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hellmut g. haasis: unterstützung offener brief an den bm von gammertingen

unterstützung offener brief an den bm von gammertingen
buergermeister@gammertingen.de
Hohenzollernstr. 5, 72501 Gammertingen

hallo herr jerg in GAMMERTINGEN,
hiermit unterzeichne ich den offenen brief an sie als den bürgermeister
von GAMMERTINGEN.

ich bin nicht nur ein gegner aller kriegerischer politik,
sondern auch ein aktiver freund der schwäbischen alb,
ein verehrer und aktiver betreiber der schwäbischen kultur
und autor der beiden einzigen romane in schwäbischer sprache:
"dem chrischdian sei leich"
+ " heisel rein der gscheite narr".

der erste roman wurde vor jahren mit dem thaddäus troll preis
ausgezeichnet. er ist inzwischen zum klassiker unserer sprache geworden.

das merkwürdige zurückschlagen von ihnen als bürgermeister wegen
der kritik an ihrem engagement für die bundeswehr in afghanistan
finde ich sehr befremdlich -

diese haltung passt aber zu vielen peinlichkeiten,
die unsere politischen vertreter sich immer wieder leisten.

einmal mehr liegen die irgendwann gewählten vertreter weit neben ihrem volk.

damit wird ihre legitimität immer BRÖCKELIGER.

unsere medien sprechen aufgeblasen von POLITIKVERDROSSENHEIT.

vielleicht wäre es besser, von einer zunehmenden kluft
zwischen den gewählten und dem wahlvolk zu sprechen.

der demokratie tut diese kluft nicht gut.
denn wenn die bürger immer öfters beobachten,
wie ihre meinung gar keine rolle mehr spielt,
werden sie nicht mehr zu wahl gehen -
und sie denken über andere regierungsformen nach.

dann müssen sich die amtsträger und eine kleine wirtschaftsclique,
die daran gut verdient, halt alleine wählen.

so etwas hat es schon gegeben, leider.

70 % unserer bürger sind gegen diesen kriegseinsatz der bundeswehr,
aber im parlament sind rund 90% der abgeordneten dafür.

woher kommt dieses missverhältnis?
die umkehrung der friedlichen haltung
in einen kriegszug?

wäre es da nicht passender,
diese gewählten und übrigens
vorzüglich ENTLOHNTEN BERUFSDEMOKRATEN
wählten sich ein anderes volk,
irgendwo auswärts?

wenn das eigene volk schon wieder so was falsches denkt.

hier meine unterzeichnung unter den offenen brief an sie.
ein gutes stück politischer volksliteratur.

hellmut g. haasis
tannenstr.17
72770 reutlingen-betzingen

schriftsteller, verleger, märchenclown, erzähler,
romancier, plakatsammler.
kommandör des KARL VALENTIN ehrenbataillons,
gegründet 1983 vor der eberhard-finck-kaserne in großengstingen.
erfolgreiche besiegung der NACHRÜSTUNG damals,
der PERSHING-raketen, die einst von
fast allen politikern heiß begrüßt wurden.

geb. 1942 im württembergischen mühlacker.

mein vater ist im krieg geblieben,
ich hab ihn nie gesehen.

das vergisst sich in meiner familie nicht.

meine mutter blieb mit 3 kleinen kindern zurück:
9, 6 und 2 jahre alt.

sie hat sonst immer alles religiös ertragen,
was ihr widerfuhr.
aber bis zum hohen alter von 93 jahren
blieb sie bei den vorwürfen an ihren gott:

ist das recht, dass gott einer armen wittfrau
mit 3 kleinen kindern dieses schicksal antut?

ihre tapfere antwort:
NEIN DAS IST NICHT RECHT.

dieses NEIN hat mich sehr beeindruckt,
das hätte ich meiner mutter nicht zugetraut.

nur ging ich weiter:
keiner familie nirgends in keinem land
ist dieses furchtbare ende zuzumuten.

solche schicksale wie die meiner eltern und uns geschwistern
möchte ich den nächsten generationen ersparen,
allen, den deutschen wie den afghanischen und anderen.
auch amerikanische männer sollten zuhause
bleiben dürfen.
sie hätten dort gescheiteres tun.

es gibt keinen grund, irgendwo in einem andern
land großmachtpolitik mit verheerenden waffeneinsätzen
durchzudrücken.

es wäre zeit, von der gammertinger schleichwerbung
wie der patenschaft für eine bundeswehreinheit
abzurücken.

wer hier geistig-propagandistische nebelkerzen wirft,
damit die bürger nicht mehr so recht durchblicken,
macht sich MITSCHULDIG am sterben in afghanistan

und zwar in einem steigenden maß.
jeden monat mehr tote.
diese tote verjähren nicht.
und sie vergessen sich auch nicht,
selbst wenn unsere medien
fleißig für den gedächtnisverlust arbeiten werden.

ich möchte nicht von den befürwortern des krieges
später hören,
DAS HABEN WIR JA ALLE NICHT GEWUSST.
warum hat uns niemand gewarnt?

wir haben sie gewarnt.
noch ist es zeit, von ihrer werbeidee abschied zu nehmen.

und wir hätten großen respekt vor ihnen.

ohne jede hochachtung
- vorerst
über eine spätere sprechen wir - später.

hellmut g. haasis, reutlingen
14. juli 2010

www.hellmut-g-haasis.de



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Veröffentlicht am

17. Juli 2010

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