischen Landeshauptstadt die EU-`Verteidigungsminister` auf Einladung von Bundes`verteidigungsminister` Franz Josef Jung. Bei diesem Treffen wird es um weitere Verabredungen für weltweite Kriegseinsätze sowie die weitere Aufrüstung und Militarisierung Europas gehen. Dieses Treffen ist Ausdruck für die Rolle, die die Bundesrepublik mittlerweile in diesem Prozess spielt. Organisationen der Friedensbewegung und anderer sozialen Bewegungen protestieren gegen dieses Kriegsvorbereitungstreffen. Mit einer Konferenz gegen die EU-Militarisierung sollen zeitgleich verschiedene Fragen diskutiert werden.
Infos >> http://friedenskonferenz.dfg-vk-mainz.de


:: 04.03.2007 - 12.00 Uhr in der Erlöserkirche in Stuttgart: AMOS-Preis-Verleihung an Major Florian Pfaff

Der AMOS-Preis der OFFENEN KIRCHE für Zivilcourage in Kirche und Gesellschaft wird an Major Florian Pfaff, München, verliehen. Die Laudatio hält der Journalist und diplomatische Korrespondent mehrerer Medien bei der UNO, Andreas Zumach, Genf. Florian Pfaff wird gewürdigt für den Mut und die Beharrlichkeit, den Gehorsam zur Mitwirkung am Irak-Krieg zu verweigern. Trotz angeordneter psychiatrischer Untersuchung, gegen massiven Druck seiner Vorgesetzten, trotz Degradierung und drohender fristloser Entlassung erzielte er erfolgreich einen letztinstanzlichen Freispruch vor dem Bundesverwaltungsgericht. Florian Pfaff hat damit für Soldaten das Recht erstritten, gezielt im Fall von verwerflichen Befehlen (Vergehen und Verbrechen) den Gehorsam auch aus Gewissensgründen verweigern zu dürfen, gemäß Art. 4, Abs. 1 des Grundgesetzes. Obwohl das Urteil ihm Rehabilitierung zuspricht, versucht die Bundeswehr noch immer, Soldaten wie ihn in Angriffskriege zu zwingen, übt auch auf Florian Pfa
ff noch Druck aus, dem er aber nicht nachgibt. Mehr >> http://www.offene-kirche.de


:: 23./24.03.2007 - Evangelischen Akademie Bad Boll: Serbien und Kosovo. Gemeinsamkeiten und Differenzen auf dem Weg nach Europa

Ein Dialog über kulturelle Identitäten in Serbien und Kosovo. Offizielle Positionen und Meinungen in der Zivilgesellschaft. Europäische Perspektiven für die Region.
Infos >> http://www.ev-akademie-boll.de


:: 27.03.2007 im Ökumenischen Zentrum in Berlin-Spandau : Israel - Palästina: Bestandsaufnahme und Perspektiven

Dr. Reiner und Judit Bernstein (München) sind Initiatoren der sogenannten Genfer Initiative, die in längeren Verhandlungen mit moderaten politischen, militärischen und zivilgesellschaftlichen Vertretern beider Seiten vor 3 1/2 Jahren einen Friedensvertrag formuliert und von diesen unterschreiben ließen. Dieser "Genfer Friedensvertrag" ist ein "Stachel im Fleisch" der israelischen Regierung, weil er zeigt, dass bei gutem Willen Frieden möglich ist bis hin zur Lösung so strittiger Fragen wie die Rolle Jerusalems als palästinensischer Hauptstadt und die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge. Diese Veranstaltung ist die erste einer Veranstaltungsreihe zum Thema "Israel - Palästina: Verhandlungen - Rückzug - Frieden", in der in monatlichen Vorträgen prominente deutsche und internationale Gäste sprechen werden, u.a. Prof. Dr. Rolf Verleger, Gideon Levy (Israel), Dr. Bahman Nirumand, Prof. Sumaya Farhat-Naser (Palästina). Bereits am 27.02.2007 um 11 Uhr wird die Foto-Ausstellun
g "Palästina - Alltag unter Besatzung" (von Salah Kanaan und Anja Zückmantel) eröffnet, die bis zum 05.04.2007 montags bis freitags von 14 - 18 Uhr zu besichtigen ist.
Mehr >> http://www.oekumenischeszentrum.de/


:: 28./29.03.2007 - Faslan (Schottland): Aktion für eine atomwaffenfreie Zukunft in Schottland - Einladung zu Faslane365

Am 1.Oktober 2006 hat die 365-tägige gewaltfreie Blockade der britischen Atom U-Boot Basis Faslane in Schottland begonnen! Die Aktion fordert die endgültige Abrüstung der britischen Atomwaffen. Viele aktive und engagierte Menschen aus verschiedenen Bewegungen aus aller Welt, setzten sich mit dieser einmaligen Aktion für ihre Visionen einer gerechten und friedlichen Zukunft ein. Die Gewaltfreie Aktion Atomwaffen Abschaffen (GAAA) möchte sich mit einer Gruppe aus Deutschland daran beteiligen. Im Vorfeld werden Vorbereitungstreffen stattfinden. Kontakt für Fragen, Anregungen, mehr Informationen und Unterstützung: Stephanie Astner, faslane365@gmx.de, 030-65702187
Mehr Infos: http://www.gaaa.org/international.htm und http://www.faslane365.org


:: 29.03.2007 - 19.30 Uhr Bonhoeffer-Haus in Karlsruhe: Kleine Waffen - GROSSE WIRKUNG

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zu Kleinwaffen und Rüstungsexporten mit Jürgen Grässlin, Freiburg, Bundessprecher der DFG-VK und Sprecher des Deutschen Aktionsnetzes Kleinwaffen Stoppen (DAKS); Autor zahlreicher Bücher über die Rüstungs- und Automobilindustrie. VA: Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (Deutscher Zweig der War Resisters International); Arbeitsstelle Frieden (Evang. Landeskirche Baden), Frauen für Frieden, Friedensbündnis Karlsruhe, Internationaler Versöhnungsbund, Pax Christi, Werkstatt für Gewaltfreie Aktion. Kontakt: Sonnhild und Ulli Thiel, Alberichstr. 9, 76185 Karlsruhe, Tel. 0721-552270, eMail: suthiel@t-online.de


:: 13.-15.04.2007 in der Evangelischen Akademie Arnoldshain: Verantwortung für den Frieden im Nahen Osten - Lernen von Innovatoren

Gemeinsamen Tagung von Dietrich-Bonhoeffer-Verein (dbv), Martin-Niemöller-Stiftung (MNS) und Arbeitskreis "Kirche und Israel" in der EKHN. Nähere Auskünfte: Dr. Karl Martin, eMail karl.martin@dietrich-bonhoeffer-verein.de ,
Programm >> http://www.dietrich-bonhoeffer-verein.de/html/


:: 16.04.2007 - 19.30 Uhr im JUBEZ in Karlsruhe: Die kommenden Kriege - und wie sie noch zu vermeiden wären

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Andreas Zumach. Die UNO ist seit dem Irak-Krieg empfindlich geschwächt. Die USA halten an ihrer Präventivkriegs-Doktrin fest. Europa träumt von politischer Emanzipation durch militärische Stärke. Das Ende des Ölzeitalters ist absehbar - bei wachsendem Energiebedarf in Amerika, Europa und China. Sind (Welt-)Kriege um Ressourcen noch vermeidbar? Gibt es noch Chancen für den friedlichen Ausgleich von Interessen und die gemeinsame Bewältigung der globalen Probleme? VA: JUBEZ / Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe, Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (Deutscher Zweig der War Resisters International), Arbeitsstelle Frieden (Evangelische Landeskirche Baden), Attac Karlsruhe, Frauen für Frieden, Friedensbündnis Karlsruhe, Internationaler Versöhnungsbund, Pax Christi, Werkstatt für Gewaltfreie Aktion. Kontakt: Sonnhild und Ulli Thiel, eMail: suthiel@t-online.de


:: 27.04.-06.05.2007 - Aktionsreise nach Wien

Die internationale Problematik der Atomwaffenpolitik gewinnt aktuell immer mehr an Bedeutung, doch es sind keine Anzeichen zur Lösung erkennbar. Die Verhandlungen zum Atomwaffensperrvertrag im Jahr 2005 sind kläglich gescheitert. Die Atommächte rüsten ihre fast 30.000 Atomwaffen nicht ab, und selbst in Deutschland trainieren Soldaten den Einsatz dieser Waffen. Eine Gruppe Jugendlicher (16 bis 22 Jahre), die sich 2005 bei einer Aktionsreise der Friedenswerkstatt Mutlangen zur UNO kennen gelernt hat, organisiert nun selbst eine Aktionsreise nach Wien zur Konferenz bei der UNO zum Thema Atomwaffen. Mit kreativen Aktionen und Lobbygesprächen mit DiplomatInnen soll für eine vollständige Abrüstung geworben werden.
Infos >> http://www.pressehuette.de

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Weitere Termine finden sich u.a.:

:: Netzwerk Friedenskooperative >> http://www.friedenskooperative.de/

:: Bessere Welt Links. Norbert's Bookmarks für engagierte Leute >> http://www.bessereweltlinks.de/index.php?cat=6108

:: Attac >> http://www.attac.de/termine/index.php


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