Irak
10. Januar 2006
Die Revolution der Nachrichten hat begonnenDer Aufstand gegen “versklavtes Wissen” hat begonnen. Millionen von Menschen haben sich in ihrem Bemühen, die gefährliche Welt, in der wir leben, zu verstehen, von den herkömmlichen Nachrichten- und Informationsquellen ab- und dem Internet zugewandt in der Überzeugung, dass der vorherrschende Journalismus die Stimme der zügellosen Macht ist. Der große Irak-Skandal hat dies beschleunigt. In den USA haben mehrere etablierte Radiojournalisten zugegeben, dass die Invasion vielleicht nicht stattgefunden hätte, wenn sie die Lügen, die über die Massenvernichtungswaffen im Irak verbreitet wurden, beim Namen genannt und enttarnt hätten, anstatt sie zu verstärken und zu rechtfertigen. Von John Pilger. (mehr...) 09. Januar 2006 Nach der Wahl im IrakIm vergangenen Monat nannte US-Präsident Bush die Wahlen im Irak einen “großen Meilenstein auf dem Marsch zur Demokratie”. Ein Meilenstein ist die Wahl in der Tat, allerdings nicht die Art von Meilenstein, die man in Washington begrüßt. Werfen wir einen Blick zurück und vergessen wir einmal die Standarderklärungen von Regierungschefs, die von guten Absichten reden. Als Bush und der britische Premierminister Tony Blair in den Irak einmarschiert sind, lautete ihr Vorwand, die ständig wiederholte “einzige Frage”: Wird der Irak seine Massenvernichtungswaffen eliminieren? Von Noam Chomsky. (mehr...) 07. Januar 2006 Geschichte zweier SümpfeBush ist mehr oder weniger ein Symbol. Aber die Menschen um ihn herum bilden die gefährlichste Regierung in der Geschichte Amerikas. Sie treiben die Welt auf ihre Zerstörung zu. Die Welt heute sieht sich zwei Hauptbedrohungen gegenüber, die zur Ausrottung der menschlichen Spezies führen könnten: einerseits ein möglicher Atomkrieg, eine Umweltkatastrophe andererseits. In beiden Feldern ist sie die US-Regierung auf Zerstörungskurs. Noam Chomsky im Interview mit Michael Hastings. (mehr...) 06. Januar 2006 Irak: Terror aller gegen alleAchtzig Tote in 24 Stunden - die terroristische Eskalation in Irak lässt sich in diesen ersten wenigen Tagen des Jahre 2006 gar nicht mehr übersehen. Wer da einen kraftvoll sich entfaltenden politischen Prozess zu erkennen glaubt und auf die Marginalisierung seiner Gegner schließt, irrt tragisch und gründlich. George W. Bush und Richard Cheney, Präsident und Vizepräsident der USA, klammern sich aber weiterhin an die falsche Diagnose. Sie gaukeln der Öffentlichkeit eine heiler werdende Welt an Euphrat und Tigris vor, wie sie derselben Öffentlichkeit vor gerade drei Jahren angebliche Massentötungswaffen vorgegaukelt haben. Von Karl Grobe. (mehr...) 20. Dezember 2005 Irakische TäuschungenGeorge W. Bush hat einen Verbündeten im Kampf gegen den Terror entdeckt, noch dazu einen, der von Tag zu Tag stärker werde. Er meint Irak. Hätte er sich nicht längst als Meister der Täuschung erwiesen, Selbsttäuschung eingeschlossen - hier wäre die Bewerbung um den Titel. Der Urheber des Irak-Kriegs, im Zivilberuf Präsident der USA, sieht gewiss nicht mehr alles rosenrot; die Annäherungen an die Realitäten im Zweistromland, die sich jetzt etwas häufiger in seinen Reden finden, lassen die Selbsttäuschung aber deutlicher werden. Von Karl Grobe. (mehr...) 18. Dezember 2005 Ohne SchutzIn vielen Regionen des Iraks fehlt jede Form von Existenzsicherheit. und aus dem versprochenen Paradies ist die Vorhölle geworden, in der keine internationale Regel zur Zivilisierung militärischer Konflikte mehr gilt. Die deutsche Archäologin Susanne Osthoff ist Opfer dieser Verhältnisse geworden. Ihre Entführung macht erneut deutlich, dass es weder für Einzelne noch für Organisationen, die sich zwischen den Fronten bewegen, einen Schutz gibt. Geradezu erschütternd ist die Gleichgültigkeit, wenn nicht Ablehnung gegenüber Susanne Osthoff in den Leserbriefspalten, Kommentaren und Internetforen. Von Katja Maurer. (mehr...) 11. Dezember 2005 Neblig bei klarer Sicht - wie die US-Medien die Berichterstattung über den Luftkrieg im Irak scheuenDie US-Regierung führt einen Luftkrieg im Irak. “In den letzten Monaten scheint sich das Tempo des US-Bombardements verstärkt zu haben”, schreibt Seymour Hersh in The New Yorker vom 5. Dezember. “Die meisten Ziele liegen offensichtlich in den feindlichen, überwiegend sunnitischen Provinzen um Bagdad und an der syrischen Grenze”. Hersh: “Bis heute hat zu diesem Luftkrieg weder im Kongress noch in der Öffentlichkeit eine ernsthafte Debatte oder Diskussion stattgefunden”. Ein wichtiger Grund hierfür: Wenn es um die Dimension des Pentagon-Luftbombardements im Irak geht, stecken die großen US-Nachrichtenblätter den Kopf in den Sand. Von Norman Solomon. (mehr...) 06. Dezember 2005 Atemberaubende AussichtenVon 80 bekannten Ölfeldern des Irak sollen 63 für einen Zeitraum von bis zu 40 Jahren de facto privatisiert werden. Über entsprechende Verträge verhandeln unter anderem BP und Chevron, unterstützt durch die Regierungen Großbritanniens und der USA. Dies ergaben Recherchen dreier britischer NGO, die gerade in einer Studie veröffentlicht wurden. Harald Neuber im Gespräch mit dem britischen Wirtschaftsforscher Greg Muttitt über den drohenden Ausverkauf irakischen Erdöls über Jahrzehnte hinweg. (mehr...) 02. Dezember 2005 Wege aus IrakGeorge W. Bush, Präsident der USA und oberster militärischer Befehlshaber, hat am Mittwoch nicht einen Friedensplan für Irak verkündet. Er hat vielmehr die Kampagne für die Zwischenwahlen im November nächsten Jahres eröffnet. Solche Wahlen sind lästig. Das Desaster in Irak, das die Neokonservativen zu verantworten haben, könnte das Abstimmungsverhalten der Bürger entscheiden. Das will Bush verhindern. Nichts anderes interessiert ihn, nicht die katastrophale Lage der dortigen Bevölkerung, nicht die Zerstörung der Ansätze zur posttotalitären Zivilgesellschaft, nicht die Folterpraktiken und nicht der Einsatz von Waffen, die international geächtet sind und deren Anwendung Kriegsverbrechen sein könnte. Von Karl Grobe. (mehr...) 02. Dezember 2005 Vier Mitarbeiter von 'Christian Peacemaker Team' (CPT) im Irak entführtCTP hat mitgeholfen, das Medieninteresse auf irakische Dörfer und Städte zu lenken, die Opfer von Kollektivbestrafungen durch das US-Militär wurden. Ich habe im Irak kein einziges CPT-Mitglied getroffen, der/die sich nicht zur Gewaltlosigkeit bekannt hätte oder der/die sich nicht verpflichtet fühlte, als Augenzeuge die Wahrheit zu offenbaren - über die Besatzung und die Kriegsgräuel. Was die jetzt Entführten angeht: Die Entführer werfen ihnen vor, Spione und Missionare zu sein. Das ist einfach nicht wahr. Wenn es im heutigen Irak eine Gruppe gibt, die sich unermüdlich dafür einsetzt, dass das Leiden der Iraker endet, dann CPT. Von Dahr Jamail. (mehr...) |
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