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Große Kirchen sind an Remilitarisierung in unserem Land nicht unschuldig

Rede beim Ostermarsch der Friedensnetzes Baden-Württemberg, Stuttgart, 7. April 2012

Von Pfarrer Dietrich Becker-Hinrichs, Bretten

Liebe Friedensfreundinnen und - freunde,

Hände weg vom Krieg, das sagen wir heute vereint beim Ostermarsch in Stuttgart. Hände weg vom Krieg in Afghanistan, in Syrien und Hände weg von einem Krieg gegen den Iran! Und: Stoppt die Rüstungsexporte, die den Tod frei Haus aus Deutschland in alle Welt liefern!

1. Der christliche Pazifismus

Hände weg vom Krieg, das sagte auch der, dessen Tod und Auferstehung die Christen unter uns in diesen Tagen feiern. Jesus von Nazareth sagte es nicht genau in diesen Worten, aber er meinte es so: Als ein übereifriger Jünger ihn bei seiner Gefangennahme mit seinem Kurzschwert verteidigen wollte und einem römischen Soldaten das Ohr abschnitt, fiel Jesus ihm in den Arm und sagte: "Stecke dein Schwert weg, denn wer zum Schwert greift,
der soll durch das Schwert umkommen." Hände weg vom Krieg!

In den ersten Jahrhunderten der Kirche hat man diese Worte Jesu sehr gut verstanden. Die ersten Christen nahmen die Anweisungen Jesu wörtlich, wenn er sagte: "Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen".

Sie wussten sich von Jesus dazu berufen, Böses mit Gutem zu überwinden.

Dass Christen auf Gewalt verzichten und stattdessen mit geistigen Waffen gegen das Böse in der Welt kämpfen, das war in der Urchristenheit selbstverständlich. Und natürlich lehnten die Christen es ab, in der römischen Armee als Soldaten zu dienen. Der Pazifismus war damals nicht die große Ausnahme, sondern die Regel. Machen Sie sich mal die Freude und lesen sie die Texte der alten Kirchenväter zum Krieg. Da kann man wunderbar den antiken Antimilitarismus studieren. Origenes sagt sehr treffend: "Wir Christen ziehen das Schwert gegen keine Nation, wir lernen keine Kriegskunst mehr, denn wir sind Söhne des Friedens geworden durch Christus."

Und der Kirchenvater Cyprian von Karthago bringt es mit feiner Ironie auf den Punkt: "Sieh nur, wie Kriege mit dem blutigen Gräuel des Lagerlebens über alle Länder verbreitet sind! Es trieft die ganze Erde von gegenseitigem Blutvergießen; und begeht der einzelne einen Mord, so ist es ein Verbrechen; Tapferkeit aber nennt man es, wenn das Morden im Namen des Staates geschieht." Tucholsky hätte das auch nicht besser formulieren können. Solche zündenden Worte gegen den Krieg würde ich mir auch heute von den "Kirchenvätern und - müttern" in unseren Kirchenleitungen wünschen.

2. Die Lehre vom gerechten Krieg

Nach der konstantinischen Wende aber wurde das Christentum zur Staatsreligion. Statt die ablehnende Haltung zum Krieg beizubehalten, entwickelte man bald die sogenannte "Lehre vom gerechten Krieg", die das Kriegführen unter bestimmten Bedingungen für Christen erlaubte. Damit brachen die Dämme. Von Augustin an, der die Lehre vom gerechten Krieg entwickelte zieht sich eine lange blutige Spur über Martin Luther durch die Geschichte bis hin zu den furchtbaren Kriegspredigten im 1. Weltkrieg. Mit der Aufschrift "Gott mit uns" zogen damals deutsche, französische und englische Soldaten gegeneinander in den Krieg. Erst nach dem 2. Weltkrieg gab es ein langsames spätes Erwachen innerhalb der Kirchen.

Liebe Friedensfreundinnen und Freunde, wir erleben heute nach einer Periode von Jahrzehnten ohne Krieg von deutschem Boden aus wieder eine Remilitarisierung in unserem Land. Daran sind die großen Kirchen nicht unschuldig. Sie haben sich in ihrer Theologie und Ethik immer noch nicht von dem Sündenfall aus der konstantinischen Zeit erholt. Sie vertreten immer noch in Variationen eine Lehre vom gerechten Krieg. Der Pazifismus hat einen schweren Stand. In den Friedenserklärungen unserer großen Kirchen wird bis heute der Einsatz militärischer Gewalt unter bestimmten Umständen für notwendig gehalten. Man spricht zwar nicht mehr offiziell vom gerechten Krieg, sondern von "rechtserhaltender Gewalt". Aber im konkreten Fall wird damit z.B. der Krieg in Afghanistan legitimiert.

3. Der Ratsvorsitzende der EKD besucht Afghanistan

Denn die Kirchen sagen das nicht nur, sie handeln auch danach. Vor einem Jahr hat der Ratsvorsitzende der EKD Präses Nikolaus Schneider die deutschen Truppen in Afghanistan besucht, zusammen mit dem Militärbischof und dem Friedensbeauftragten der EKD. Der Ratsvorsitzende bekundete dabei allen, die in Afghanistan für den Frieden arbeiten, seinen Respekt und seine Dankbarkeit. Er meinte damit die deutschen Soldaten und ihre Verbündeten. Eine Begegnung mit Opfern des Krieges, etwa den Familien der Getöteten von Kundus, fand nicht statt. Nach der Reise sagte Präses Schneider, das konkrete Vorgehen der Soldaten in Afghanistan halte er für ethisch hinnehmbar. Elf Jahre dauert dieser Krieg schon. Er ist immer mehr eskaliert. US- und ISAF-Soldaten, einschließlich der Bundeswehr, bringen bei ihren rücksichtslosen Bombardements, verpfuschten Stoßtruppunternehmen, bei Durchsuchungen von Häusern und Ortschaften sowie bei Gefechten mit Aufständischen noch viel mehr Zivilisten um, als bisher gelegentlich gemeldet wird. Und dies alles soll ethisch hinnehmbar sein? Mindestens 30.000 tote Zivilisten in Afghanistan - ethisch hinnehmbar? Das erlaubt nicht einmal die Lehre vom gerechten Krieg!!! Wie weit ist der Weg von der klaren Absage an die Jesu gegen die Gewalt bis zu diesen gestelzten Rechtfertigungen des Krieges!

4. Orwellsche Sprachspiele

Natürlich tritt die Evangelische Kirche in Deutschland nicht offen für einen Krieg ein. Auch unsere regierenden Politikerinnen und Politiker benutzen andere Vokabeln: Sie sagen: "Deutschland muss helfen", "die deutschen Soldaten engagieren sich in Afghanistan". "Sie übernehmen Verantwortung". "Deutschland muss humanitär intervenieren, um Schlimmeres zu verhüten". "Die internationale Öffentlichkeit muss ihrer Schutzverantwortung gerecht werden".

Liebe Ostermarschierende! Es ist eine sprachliche Verwirrung Orwellschen Ausmaßes, die in unserem Lande herrscht, wenn es darum geht, darum herum zu reden, dass deutsche Soldaten schlicht und einfach Krieg führen. Sie führen Krieg und sie töten. Soldaten sind keine Entwicklungshelfer und auch keine Aufbautrupps, dafür haben sie den falschen Beruf gewählt. Unsere Entwicklungshelfer distanzieren sich mittlerweile von militärischem Schutz und sagen: Wenn Soldaten in der Nähe sind, gefährdet das unsere Sicherheit.

In den Kriegen unserer Tage mit und ohne deutsche Beteiligung geht es auch nicht darum, Menschenrechte zu bewahren und humanitär einzugreifen.

Es geht um Rohstoffe und Ressourcen, um geostrategische Einflusszonen und Großmachtpolitik. Alles andere ist eine Augenwischerei und eine Verharmlosung der Situation.

Wir sollten uns diese Sprachverdrehung nicht mehr gefallen lassen, sondern dagegen Einspruch erheben!

Hände weg vom Krieg, der in den Köpfen beginnt und das böse Handeln gut nennt! Es gibt keine gute Gewalt!

5. Die humanitäre Bemäntelung von Kriegen entlarven

Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens!

Jeder Krieg, in dem es um die Ausweitung des Machtbereiches und den Zugang zu Rohstoffen und Ressourcen geht, wird zuerst mit humanitären Motiven begründet. Niemand sagte vor einem Jahr offen in Frankreich oder Großbritannien: wir haben Interesse am lybischen Öl. Wir wollen, dass die afrikanischen Länder sich keine eigene Leitwährung zulegen. Nein, man entdeckt Menschenrechte, die verletzt werden. Und dann gilt es militärisch einzugreifen, weil wir ja sonst schuldig würden, wenn wir nichts tun. Und ich sage ganz selbstkritisch, ich glaube, dass die Christen unter uns, und überhaupt Menschen mit hohen ethischen Motiven, besonders anfällig sind für die humanitären Begründungen der Kriege unserer Zeit.

Wann durchschauen wir endlich dieses Spiel, das sich in jeder neuen Krise von neuem entwickelt?

Warum entlarven wir nicht die scheinbar humanitären Gründe für den Krieg und sagen wie es wirklich ist?

Internationale Schutzverantwortung, Responsibility to protect, so heißt das neue Zauberwort, das militärische Interventionen auf der ganzen Welt in Zukunft begründen soll.

6. Libyen und die internationale Schutzverantwortung

Ist denn die NATO in Libyen ihrer Schutzverantwortung gerecht geworden, als sie in diesem Bürgerkrieg Partei für eine Seite ergriffen hat?

Was sagen die Leitartikelschreiber der großen Zeitungen, die die Bundesregierung gescholten und die NATO gefeiert haben, was sagen sie heute dazu, dass der Bürgerkrieg in Libyen 50.000 Menschen das Leben gekostet hat? 50.000 Menschen, die nicht geschützt wurden? Was sagen sie zu den Vergewaltigungen, zu den Folterungen und Massakern, die die von der NATO unterstützten Rebellen verübt haben? Was sagen sie dazu, dass wir jetzt als Folge dieses "erfolgreichsten Krieges aller Zeiten in der Geschichte der NATO" (so NATO-Generalsekretär Rasmussen) einen Bürgerkrieg in Mali haben? Und in Libyen selbst herrscht ja auch noch kein Friede. Aber darüber wird kaum noch berichtet. Ist das die die praktische Umsetzung der Schutzverantwortung, von der die UNO spricht und die auch im Ökumenischen Rat der Kirchen diskutiert wird? Nein, liebe Freundinnen und Freunde, der Libyenkrieg ist gerade kein Beispiel für eine erfolgreiche militärische Intervention. Jedenfalls nicht, wenn man den Schutz von Menschenleben zum Maßstab des Erfolges macht.

7. Der Ruf nach einer Bewaffnung der Opposition in Syrien ist verantwortungslos

Und erlauben Sie mir auch ein Wort zur Lage in Syrien. Natürlich ist es unendlich schwer, mit anzusehen zu müssen, wenn der Diktator in Syrien auf friedliche Demonstranten schießen lässt. Aber wenn diese dann selbst zu den Waffen greifen, dann machen sie die Sache nur noch schlimmer. Sie geben doch dem Diktator jede Rechtfertigung dazu, jetzt erst Recht seine Panzer rollen zu lassen.

Die Demonstranten in Ägypten haben genau gewusst, warum sie die Gewalt in den eigenen Reihen strikt unterbunden haben. Mubarak hätte ein leichtes Spiel gehabt, wenn die Aufständischen in Ägypten zu den Waffen gegriffen hätten und er wäre heute immer noch an der Macht. Nur das sture Festhalten an der Gewaltfreiheit hat den Sieg in Ägypten gebracht. Der Ruf nach Waffen in Syrien ist darum in hohem Maße leichtfertig und verantwortungslos. Es ist der bequeme Ruf nach Waffen vom Schreibtisch der Besserwisser aus, der mit hoher Moral daherkommt, aber die Folgen der Militarisierung des Konfliktes nicht mitbedenkt. Übrigens ein typischer Fall von Gesinnungsethik, die Gutes will, aber die Folgen des eigenen Handelns nicht mit einkalkuliert.

Der Journalist Eric Chauvistre nennt darum all diejenigen, die in den Krisen unserer Tage nach Waffen rufen, aber die Folgen ihres Handelns nicht mitbedenken, Gutkrieger.

Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens!

Wir brauchen weniger Gutkrieger und mehr rational denkende und dem Frieden verpflichtete Politikerinnen und Politiker!

Und wir brauchen weniger Gutkrieger unter den Verantwortlichen in unseren Kirchen und mehr Christen, die die politische Vernunft der Bergpredigt erkennen!

8. Die politische Vernunft der Bergpredigt

Denn die Bergpredigt hat die Vernunft auf ihrer Seite! Was Jesus vorschlägt, ist wesentlich vernünftiger, als wir gemeinhin annehmen. Normalerweise verweist man ja die Bergpredigt in den Bereich der Moral, nach dem Motto: "Mit der Bergpredigt kann man die Welt nicht regieren". Heute wird immer klarer, dass sich ohne den scharfen Verstand des Bergpredigers die Welt überhaupt nicht gut regieren lässt. Es ist wesentlich rationaler und vernünftiger, in einem Konflikt auch nach den Interessen der Gegenseite zu fragen - und das verstehe ich unter intelligenter Feindesliebe - statt den Gegner zu dämonisieren, wie dies regelmäßig in den Krisen der letzten Jahre geschieht. Es ist wesentlich rationaler und vernünftiger, nach Wegen zu suchen, einen Konflikt zu deeskalieren, als blind zuzuschlagen nach dem Motto "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Da bleiben am Ende nur Blinde und Zahnlose übrig. Wer in einem internationalen Konflikt auf Gegengewalt verzichtet, aber sich auch nicht alles gefallen lässt, sondern den dritten Weg Jesu einschlägt, den Weg der aktiven Gewaltfreiheit, der handelt in höchstem Maße rational und vernünftig. Er hat übrigens auch die größere Aussicht, seine politischen Ziele zu erreichen.

9. Gewaltfreier Aufstand ist das erfolgreichere Mittel - historisch betrachtet

Die Wahrscheinlichkeit, dass man einen Konflikt mit gewaltfreien Mitteln zu einem positiven Ausgang bewegen kann, ist nämlich wesentlich höher, als man annimmt. Die Informationsstelle Militarisierung aus Tübingen spricht in einem aktuellen Artikel zu der Militarisierung der Proteste in Syrien von der "strategischen Unvernunft der Gewalt". Sie weist auf eine Studie amerikanischer Wissenschaftlerinnen hin. Diese haben in einer breit angelegten Untersuchung sämtliche Aufstände und Bürgerkriege zwischen 1900 und 2006 untersucht: 323 an der Zahl. Das Ergebnis: Gewaltfreie Widerstandskampagnen sind wesentlich effektiver, sie erreichen ihre politischen Ziele häufiger als Bürgerkriege, in denn Gewalt eingesetzt wird.Siehe Jürgen Wagner: Syrien: Die Militarisierung der Proteste und die strategische Unvernunft der Gewalt , IMI-Studie 2012/07. Der Ruf nach Waffen ist also nicht nur moralisch verwerflich, sondern er ist auch politisch unklug und führt in den meisten Fällen am Ende nicht zu dem gewollten Ergebnis.

Darum: Hände weg vom Krieg in Syrien und anderswo!

Hände weg auch von einem Krieg gegen den Iran!

10. Kein Krieg gegen den Iran

Erlauben Sie mir dazu zum Schluss meine Rede einen Hinweis zum drohenden Krieg gegen den Iran. Ich glaube beide Seiten haben berechtigte Sicherheitsinteressen, und es würde den Konflikt wesentlich entschärfen, wenn die USA endlich einen Nichtangriffspakt mit dem Iran schließsen würden. Dies würde auch den Iran zu Gegenleistungen seinerseits bewegen.

Auch in diesem Konflikt ist es hilfreich auf Dämonisierungen zu verzichten, und zwar gegenüber beiden Seiten. Verhandlungen zwischen Machtpolitikern sind immer möglich, wenn der Wille dazu da ist.

Viel aufregender übrigens als das Gedicht von Günter Grass finde ich, was sich zur Zeit zwischen jungen Israelis und jungen Leuten aus dem Iran abspielt. "Wir lieben euch" - mit dieser simplen und doch so klaren Botschaft setzen iranische und israelische Facebook-Nutzer ein Zeichen gegen die Kriegsrhetorik ihrer Regierungen. Ein 41 Jahre alter Israeli hat am 23. März die Initiative übernommen. Auf seiner Facebookseite macht er dem iranischen Volk ein Liebeskompliment. Die Botschaft lautet: "Iranians, we will never bomb your country, we love you!" Das Netz aus Liebesbotschaften wächst täglich. Hunderttausende weltweit unterstützen die Kampagne mit Fotos und dem gegenseitigen Versprechen: "Wir werden euer Land niemals bombardieren." Schnell wurde eine Webseite kreiert: israellovesIran.com . Und die Botschaft ist im Iran angekommen. Junge Männer und Frauen aus dem Iran antworten darauf mit der Botschaft: iranlovesIsrael.com "We love you israelpeople, Iranians do not want any war with any people." Schauen sie mal im Internet diese Facebook Seiten an. Vielleicht mag der eine oder andere diese Friedensaktion belächeln. Ich finde sie pfiffig und phantasievoll. Sie macht deutlich, dass die Stimmung an der Basis der betroffenen Länder gegen einen Krieg ist. Wir sollten solche Inititaven unterstützen und kreative Wege suchen, damit die Stimmen der betroffenen Menschen in der Welt Gehör finden. Lasst uns also gemeinsam nach Wegen suchen, einen Krieg gegen den Iran noch zu verhindern.

10. Rüstungsexporte stoppen

Und Hände weg vom Geschäft mit dem Krieg! Es ist eine Schande, dass die Bundesrepublik Deutschland mittlerweile wieder einen Spitzenrang unter den Rüstungsexporteuren der Welt einnimmt. Wir sind weltweit die drittgrößten Waffenhändler und in Europa sogar in der Spitze. Waffen gerade auch aus Baden-Württemberg bringen in aller Welt den Tod. Wir liefern den Tod frei Haus in alle Welt. Allein durch Gewehre der Firma Heckler und Koch im schwäbischen Oberndorf wurden in den letzten jahrzehnten 1,5 Millionen Menschen getötet und täglich kommen 100 dazu. Ob die Menschen, die in den Rüstungsfabriken arbeiten, spüren, dass an ihren Händen Blut klebt?

Und dabei wäre es ein Einfaches mit technischem Sachverstand und einem Schuss schwäbischen Tüftlerhirns andere, nützliche Produkte zu ersinnen, die der Welt Leben bringen würden. Rüstunskonversion ist möglich!

Darum, liebe Friedensfreundinnen und freunde, Hände weg vom Krieg!

  • Lasst uns gemeinsam Wege finden, unsere Solidarität mit den Menschen in israel und Palästina und mit dem iranischen Volk Ausdruck zu verleihen. Kein Krieg gegen den Iran!
  • Lasst uns in den Kirchen endlich Abschied nehmen von der alten Lehre vom gerechten Krieg! Sie gehört in die Mottenkiste!
  • Lasst uns die humanitären Sprachspiele der Politiker entlarven und der angeblichen guten Gewalt eine Absage erteilen!
  • Lasst uns die politische Vernunft der gewaltfreien Konfliktbearbeitung entdecken!
  • Und Hände weg vom todbringenden Geschäft mit Rüstungsexporten in alle Welt!

Hände weg vom Krieg - Vernunft muss her, statt Militär!

Dietrich Becker-Hinrichs (54 Jahre) ist evangelischer Gemeindepfarrer in Bretten/Baden. Er ist seit 35 Jahren in der Friedensbewegung aktiv. Als Mitglied im Leitungskreis des Forums Friedensethik der Evangelischen Landeskirche in Baden begleitet er aktiv die friedensethischen Debatten in der Evangelischen Kirche. Ausserdem ist er Mitbegründer und Vorsitzender der Werkstatt für Gewaltfreie Aktion in Baden.

 

Fußnoten

Veröffentlicht am

19. April 2012

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