Date: January 21st 2009
==== Lebenshaus-Newsletter ===============================================
Liebe Freundinnen und Freunde,
dieser Newsletter steht fast vollständig unter dem Eindruck des grausamen Gaza-Krieges, bei dem nach 22-tägigen Angriffen im Moment die Waffen schweigen. In vielen, vielen Artikeln wird über diesen Krieg unter verschiedenen Aspekten geschrieben. Erst heute Morgen habe ich einen Artikel des amerikanischen Politikwissenschaftlers John Mearsheimer in die Lebenshaus-Website eingestellt, den jemand eigens für uns übersetzt hat (vielen Dank, Manfred Hulverscheidt!), einen klarsichtigen und lesenswerten Artikel, finde ich (John Mearsheimer: "Wieder ein Krieg, wieder eine Niederlage").
Die Waffen in Gaza schweigen (im Moment). Die Zahl der Opfer auf Seiten der Palästinenser wurde mit mehr als 1.300 Getöteten und mehr als 5.300 Verletzten angegeben. Und die Zahlen steigen noch. Auf israelischer Seite wurden zehn Soldaten und drei Zivilisten getötet. Kinder und Frauen litten besonders unter den anhaltenden Kämpfen im Gazastreifen. Laut UNICEF war jedes dritte Opfer ein Kind. Die Waffenruhe bietet eine Chance für Diplomatie und politische Initiativen. Zeichen für eine dauernde Lösung des Nahostkonfliktes müssen auch von Deutschland ausgehen. Die Kooperation für den Frieden, der auch das Lebenshaus Schwäbische Alb angehört, hat gestern gemeinsam mit der pax christi-Nahostkommission eine Unterschriftenaktion gestartet, in der die Bundesregierung zu einer anderen Nahostpolitik aufgefordert wird (siehe II. Hinweise).
Leider sind es immer wieder Kriege wie der jetzige in Gaza, welche offensichtlich viele Menschen hochschrecken und dann nach Informationen suchen lassen. Jedenfalls erfreut sich unsere Website in den ersten drei Wochen des Jahres 2009 einer enorm gestiegenen Zahl von Besucherinnen und Besuchern, welche die Besuchszahlen in bisher nicht gekannte Höhen klettern lassen. Das freut uns! Bitte empfehlt/empfehlen Sie unsere Website und unseren Lebenshaus-Newsletter weiter. Danke!
Nachfolgend ein Text des 1988 verstorbenen Juden Erich Fried erstaunlich aktuell leider immer noch.
Worauf es ankommt
Es kommt im Augenblick
nicht darauf an
wann es war
daß die Unterdrückerregierung
in Israel
sich verwandelt hat
in eine Verbrecherregierung
Aber es kommt darauf an
zu erkennen
daß sie jetzt eine
Verbrecherregierung ist
Es kommt auch nicht mehr
darauf an
darüber zu streiten
nach welchem Vorbild
sie ihre Verbrechen begeht
Diese Verbrechen selbst
tragen sichtbar die Spur ihres Vorbilds
Aber es kommt darauf an
nicht nur klagend oder erstaunt
den Kopf zu schütteln
über diese Verbrechen
sondern endlich
etwas dagegen zu tun
Es kommt nicht darauf an
was man ist
Moslem, Christ, Jude, Freigeist:
Ein Mensch
der ein Mensch ist
kann nicht schweigen
zu dem was geschieht
(Erich Fried)
Shalom Salaam Pace
Euer / Ihr Michael Schmid
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Inhaltsübersicht
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I. Artikel
:: 01. Wieder ein Krieg, wieder eine Niederlage
:: 02. Aufschrei von Noah Salameh zu den Verbrechen in Gaza
:: 03. Stop des Gaza-Krieges - UN-Resolution umsetzen - Keine Rüstungsexporte in die Region!
:: 04. Gaza: Der böse, böse Nachbar
:: 05. Die Zeit der Selbstgerechten
:: 06. Uri Avnery: Wie viele Divisionen?
:: 07. Tote Kinder in Gaza: Lauft auf die Engel zu
:: 08. Israelische Organisation ruft zur Verweigerung auf. Reservisten verweigern Einsatz im Gazastreifen
:: 09. Israel: Erster Reservist wegen Verweigerung in Gaza inhaftiert
:: 10. Israels selbstgerechte Wut und ihre Opfer in Gaza
:: 11. Kein Platz unter der Sonne
:: 12. Weißer Phosphor: Ist Gaza Testgelände für experimentelle Waffen?
:: 13. Petition von über 500 Menschen aus Israel an die Vereinten Nationen und die Europäische Union
:: 14. Sind die Begegnungen junger Israeli und Palästinenser im Sommer 2009 gefährdet?
:: 15. Kräftig lodernde Stammesfeuer
:: 16. Uri Avnery: Der Boss ist wahnsinnig geworden
:: 17. Der Krieg - wie ein Kinderspiel
:: 18. Die Geschichte beginnt nicht mit den Qassams
:: 19. Gideon Levy: Offener Antwortbrief an A. B. Yehoshua
:: 20. Waffenruhe in Gaza: Mehr als humanitäre Hilfe ist nötig
:: 21. Kolumbien: Dem Konflikt geht´s an die Wurzel
:: 22. Russland: Mörderisches Netzwerk
:: 23. Kalter Krieg, Teil zwei
:: 24. Sonne, Wind und Holz statt Gas und Öl
:: 25. Klimawandel: Tibets Gletscher schwinden
:: 26. 15. Januar 2009: 80. Geburtstag Martin Luther King - 90. Todestag Rosa Luxemburg
II. Hinweise
III. Veranstaltungstermine
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I. Artikel
:: 01. Wieder ein Krieg, wieder eine Niederlage
Israel hat dummerweise wieder mal einen Krieg begonnen, den es nicht gewinnen kann. Der wirkliche Zweck des Gaza-Kriegs hängt mit Israels langfristiger Vorstellung davon zusammen, wie es mit Millionen von Palästinensern in seiner Mitte umzugehen beabsichtigt. Er ist Teil einer breiter angelegten Strategie, die auf die Schaffung eines Groß-Israel hinausläuft. Insbesondere sind Israels Führer entschlossen, das gesamte Mandatsgebiet Palästina zu beherrschen, das die Westbank und Gaza einschließt. Den Palästinensern bliebe eine gewisse Autonomie in einer Handvoll abgeschiedener und ökonomisch verkrüppelter Enklaven, von denen Gaza eine wäre. Israel würde die Grenze um diese Enklaven kontrollieren, alle Verkehrsbewegungen zwischen ihnen, den Luftraum über und das Wasser unter ihnen. Israel verfolgt - mit Hilfe seiner sogenannten Freunde in der Diaspora - eine Strategie, die langfristig seine Zukunft aufs Spiel setzt. Von John Mearsheimer. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005487.html
:: 02. Aufschrei von Noah Salameh zu den Verbrechen in Gaza
In einem Brief vom 7. Januar 2009 nimmt der Palästinenser Dr. Noah Salameh, Leiter des Zentrums für Konfliktlösung und Versöhnung in Bethlehem, Stellung zur aktuellen Situation in Gaza bzw. Israel/Palästina. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005462.html
:: 03. Stop des Gaza-Krieges - UN-Resolution umsetzen - Keine Rüstungsexporte in die Region!
Nach 13 Tagen Bombardement des GAZA Streifens und dem Einmarsch von Bodentruppen ist die vorläufige Bilanz verheerend: Mehr als 760 Palästinenser und 11 Israelis sind ums Leben gekommen, mehr als 3.000 sind verletzt. Jeder weitere Tag des Krieges wird die Situation verschlimmern und eine friedliche Perspektive mehr und mehr unmöglich machen. Es ist dringend erforderlich, alle Kriegshandlungen sofort einzustellen und zu verhandeln. Es ist nicht hinnehmbar, dass die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel "Verständnis" für das Vorgehen der israelischen Armee äußert und die Alleinschuld der Hamas zuweist. Von Tobias Pflüger. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005463.html
:: 04. Gaza: Der böse, böse Nachbar
Was würden Sie tun - so schrieb die israelische Geschichtswissenschaftlerin Prof. Fania Oz-Salzberger in der FAZ - wenn Ihr Nachbar immerzu Steine und Molotowcocktails auf Ihre Wohnung wirft? Würden Sie nicht irgendwann zum Gewehr greifen, um diesem Treiben ein Ende zu machen? Und wenn sich der Nachbar mit seinen Kindern umgibt, damit Sie ihn nicht treffen, würden Sie dann nicht irgendwann ein Gewehr mit Zielfernrohr nehmen? Just so wie dieser Nachbar verhalte sich die Hamas in Gaza, wenn sie israelische Städte mit ihren Sprengstoffraketen beschieße. Daher sei der jetzige Krieg Israels gegen Gaza ein gerechter Krieg. Ich bin Frau Oz-Salzberger für dieses Beispiel mit dem Nachbarn sehr dankbar. Denn daran kann man vieles anschaulich klarmachen. Von Rolf Verleger. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005464.html
:: 05. Die Zeit der Selbstgerechten
Dieser Krieg legt - vielleicht mehr als seine Vorgänger - die wahren, grundlegenden Lebensadern unserer israelischen Gesellschaft bloß. Rassismus, Hass, Blutdurst und der Impuls, sich zu rächen, spuken in den Köpfen herum. Militärkorrespondenten beschreiben es im Fernsehen so: "Der Kommandeur", der IDF "ist (jetzt) darauf aus, soviele wie möglich zu töten." Selbst wenn sich dieser Satz auf die Hamas-Kämpfer bezieht, ist er Gänsehaut erregend. Von Gideon Levy. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005465.html
:: 06. Uri Avnery: Wie viele Divisionen?
Absurd sind täglichen die täglichen Nachrichten israelischer Medien, die so oft wiederholt werden, dass einem speiübel wird: die Hamas-Terroristen halten die Bewohner des Gazastreifen als "Geiseln" und benützen die Frauen und Kinder als "menschliche Schutzschilde", sie lassen uns keine Alternative, als massive Bombardements durchzuführen, in denen zu unserm großen Bedauern Tausende von Frauen, Kinder und unbewaffneten Männer verletzt oder gar getötet werden. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005466.html
:: 07. Tote Kinder in Gaza: Lauft auf die Engel zu
Eingesperrt, ausgehungert, von Heckenschützen erschossen, erstickt, wie Schafe geschlachtet. Die Führer der freien Welt haben anscheinend nicht einen Augenblick Zeit, dies zu kommentieren. Golf spielen, Urlaub machen - Obama, Bush, selbst die EU - es ist einfach nicht wichtig genug. Ich murmle vor mich hin. Es ist zu einer Art Mantra geworden. Ich rufe die zerschmetterten, gequälten kleinen Leichname an, die nicht wissen, was Leben ist, weil sie so früh starben. Der einzige Trost ist die Ruhe, die sie im Tod finden. Von Suzanne Baroud. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005468.html
:: 08. Israelische Organisation ruft zur Verweigerung auf. Reservisten verweigern Einsatz im Gazastreifen
Die israelische Organisation Courage to Refuse (Mut zum Verweigern) rief gestern mit einer Anzeige in der Tageszeitung Haaretz zur Verweigerung des Einsatzes im Gazastreifen auf: "Dieser Krieg hat bereits mehr als 500 Menschenleben gekostet und ein Ende ist nicht absehbar. Die brutale, beispiellose Gewalt in Gaza ist schockierend. Wir können nicht einfach zuschauen, wenn Hunderte von Zivilisten durch die israelische Verteidigungsarmee abgeschlachtet werden." In der Gruppe haben sich Soldaten und Offiziere der israelischen Armee organisiert, die sich gegen die Besatzungspolitik der israelischen Regierung wenden. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005469.html
:: 09. Israel: Erster Reservist wegen Verweigerung in Gaza inhaftiert
In Israel wurde der erste Reservist, der sich dem Kriegseinsatz im Gazastreifen verweigert, zu 14 Tagen Arreststrafe verurteilt. Das berichtete gestern die Organisation Courage to Refuse (Mut zum Verweigern), die zugleich darauf hinwies, dass der Reservist seinen Namen nicht genannt haben möchte. In Courage to Refuse haben sich Soldaten und Offiziere der israelischen Armee zusammen geschlossen, die sich gegen die Besatzungspolitik der israelischen Regierung wenden. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005471.html
:: 10. Israels selbstgerechte Wut und ihre Opfer in Gaza
Mein letzter Besuch zuhause in Galiäa fiel mit dem völkermordähnlichen israelischen Angriff auf Gaza zusammen. Über die Medien und mit Hilfe der akademischen Welt trat der Staat mit einer einzigen Stimme auf -, die sogar noch lauter war als im Sommer 2006 während des kriminellen Angriffs gegen Libanon. Israel wird wieder einmal von einer selbstgerechten Wut übermannt, die sich in einer zerstörerischen Politik im Gaza-Streifen entlädt. Diese entsetzliche Selbstrechtfertigung der Unmenschlichkeit und Straflosigkeit ist nicht nur ärgerlich, sondern ein Thema, das es wert ist, sich damit zu befassen, wenn man die internationale Immunität für dieses Massaker verstehen will, das in Gaza tobt. Von Ilan Pappe. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005474.html
:: 11. Kein Platz unter der Sonne
Im Gespräch: Die israelische Autorin und Menschenrechtsaktivistin Felicia Langer über einen Krieg, der die Palästinenser zur völligen Kapitulation zwingen soll. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005470.html
:: 12. Weißer Phosphor: Ist Gaza Testgelände für experimentelle Waffen?
Die Sorge über einen möglichen israelischen Einsatz von nichtkonventionellen und experimentellen Waffen im Gazastreifen wächst: (Offizielle) Sprecher kommentieren ausweichend. Man zögert, unabhängige Journalisten in die kleine Enklave Gaza zu lassen. Das nährt die Spekulationen weiter. Setzt Israel Granaten mit Weißem Phosphor ein? Von Jonathan Cook. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005476.html
:: 13. Petition von über 500 Menschen aus Israel an die Vereinten Nationen und die Europäische Union
Israelische Bürgerinnen und Bürger rufen die Welt auf, Israels Gewalt zu stoppen und die Fortsetzung der brutalen Besatzung nicht zuzulassen. Sie fordern, die Verbrechen Israels zu verurteilen und sie nicht als Komplizen zu decken. Sie rufen dazu auf, den Aufruf der palästinensischen Menschenrechtsorganisationen umzusetzen, der u.a. darauf drängt, dass der UNO-Sicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung einberuft und konkrete Maßnahmen - einschließlich der Auferlegung von Sanktionen - beschließt, um sicherzustellen, dass Israel seine Verpflichtungen gemäß dem internationalen Recht erfüllt. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005477.html
:: 14. Sind die Begegnungen junger Israeli und Palästinenser im Sommer 2009 gefährdet?
Seit dem Sommer 2002 haben sich im Rahmen der Aktion "Ferien vom Krieg" des Komitee für Grundrechte und Demokratie über 500 junge Menschen aus Israel mit über 500 Gleichaltrigen aus Palästina zu Dialogseminaren in Deutschland getroffen. Es waren schwierige und oft schmerzhafte Prozesse, die aber getragen waren von Hoffnungen und Visionen. Doch zur Zeit werden die zarten Ansätze zur Aussöhnung von den Machthabern im Gazastreifen im Blut ertränkt. Das Team der Aktion "Ferien vom Krieg" hofft dennoch, dass es weiterhin junge Menschen in Palästina und Israel geben wird, deren Denken und Handeln nicht von Rache und Hass bestimmt wird. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005478.html
:: 15. Kräftig lodernde Stammesfeuer
Der Gaza-Krieg stellt sich als bedrückender Bankrott der kritischen Intelligenz Israels dar. Was sich bereits im zweiten Libanonkrieg abzeichnete, ist nunmehr an seinen Kulminationspunkt gelangt: die selbst auferlegte Gleichschaltung und freiwillig angenommene Entmächtigung. Es wird allenthalben viel geschrieben, viel geredet, aber die kritische Reflexion über die Wirkzusammenhänge der neu ausgebrochenen Barbarei ist mit wenigen, auf eine Feigenblattfunktion reduzierten Ausnahmen kaum noch zu hören und zu lesen. Partei- und lagerübergreifend schweigt man im noch besten Fall, suhlt sich aber ansonsten genüsslich im patriotischen Konsens der vermeintlichen Alternativlosigkeit zum Nun-mal-so-Geschehenen. Von Moshe Zuckermann. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005479.html
:: 16. Uri Avnery: Der Boss ist wahnsinnig geworden
Wir Israelis sind wie alle anderen Nationen geworden, und die Erinnerung an den Holocaust bringt uns von Zeit zu Zeit dazu, uns wie die Schlimmsten unter ihnen zu verhalten. In diesem Krieg haben Politiker und Generäle wiederholt die Worte zitiert: "Der Boss ist wahnsinnig geworden!" Ursprünglich wurde dies vom Gemüsehändler auf dem Markt gerufen, im Sinne von 'Der Boss ist verrückt geworden, er verkauft seine Tomaten mit Verlust'. Aber im Laufe der Zeit ist aus dem Scherz eine tödliche Doktrin geworden, die oft bei öffentlichen Diskursen auftaucht; um unsere Feinde abzuschrecken, müssen wir uns wie Wahnsinnige benehmen, müssen gnadenlos töten und zerstören. Von Uri Avnery. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005481.html
:: 17. Der Krieg - wie ein Kinderspiel
Der Kampf im Gazastreifen ist ein De-Luxe-Krieg. Verglichen mit den vorausgegangenen Kriegen ist er wie ein Kinderspiel - Piloten bombardieren ungehindert, und - als ob es eine Probe wäre beschießen Soldaten aus Panzern und die Artillerie Häuser und Zivilisten, Kampftruppen zerstören ganze Straßen aus ihren Fahrzeugen ohne auf einen ernsten Widerstand zu stoßen. Eine große, umfassende Armee kämpft gegen eine hilflose Bevölkerung und eine schwache, in sich zerrissene Organisation, die aus den Kampfzonen geflüchtet ist und noch nie solch einen Kampf durchgefochten hat. All dies muss offen gesagt werden, bevor wir damit beginnen, über unser Heldentum und unsern Sieg zu frohlocken. Von Gideon Levy. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005482.html
:: 18. Die Geschichte beginnt nicht mit den Qassams
Die Geschichte beginnt nicht mit den Qassam-Raketen. Aber für uns, die Israelis beginnt die Geschichte immer dann, wenn die Palästinenser uns verletzen und dann ist der Schmerz völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Wir denken, wenn wir den Palästinensern viel größeren Schmerz verursachen, dann werden sie eine Lektion lernen. Manche nennen dies einen "Erfolg". Von Amira Hass.
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005483.html
:: 19. Gideon Levy: Offener Antwortbrief an A. B. Yehoshua
Gideon Levy antwortet auf einen offenen Brief des israelischen Schriftstellers A.B. Yehoshua. Dabei kritisiert er dessen Position, mit der er "den brutalsten Krieg, den Israel jemals geführt hat" rechtfertige und sich "so mit der Betrügerei zufrieden" gebe, "die Besatzung des Gazastreifens" sei "vorbei". Er rechtfertige auch "Massentötungen mit dem Heraufbeschwören solcher Ausreden wie: 'Hamas mischt seine Kämpfer absichtlich unter die zivile Bevölkerung'." >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005484.html
:: 20. Waffenruhe in Gaza: Mehr als humanitäre Hilfe ist nötig
Die vorläufige Waffenruhe im Gaza-Streifen sei ein erster Schritt, um weitere humanitäre Hilfe für die Opfer der 22-tägigen Angriffe zu leisten, so die Hilfsorganisation medico international. Die Organisation, die seit vielen Jahren sozialmedizinische Projekte in Israel und Palästina unterstützt, warnte jedoch vor den nicht abzusehenden politischen Folgen der Angriffe. Nötig sei ein ungehinderter Zugang zum Gaza-Streifen nicht nur für humanitäre Hilfe und Wiederaufbaubemühungen, sondern auch zur Herstellung von Transparenz über die Zerstörungen und möglichen Verletzungen des humanitären Völkerrechts. Gemeinsam mit seinen palästinensischen und israelischen Partnern fordert die Frankfurter Hilfsorganisationen deshalb, die Einsetzung einer unabhängigen Fact-Finding-Mission aus Juristen und Medizinern. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005485.html
:: 21. Kolumbien: Dem Konflikt geht´s an die Wurzel
Zwischen den Fronten des Bürgerkriegs versuchen die Bauern von Esmeralda auf ihre Art, Frieden zu schaffen. Sie vernichten die Drogenfelder. Von Raul Zelik. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005467.html
:: 22. Russland: Mörderisches Netzwerk
Die Umstände der Morde an Stanislaw Markelow und Anastasja Baburowa, Erschießung auf offener Straße mittags in Moskau, sind die eines Auftragsmordes. Den Killer wird man vielleicht erwischen. Die Hintermänner wohl kaum. Das Umfeld aus Kriegs(verbrecher)veteranen, Geheimdiensten und russischen Nazis ist eng gewirkt und hält ebenso eng zusammen. Es ist zu allem fähig in Putins russischer Gazprom-Republik, natürlich auch zur Omertà. Kommentar von Karl Grobe. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005486.html
:: 23. Kalter Krieg, Teil zwei
Den aktuellen Konflikt, dessen Kampfmittel Pipelines und Erdgas sind, als Kalten Krieg zu bezeichnen ist gar nicht so falsch. Erstens zieht Mangel an Heizenergie Kälte nach sich, und zweitens wird ebenso wenig geschossen wie während des Ost-West-Konflikts gleichen Namens (in dem natürlich doch geschossen wurde - in Vietnam, Afghanistan, Angola und beinahe rund um Kuba). Kalter Krieg ist eine Metapher, die im aktuellen Fall zu vermeiden nur um den Preis umständlicher Formulierungen gelingt; und der aktuelle Fall stellt in mancher Hinsicht eine Fortsetzung des nicht mehr ganz so aktuellen dar. Von Karl Grobe. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005472.html
:: 24. Sonne, Wind und Holz statt Gas und Öl
Alle Jahre wieder: Wenn Wladimir Putin auf der Gas-Leitung steht, bekommt Europa Angst vor der Kälte. Plötzlich wird uns dann wieder bewusst wie abhängig unser Wohlstand vom Wohlwollen anderer Regierungen ist. Wir hängen am Gas Russlands, am Öl der Scheichs und am Uran Australiens wie ein Junkie an der Nadel. Doch von dieser Sucht können wir uns befreien. Wir haben alle Zukunftsenergien in Hülle und Fülle im eigenen Land: Sonne, Wind, Biomasse, Biogas, Wasserkraft und Erdwärme. Von Franz Alt. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005473.html
:: 25. Klimawandel: Tibets Gletscher schwinden
Nirgendwo gibt es mehr Eis als in China, abgesehen von den Polargebieten. Aber dieses Eis schmilzt immer schneller weg. Es handelt sich um die Gletscher vor allem auf dem Tibet-Qinghai-Hochland. Sie speisen die großen Ströme Ost- und Südasiens. Der chinesische Glaziologe Yao Tandong hat ermittelt, dass in den letzten vierzig Jahren die Gletscher im zentralasiatischen Hochland um rund sieben Prozent geschrumpft sind, und nach seinen Erkenntnissen werden sie in den kommenden 25 Jahren viel schneller abschmelzen. Das ist ein Drehbuch für einen Katastrophenfilm in Zeitlupe, Vorzeichen einer "unermesslichen Umweltkrise", sagt Yao. Von Karl Grobe. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005480.html
:: 26. 15. Januar 2009: 80. Geburtstag Martin Luther King - 90. Todestag Rosa Luxemburg
Am 15. Januar 2009 würde der amerikanische Bürgerrechtler und Friedensaktivist Martin Luther King 80 Jahre alt werden. Er wurde allerdings am 4. April 1968 ermordet, weil er durch sein Engagement gegen den Vietnamkrieg und gegen die Armut in Amerika zu einer Bedrohung für die US-Regierung und die amerikanische Rüstungsindustrie geworden ist. Auf den Tag genau 10 Jahre vor Kings Geburt, am 15. Januar 1919, wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet. Zu King hat das Lebenshaus zahlreiche Angebote. >>
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005475.html
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II. Hinweise
:: Erleben Sie den AUSFLUG ZUM GAZA-KRIEG - EIN ABENTEUER FUER GROSS UND KLEIN
Ein kleiner Filmbeitrag des NDR Fernsehen (2:14 Min.) >>
http://www3.ndr.de:80/sendungen/extra_3/media/extra548.html
:: Unterschriften für eine andere Nahostpolitik der Bundesregierung
Die Waffen in Gaza schweigen (im Moment). Die Waffenruhe bietet eine Chance für Diplomatie und politische Initiativen. Zeichen für eine dauernde Lösung des Nahostkonfliktes müssen auch von Deutschland ausgehen. Die Kooperation für den Frieden, der auch das Lebenshaus Schwäbische Alb angehört, hat gestern gemeinsam mit der pax christi-Nahostkommission eine Unterschriftenaktion gestartet, in der die Bundesregierung zu einer anderen Nahostpolitik aufgefordert wird. Lest den Appell an Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier und unterzeichnet unter >>
http://www.ippnw.de/aktiv_werden/kampagnen/nahostpolitik/index.html
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III. Veranstaltungstermine
:: 07.-31.01.2009 - DGB-Haus Stuttgart: Ausstellung "Die Nakba - Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948",
Die Ausstellung des Vereins Flüchtlingskinder im Libanon e.V. zur Nakba ist im DGB-Haus zu sehen. Außerdem gibt es intensives Begleitprogramm, das angefordert werden kann bei Ingrid Rumpf (E-Mail: irumpf@lib-hilfe.de). Mehr >>
http://www.lib-hilfe.de
:: ab 21.01.2009 - Demonstrationen, Mahnwachen, Diskussionsveranstaltungen zum Gaza-Krieg
Eine Übersicht mit allen dort gemeldeten Veranstaltungen findet sich auf der Website von Netzwerk Friedenskooperative. Mehr >>
http://www.friedenskooperative.de/nahostndx.htm
:: 26.01.2009 - 20.00 Uhr Einstein-Haus in Ulm: Hamas: Der politische Islam in Palästina
Referentin ist Helga Baumgarten. Sie ist Politikwissenschaftlerin, studierte u.a. Geschichte, Englisch und Arabisch, promovierte mit dem Thema "Entstehung und Entwicklung der Palästinensischen Nationalbewegung 1948-1967/68..... Seit 1993 ist sie Professorin an der Birzeit-Universität bei Jerusalem. Sie lebt in Ostjerusalem. VA: vh-ulm in Zusammenarbeit mit dem Friedensnetzwerk Ulm.
:: 02.-13.02.2009 - Veranstaltungsreihe: Machtproben im Kaukasus - Innenansichten aus Russland
Referent: Dr. Vadim Damier (Moskau). Im August 2008 gab es erneut Krieg in Europa. Georgische und russische Truppen fuhren Panzer auf. Nationalistisch aufgeheizte Machtpolitik auf allen Seiten, Interessen beim Zugang zu Rohstoffen und Transportwegen, globale Interessen Russlands und des Westens, aber auch ungelöste Konflikte aus den Zeiten der Sowjetunion ließen die Spannungen um Südossetien und Abchasien eskalieren. Leidtragende sind die Menschen in der Region. Wie steht die russische Gesellschaft zu diesem Krieg? Gibt es Widerstände in der Bevölkerung und/oder im Militär? Welche Folgen haben der über den Krieg geschürte Nationalismus und Chauvinismus? Wie können wir Basisinitiativen in Russland unterstützen? In einer Veranstaltungsreihe soll ein anderer Blick ermöglicht werden, als wir hier über die Medien vermittelt bekommen. Die Veranstaltungsreihe wird durchgeführt von Connection e.V. und der DFG-VK Hessen. Die einzelnen Veranstaltungen sowie weitere Informationen unter
>>
http://www.Connection-eV.de
:: 20.-22.02.2009 - Freiburg: Sich verteidigen ohne anzugreifen
Seminar mit Pat Patfoort. Die international tätige Konflikttrainerin und Mediatorin Pat Patfoort wird ein Seminar für MediatorInnen, TrainerInnen und MultiplikatorInnen durchführen. Inhalt ist das Konflikt- bzw. Konfliktlösungs-Modell, das sie auch in ihrem kürzlich in deutscher Sprache erschienenen Buch "Sich verteidigen ohne anzugreifen. Die Macht der Gewaltfreiheit" ausführlich darstellt hat. In dem Seminar geht es darum, das Modell an konkreten Konfliktbeispielen nachzuvollziehen sowie es anwenden und weitervermitteln zu können. Für MediatorInnen und TrainerInnen eine äußerst hilfreiche Ergänzung ihres konflikttheoretischen Wissens und ihrer praktischen Methodik! VA: Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden. Anmeldekontakt: Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden - Büro Freiburg, Tel. 0761-43284, buero.freiburg@wfga.de
27.02. - 01.03.2009 - Ev. Akademie Hofgeismar: Kein Frieden in Sicht? Der israelisch-palästinensische Konflikt Bestandsaufnahme und Perspektiven
Die Lage scheint hoffnungslos festgefahren. Der Libanonkrieg gegen die Hisbollah, die "Partei Gottes", verhärtete die Fronten. Der Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen und die Machtübernahme der Hamas taten ein Übriges. Da sind die Kassamraketen auf Sderot; da ist die israelische Sicherheitsmauer gegen Selbstmordattentäter, da sind Schikanen und Übergriffe an den Kontrollposten. Die wechselseitigen Schuldzuweisungen sind zahlreich. Nüchtern betrachtet macht sich Ratlosigkeit breit: Die israelische Führung ist mit Korruptionsvorwürfen und dem harten Kern der Siedler beschäftigt, unter den Palästinensern schwelt der Machtkampf zwischen PLO und Hamas. Gibt es Auswege aus dem Dilemma? In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft. Mehr >>
http://www.akademie-hofgeismar.de
13.-14.03.2009 - Evang. Akademie Bad Boll: Diversity: Chancengleichheit und Vielfalt. Eine gesellschaftliche Reaktion auf Diskriminierung
Mit dem Amsterdamer Vertrag erhielt die EU 1997 das Recht, Maßnahmen gegen Diskriminierung zu ergreifen. Auf dieser Basis hat die EU Richtlinien erlassen, die die Mitgliedstaaten umzusetzen haben. Deutschland verabschiedete 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Ist dieses Gesetz europarechtstauglich? Kann Recht Ausgrenzung wirklich verhindern? Mehr >>
http://www.ev-akademie-boll.de/Programm.programm.0.html
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Weitere Termine finden sich u.a.:
:: Netzwerk Friedenskooperative >> http://www.friedenskooperative.de/
:: Bessere Welt Links. Norbert's Bookmarks für engagierte Leute >> http://www.bessereweltlinks.de/index.php?cat=6108
:: Attac >> http://www.attac.de/termine/index.php
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