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Appell zum Hiroshimatag

hiroshimaflyer.jpgDer 60. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki nähert sich. Die IPPNW will anlässlich dieses historischen Datums einen Hiroshimaappell in einer überregionalen Zeitung veröffentlichen. Machen Sie/mache mit und bekennen Sie/bekenne Farbe für eine Welt ohne Atomwaffen!

Die Abwürfe der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki waren das menschenverachtende Finale des Zweiten Weltkrieges und zugleich der opferreiche Einstieg in die atomare Schreckensherrschaft des Kalten Krieges. Die Sprengkraft der bis heute verbliebenen 30.000 Atomwaffen würde ausreichen, das Leben auf dieser Welt mehrfach auszulöschen. Und die Lage wird immer unübersichtlicher: Die USA planen neue Generationen von Atomwaffen und immer mehr Staaten und nichtstaatliche Akteure greifen nach dieser Massenvernichtungswaffe. Unterzeichnen Sie/unterzeichne den Appell von IPPNW, der zum Hiroshima-Tag in einer überregionalen Tageszeitung erscheinen soll. Zu den ErstunterzeichnerInnen gehören u.a. Günter Grass, Bischöfin Maria Jepsen und Konstantin Wecker.

Appell an die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wir Ärztinnen und Ärzte der Internationalen Friedensorganisation IPPNW, 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, erlauben uns, Sie auf die gemeinsame Chance hinzuweisen, mit der bevorstehenden Bundestagswahl einen demokratischen Einfluss in einer lebenswichtigen Frage auszuüben.

Noch immer halten die USA auf deutschem Boden eine geheim gehaltene Zahl von B61-11 Atombomben bereit, jede davon mit der 5fachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe ausgestattet, die vor genau 60 Jahren mehr als 200 000 Menschen in der japanischen Stadt sofort getötet, viele tausend andere schwer chronisch geschädigt hat.

92 Prozent der Deutschen erwarten laut Forsa-Umfrage die dringende Beseitigung dieser Waffen, die unsere Regierung aufgrund des Atomwaffensperrvertrages von 1968 Artikel II ohnehin nicht hätte annehmen dürfen. Soeben haben die USA erneut die Erfüllung einer weiteren Verpflichtung aus diesem Vertrag verweigert, nämlich in Verhandlungen mit dem Ziel einer vollständigen nuklearen Abrüstung einzutreten.

Verlangen Sie von den Kandidaten, die sich in Ihrem Wahlkreis um Ihre Stimme bewerben, eine klare Stellungnahme zur Frage der atomaren Abrüstung allgemein und speziell zur Befreiung von diesen Waffen aus unserem Land.

Lassen Sie sich nicht weismachen, es gehe hierbei um Antiamerikanismus. 17 hohe Generäle und Admiräle der USA und 75 amerikanische Pax Christi Bischöfe haben entschieden gegen die Fortsetzung einer auf Atomwaffen gestützten sogenannten Sicherheitspolitik protestiert. Prominentester Wortführer ist der im Vietnamkrieg verantwortliche Ex-Kriegsminister der USA Robert McNamara.

Wir begründen diesen Appell an Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, mit der politischen, militärstrategischen und moralischen Unverantwortlichkeit der atomaren Risiken und bedenken das grauenhafte medizinische Elend der Folgen im Ernstfall, wie es die Japaner in Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 getroffen hat. Frieden kann nur von Menschen geschützt, von Massenvernichtungswaffen, gleich welcher Seite, stets nur bedroht werden.

Wir brauchen Volksvertreter, die hierzu klar Farbe bekennen und nicht solche, die - wie bisher - opportunistisch taktisch missachten, was 92 Prozent der Deutschen verlangen.

Erstunterzeichner:
Dr. Peter Becker, Marburg
Professor Dr. Elmar Brähler, Leipzig
Sonia & Professor Dr. Andreas Flitner, Tübingen
Professor Dr. Ulrich Gottstein, Frankfurt
Günter Grass, Lübeck
Bischöfin Maria Jepsen, Hamburg
Professor Dr. Ekkehart Krippendorf, Berlin
Dr. Hans-Joachim Maaz, Halle
Gisela May, Berlin
Professor Dr. Peter Riedesser, Hamburg
Bergrun Richter, Gießen
Ute Scheub, Berlin
Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg, Hannover
Dr. Wolfgang Sternstein, Stuttgart
Konstantin Wecker, München

Veröffentlicht am

01. Juli 2005

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