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Klartext der Islamführer

Von Karl Grobe

Das Töten von Menschen im Namen des Islam haben 180 muslimische Geistliche in Amman verboten. An der Konferenz nahmen die führenden sunnitischen und schiitischen Geistlichen teil, darunter Scheich Mohammed Sajid Tantawi (Al-Azhar-Hochschule Kairo), der ägyptische Mufti Scheich Ali Dschumma und der schiitische Großayatollah Ali Sistani (Irak).

Die Erklärung, der religiös-rechtliche Urteile (Fatwas) zu Grund liegen, bedeutet eine scharfe Abgrenzung von der so genannten dschihadistischen Tendenz, die als ideologische Legitimation verschiedener terroristischer Gruppen dient. Diese Tendenz stellt den bewaffneten Kampf über die allgemein verbindlichen fünf Säulen des Islam (Glaubensbekenntnis, fünf tägliche Gebete, Armensteuer, Ramadan-Fasten und Mekka-Pilgerfahrt). Sie wird von den meisten muslimischen Gelehrten als häretisch (abweichlerisch) angesehen.

Dschihad ist nach allgemeiner Lehrmeinung die Pflicht zur Selbstvervollkommnung. Erst in zweiter Linie - als “kleiner Dschihad” - ist der Kampf gegen Ungläubige gemeint, wobei die Inhaber der “Buchreligionen” (Judentum und Christentum) im ursprünglichen Islam als Vorläufer der Verkündigung Mohammeds angesehen werden.

Die Webseite Islam Online zitierte am Freitag ein Fatwa des Mufti Scheich Muhammad Ali al-Hanooti mit den einleitenden Worten: “Islam ist die Religion, die zum Frieden aufruft und ihre Anhänger anleitet, mitzuhelfen, dass der Frieden Vorrang hat. Er ruft weder zur Gewalt auf noch begünstigt er den Terrorismus, im Gegensatz zu den verzerrten Vorstellungen und Informationen, die von westlichen Medien verbreitet werden.”

In einer weiteren Fatwa, ebenfalls von 2003, heißt es: “Menschen aller Glaubensrichtungen neigen dazu, die Religion zur Rechtfertigung ihrer Handlungen zu nehmen”, doch was die Religion verbiete - etwa Gewaltanwendung -, könne logisch nicht durch Religion gerechtfertigt werden.

Quelle: Frankfurter Rundschau vom 09.07.2005. Wir veröffentlichen den Artikel mit freundlicher Genehmigung des Autors.


Stimmen zu den Terroranschlägen in London

Gib dem Terror keine Chance!

Der Koordinierungsrat der Vereinigungen des christlich-islamischen Dialoges in Deutschland (KCID)* hat angesichts der Anschläge in London Christen und Muslime dringend zur Besonnenheit aufgerufen.

“Es ist das Ziel der Terroristen, zwischen den Menschen und Religionen Ängste zu schüren und sie gegeneinander aufzuhetzen. Als Muslime in Deutschland und Europa haben wir es satt, dass vermeintliche Glaubensbrüder seit nahezu vier Jahren Unheil und Schrecken unter den Menschen verbreiten. Dem müssen wir und alle Menschen guten Willens uns gemeinsam entgegenstellen.”, erklärte der muslimische Vorsitzende des Rates, Murat Aslanoglu, in Stuttgart.

Die christliche Mitvorsitzende Melanie Miehl ergänzte: “Einen guten Politiker erkennen Sie daran, dass er gerade in diesen Zeiten nicht nur über, sondern auch mit Muslimen spricht. Die Anschläge der letzten Zeit im Irak, in Saudi-Arabien und der Türkei zeigen, dass hier eine extremistische Minderheit auch gegen die friedliche Mehrheit der Muslime kämpft. Diese Menschen dürfen wir jetzt nicht ausgrenzen, wir müssen sie stärken. Es sind unsere Nachbarn, Arbeitskollegen und Mitbürger.”

*Im Koordinierungsrat der Vereinigungen des christlich-islamischen Dialoges in Deutschland (KCID) haben sich christlich-islamische Gesellschaften aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengeschlossen, um gemeinsam für Begegnung und Dialog der Religionen einzutreten.

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Die Islamische Glaubensgemeinschaft verurteilt die brutalen Anschläge

Europa und die Welt ist erschüttert über die grauenhaften Anschläge in London, denen immer mehr die Schreckenzahl von unschuldigen Opfern gemeldet wird. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich verurteilt diese brutalen Anschläge mit aller Entschiedenheit- und Schärfe.

In diesen schweren Stunden sind die Gedanken der Muslime in diesem Land bei den Verletzten und Hinterbliebenen und teilen solidarisch ihren Schmerz.

Die Österreichische Imame Konferenz mit ihren 160 teilnehmenden ImamInnen aus ganz Österreich hat am 24.April 2005 in ihrer Schlusserklärung alle terroristischen und extremistischen Gewaltakte auf der Welt verurteilt und jedem, der unschuldige Zivilisten mit Terror oder Mord bedroht, als Terrorist bezeichnet, unabhängig von seiner Zugehörigkeit. Sie hat weiters alle MuslimInnen aufgefordert sich aktiv für den Frieden und Sicherheit des Landes und ihrer EinwohnerInnen einzusetzen.

Die Muslime in diesem Land treten dafür ein jedem, der mit diesen Anschlägen etwas zu tun hat zu verurteilen und ihm seiner gerechten Strafe zu zuführen.

Prof. Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich

Veröffentlicht am

09. Juli 2005

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