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Hugo Chavez

Von Ignacio Ramonet, 13.08.2007 - Le Monde Diplomatique / ZNet

Einige - wenige - Regierungen dieser Welt sind Ziel zerstörerischer Hasskampagnen. Eines der Opfer ist die venezolanische Regierung unter Präsident Hugo Chavez. Seine Feinde haben nichts unversucht gelassen: Staatsstreich, Ölstreik, Manipulation der Kapitalflüsse, Verschwörungen… In ganz Lateinamerika gibt es keine vergleichbare Situation - nicht seit den Angriffen auf Fidel Castro. Über Chavez werden die übelsten Lügen verbreitet. Das sogenannte ‘National Endowment for Democracy, Freedom House’Anmerkung der Übersetzerin: Informationen zur Struktur, zu den Zielsetzungen und der Finanzierung der NED unter http://en.wikipedia.org/wiki/National_Endowment_for_Democracy . - finanziert von der Bush-Administration - ist das neue Propagandabüro, in dem alle Lügen koordiniert werden. Es ist eine Lügenmaschinerie, ausgestattet mit unbeschränkten Finanzmitteln. Wichtige Medien und Menschenrechtsorganisationen werden manipuliert, sodass sie die finsteren Pläne unterstützen.

Auch Teile der linken Sozialdemokratischen Partei Venezuelas gehen vor diesen Lügnern in die Knie.

Woher rührt all der Hass? In Europa befindet sich die Sozialdemokratie derzeit in einer Identitätskrise. Die historischen Umstände scheinen darauf hinzudeuten, dass Chavez die Verantwortung zukommt, die Linke auf internationaler Ebene zu führen, ihr wieder Anerkennung zu verschaffen.

Auf dem alten Kontinent verhindert das Konstrukt Europa jede Alternative zum Neoliberalismus. Brasilien, Argentinien, Bolivien und Ecuador jedoch haben sich vom venezolanischen Modell inspirieren lassen. Einige Erfahrungen, die in diesen Ländern gemacht werden, halten die Hoffnung der Armen auf Emanzipation am Leben.

Chavez hat in diesem Zusammenhang einen herausragenden Sinn für Balance bewiesen. Dies ist der Grund für das hohe Ansehen, das er in so vielen armen Ländern genießt. Venezuela wurde neu gegründet - auf einer neuen Grundlage, legitimiert durch eine neue Verfassung, die den Menschen die Teilhabe am sozialen Wandel garantiert, unter sorgfältiger Beachtung der Demokratie und der Freiheitsrechte -, ist es nicht so?Die Verleumdungen in Bezug auf den (privaten Sender) RCTV wurden zurückgenommen, seit RCTV über Kabel und Satellit zu empfangen ist (seit dem 16. Juli)

Hat die venezolanische Regierung nicht 5 Millionen Armen ihre Würde wiedergegeben?

Hat sie nicht der venezolanischen Öffentlichkeit das staatliche Ölunternehmen PDVSA wiedergegeben?

Hat sie nicht Entprivatisierung betrieben und die wichtigste Telekommunikationsgesellschaft des Landes sowie das Energieunternehmen von Caracas an das Volk zurückgegeben?

Hat sie nicht die Ölfelder am Orinoca verstaatlicht?

Hat diese Regierung nicht einen Teil der Erdöleinnahmen genutzt, um sich von den internationalen Finanzinstitutionen freizukaufen (Autonomie) und Sozialprogramme zu finanzieren?

  • Mehr als 3 Millionen Hektar Land wurden an venezolanische Bauern verteilt.
  • Millionen Kinder und Erwachsene lernten lesen und schreiben.
  • In den bevölkerten Vorstädten wurden tausende von medizinischen Zentren eingerichtet.
  • Tausende Augenkranke mit geringem Einkommen wurden umsonst operiert.
  • Grundnahrungsmittel werden in Venezuela subventioniert; wer arm ist, bekommt sie um 42% günstiger (gegenüber dem Marktpreis).
  • Die Wochenarbeitszeit wurde von 44 auf 36 Stunden herabgesetzt. Der Mindestlohn - circa 204 Euro im Monat - ist beinahe der höchste in ganz Lateinamerika (nach Costa Rica).

Ergebnis all dieser Maßnahmen: Zwischen 1999 und 2005 ist die Armutsrate in Venezuela von 42,8% auf 33,9% gesunken‘Poverty Rates in Venezuela. Getting the Numbers Right’, Center for Economic and Policy Research, Washington DC, Mai 2006. Die Zahl der in der Schattenwirtschaft Beschäftigten sank von 53% auf 40%. Der Armutsabbau hat zu einem steten Wirtschaftswachstum geführt. Allein in den letzten drei Jahren betrug dieses Wachstum 12% und war damit eines der höchsten weltweit. Parallel stieg der Konsum in nur einem Jahr auf 18%Siehe hierzu den Bericht der Business Week, New York vom 21. Juni 2007: ‘Chavez, not so bad for business’..

Angesichts dieser Resultate - ganz zu schweigen von den Ergebnissen auf internationaler politischer Ebene -, überrascht es nicht, dass Hugo Chavez zur Zielscheibe der Eigner dieser Welt und deren Agenten geworden ist, oder?

Quelle: ZNet Deutschland   vom 26.08.2007. Orginalartikel: Hugo Chávez .  Übersetzt von: Andrea Noll.

Fußnoten

Veröffentlicht am

27. August 2007

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