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Jochen Stay erhält den Nuclear Free Future Award

Preisverleihung am Freitag in Basel

Am Freitag erhält der Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt Jochen Stay in Basel den "Nuclear Free Future Award" in der Kategorie "Besondere Anerkennung". Der Preis wird seit 1998 weltweit an Menschen verliehen, die sich erfolgreich für eine Welt ohne Atomwaffen und Atomenergie einsetzen.

Die weitere Preisträgerinnen und Preisträger in diesem Jahr sind:

  • Almoustapha Alcahen, Niger (Kategorie Widerstand)
  • Janine Allis Smith und Martin Grant Forwood, Großbritannien (Aufklärung)
  • Hiromichi Umebayashi, Japan (Lösungen)
  • Die Unermüdlichen der Schweizer Anti-Atom-Bewegung (Besondere Anerkennung)

Auszug aus der Begründung für die Nominierung:

"Jochen Stay ist seit 30 Jahren im Widerstand gegen die Atomkraft aktiv, schwerpunktmäßig im Widerstand gegen Atommüll-Projekte und -Transporte. Von Wackersdorf über Neckarwestheim, Biblis, Brokdorf, Ahaus bis Gorleben und an vielen anderen Standorten hat er seine Spuren hinterlassen.

Nach dem Aus von Wackersdorf hat er wesentlich dazu beigetragen, dass die Anti-Atom-Bewegung den Widerstand gegen die Castor-Transporte zu den Wiederaufarbeitungsanlagen La Hague und Sellafield zu ihrem Schwerpunktthema gemacht hat. Dadurch konnte die Zahl der dort ankommenden Brennelemente deutlich reduziert werden.

Ab 1992 hat er im Wendland an entscheidender Stelle dazu beigetragen, die Castor-Transporte nach Gorleben zum Symbol in der Auseinandersetzung um Atommüll und Atomkraft zu machen. Als ein maßgeblicher Stratege im Hintergrund und eine hörbare öffentliche Stimme des wendländischen Widerstands hat er damit den Gorleben-Konflikt bundesweit neuen Generationen zugänglich gemacht - und gleichzeitig die anderen Standorte nie vernachlässigt. Nur 13 Transporte nach Gorleben konnten durchgesetzt werden. Seit 2011 gilt ein Transportestopp.

Das von ihm mitentwickelte Mobilisierungs- und Blockadekonzept von X-tausendmal quer hat zu den größten und langanhaltendsten Sitzblockade-Aktionen in der Geschichte der Anti-Atom-Bewegung geführt. Die Ideen und Konzepte von X-tausendmal quer wurden von vielen anderen Protestbewegungen national und international aufgegriffen.

Mit dem Aufbau der Organisation .ausgestrahlt konnte Jochen Stay ab 2008 maßgeblich zur Renaissance der Anti-Atom-Bewegung beitragen. Mit seinem Optimismus, seinem Gespür für politische Chancen, seiner Hartnäckigkeit und seiner Tatkraft hat er selbst fast aussichtlos erscheinende Projekte wie die 120 km lange Menschenkette von Brunsbüttel nach Krümmel im Jahr 2010 zu einem großen Erfolg geführt.

Nach Fukushima war .ausgestrahlt gewissermaßen die Koordinationsstelle und eine wesentliche Stimme der Anti-Atom-Bewegung in Deutschland. Innerhalb von zwei Wochen wurden zusammen mit zahlreichen Bündnispartnern vier parallele Großdemonstrationen mit insgesamt 250.000 Menschen organisiert. Über Monate folgten weitere Großproteste und nach einem Aufruf von .ausgestrahlt wöchentliche Mahnwachen in über 700 Städten. Nur durch den anhaltenden Protest ist es gelungen, der Bundesregierung die Stilllegung von acht Atomkraftwerken abzutrotzen. In keinem anderen europäischen Land gab es nach Fukushima eine ähnliche Entwicklung.

In der seither wieder kleiner gewordenen Bewegung ist .ausgestrahlt und sein Sprecher Jochen Stay ein wesentlicher Akteur, der das Thema in der Öffentlichkeit hält und weiter für einen schnelleren Atomausstieg kämpft. Für viele AtomkraftgegnerInnen ist .ausgestrahlt heute ein bedeutsamer  Wächter, der darauf achtet, was atompolitisch schief läuft und wo es gilt, seine Stimme zu erheben.

Natürlich hat Jochen Stay keines dieser Projekte alleine umgesetzt, sondern es waren immer viele unterschiedliche Menschen und Organisationen beteiligt. Aber er war in vielen Fällen eine treibende Kraft. Ohne seine fast unerschöpfliche Energie, ohne seinen Widerstandsgeist, ohne seine argumentative Schärfe, aber auch seine Fähigkeit, ganz unterschiedliche Akteure in Bündnissen zu vereinen, hätte die Anti-Atom-Bewegung in Deutschland weniger erreicht."

Quelle: .ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie - Pressemitteilung vom 12.09.2017.

Veröffentlicht am

14. September 2017

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